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Capitǟn bis Cappis-Kraut (Bd. 1, Sp. 1303 bis 1305)
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Artikelverweis Der Capitǟn, des -es, plur. die -e, oder -s. 1) * Ein jeder vornehmer Befehlshaber im Kriege, in welcher Bedeutung noch das Franz. Capitain üblich ist. Im Deutschen hatte es diesen Sinn ehedem auch, denn Opitz gebraucht dieses Wort noch sehr oft von Gott und Christo:
   Der du bist unser Hort du starker Capitein. Und an einem andern Orte:
   Des Davids, deines Knechts, Herr, Meister, Capitein. Doch in dieser Bedeutung ist es im Deutschen veraltet, wo man es 2) nur noch von dem Haupte oder Anführer einer Compagnie Fußvolk oder Dragoner gebraucht, ein Hauptmann; dagegen er bey der Reiterey Rittmeister genannt wird. 3) Ein vornehmer Befehlshaber auf einem Kriegsschiffe. In Frankreich sind auf einem Kriegsschiffe, welches von einem Admirale und Vice-Admirale geführet wird zwey Capitäns. Auf kleinern Kriegesfahrzeugen ist der Capitän der oberste Befehlshaber derselben. Im gemeinen Leben nennt man den Befehlshaber oder Herren eines jeden Kauffahrdeyschiffes gleichfalls einen Capitän oder Schiffs-Capitän.
   Anm. Wir haben dieses Wort aus dem Franz. Capitain, Ital. Capitano, oder mittlern Latein. Capitaneus, welches ehedem den Statthalter einer Provinz andeutete, aber hernach oft

[Bd. 1, Sp. 1304]


von einem jeden Aufseher oder Vorgesetzten, besonders bey den Soldaten und der Miliz, gebraucht wurde.
 
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Das Capītel, des -s, plur. ut nom. sing. aus dem mittlern Latein. Capitulum, welches das Diminut. von Caput ist. 1. Ein Theil eines Buches oder einer Schrift. 1) Eigentlich. Ein Buch in sechs, zehn u. s. f. Capitel eintheilen. Einen Gegenstand in vier Capiteln abhandeln. Wenn von den Capiteln eines biblischen Buches die Rede ist, so vertritt nach alter Art das Vorwort an mehrentheils die Stelle des Vorwortes in. Matthäi am letzten Capitel. Da das Wort in dieser Bedeutung im Deutschen sehr gebräuchlich ist, und bereits das völlige Bürgerrecht erhalten hat, so könnte man es füglich mit einem K schreiben. Allein hier durfte ich es von den folgenden Bedeutungen und Zusammensetzungen nicht trennen, welche theils noch mit einem C am üblichsten sind, theils auch noch ein mehr ausländisches Ansehen behalten haben. 2) Figürlich. (a) Die Materie, der Gegenstand eines Gespräches, oder einer Schrift. Das schöne Geschlecht kann in dem Capitel von der Schönheit keine Nebenbuhlerinnen leiden. Sie helfen mir auf das rechte Capitel, Gell. (b) Ein Verweis. Jemanden ein Capitel lesen, ihm einen derben Verweis geben; welche R. A. aus der klösterlichen Zucht hergenommen ist, wo straffälligen Mönchen das übertretene Capitel aus den Ordensregeln vor dem Verweise vorgelesen wird. 2. Eine in Capitel getheilte Schrift. In diesem Verstande werden in den mittlern Zeiten die Wörter Capitula und Capitularia so wohl von den Gesetzen der Könige, als auch von den Sammlungen der Kirchengesetze, ingleichen den Regeln einzelner Orden, Gemeinheiten und Stiftungen häufig gebraucht. Das Wort Capitel ist zwar in derselben im Deutschen nicht üblich; allein um der folgenden Bedeutungen willen mußte solche hier angeführet werden. 3. Die Versammlung gewisser zu einer Gemeinheit oder Gesellschaft gehöriger Personen, in welcher ihre Capitel, d. i. ihre Statuten und Regeln, verlesen werden. In diesem Verstande werden in weiterer Bedeutung die Zusammenkünfte aller geistlichen und weltlichen Orden, worin sie sich über Angelegenheiten ihrer Gesellschaft berathschlagen, ein Capitel genannt weil dabey gemeiniglich mit Verlesung der Statuten der Anfang gemacht wird. Auch die Versammlung der Canonicorum einer Kathedral- oder Collegiat-Kirche führet diesen Nahmen. Capitel halten, das Capitel versammeln, die dazu gehörigen Glieder zusammen berufen. Eine Stimme in dem Capitel haben. Der König hat Capitel gehalten, wenn er eine Versammlung der Glieder eines Ritterordens gehalten hat. Das General-Capitel, welches aus der Versammlung der Abgeordneten aus allen Provinzen eines Ordens bestehet. Ja es hat sich diese Benennung auch bis auf einige Handwerker ausgebreitet, indem die gewöhnlichen Zusammenkünfte Tuchscherer und Schleifer, unter welchen beyden Zünften eine besondere Gemeinschaft Statt findet. Capitel genannt werden, welche bey andern Innungen Quartale heißen. Eben diese Zünfte haben auch ein General-Capitel, welches zu Wien, Breßlau und Posen gehalten wird, dagegen ihre Zunftversammlungen zu Leipzig, Wittenberg, Leißnig u. s. f. nur gemeine Capitel, zuweilen aber auch nur Quartale genannt werden. 4. Der Ort, wo sich das Capitel eines solchen Ordens, oder einer solchen Gesellschaft versammelt. In das Capitel gehen. S. auch Capitelstube. In dem Salzwerke zu Halle wird sogar die Stube bey jedem Borne, in welcher die Bornknechte ausruhen, und worin auch das Gebeth verlesen wird, das Capitel genannt. 5. Die Glieder einer solchen Gesellschaft selbst, als ein Ganzes betrachtet. In diesem Verstande werden besonders die Geistlichen, welche zur Bedienung einer Kathedral- oder Collegiat-Kirche bestimmt

[Bd. 1, Sp. 1305]


sind, oder die Canonici, und ihre ganze Stiftung, ein Capitel genannt. Daher das Dom-Capitel, die sämmtlichen Domherren an einer Stiftskirche.
   S. des du Fresne Glossar. wo noch mehrere Bedeutungen dieses Wortes angeführet werden, die aber im Deutschen nicht gangbar sind.
 
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Capītel-fêst, adj. et adv. Fertigkeit besitzend, die Stellen der biblischen Bücher nach den Capiteln anzuführen.
 
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Capīteln, verb. reg. act. Jemanden capiteln, ihm einen derben Verweis geben. S. Adelung Capitel. 1. Im mittlern Lateine war capitulare in eben der Bedeutung üblich.
 
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Der Capītols-Hêrr, des -en, plur. die -en, an einigen Orten so viel als ein Canonicus oder Dom- und Stiftsherr, ein Mitglied eines Capitels. S. Adelung Capitel 5.
 
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Die Capītel-Stube, plur. die -n, die Stube, oder das Zimmer, in welchem sich das Capitel einer Gesellschaft versammelt. S. Adelung Capitel 4.
 
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Der Capitulār, des -en, plur. die -en, ein Canonicus oder Ordensglied, welches das Recht hat, dem Capitel, oder der Versammlung seines Ordens oder seiner Gesellschaft beyzuwohnen; bey den Domslistern und den Ritterorden auch wohl ein Capitular-Herr. Aus dem mittlern Latein. Capitularis und Capitularius.
 
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Die Capitulatiōn, plur. die -en, überhaupt eine jede in Capitel getheilte Schrift, in welcher weitesten Bedeutung aber dieses Wort nicht üblich ist, wohl aber in der engern, eines in gewisse Absätze getheilten Vertrages. Besonders wird im Kriege der Vertrag zwischen den Belagerern und der Besatzung einer Festung wegen deren Übergabe eine Capitulation genannt. Sich auf Capitulation ergeben. Die Capitulation halten, brechen u. s. f. Auch der Vergleich, welchen ein Officier mit einem Soldaten schließt, und worin sich dieser zu Kriegesdiensten auf eine gewisse Zeit verpflichtet, führet diesen Nahmen. Daher der Capitulant, des -en, plur. die -en, ein Soldat, welcher auf Capitulation dienet. Noch berühmter sind die Capitulationen oder Verträge, welche so wohl verschiedene geistliche Stiftungen mit ihren Vorgesetzten, als auch die Reichsstände und in deren Nahmen die Churfürsten mit einem Kaiser, bey deren Wahl schließen, welche daher auch Wahl-Capitulationen genannt werden. Die Capitulation beschwören.
 
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Capituliren, verb. reg. act. eine Capitulation, d. i. einen Vergleich in Vorschlag bringen und eingehen. Die Besatzung hat capituliret, hat sich auf Capitulation ergeben. Der Feind verlangt zu capituliren. So auch im gemeinen Leben, mit jemanden capituliren, mit ihm wegen eines Vergleiches unterhandeln.
 
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Caporal, S. Adelung Corporal.
 
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Cappis-Kraut, S. Adelung Kopfkohl.

 

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