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Caper bis Capitǟn (Bd. 1, Sp. 1302 bis 1303)
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Artikelverweis Der Caper, des -s, plur. ut nom. sing. ein Anführer eines oder mehrerer Kriegsschiffe, der mit Erlaubniß seines Herren feindliche Schiffe zu erhaschen und aufzubringen suchet, ein privilegirter Seeräuber, Franz. Armateur. Daher das Caper-Schiff, dessen Schiff, welches zuweilen auch nur schlechthin ein Caper genannt wird. Auch diejenigen, auf deren Kosten ein solches Schiff ausgerüstet worden, führen diesen Nahmen, wenn sie sich gleich nicht mit auf dem Schiffe befinden. Aus dem Franz. Capre, welches entweder von dem Latein. capere, oder auch von Cap, ein Vorgebirge, herkommt, weil dergleichen Seeräuber hinter den Caps und Landspitzen auf die vorbey segelnden Schiffe zu lauern pflegen.
 
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Die Caperēy, plur. die -en, die Lebensart, Beschäftigung eines Capers; ohne Plural. Caperey treiben. Auf Caperey auslaufen. Ingleichen einzelne dahin gehörige Handlungen, auch in weiterer Bedeutung, listige Bemächtigung einer fremden Sache.
 
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Capern, verb. reg. act. eigentlich, ein feindliches Schiff aufbringen, so fern solches von einem Caper geschiehet. Das Schiff ist gecapert worden. Auch figürlich, im gemeinen Leben, sich mit List bemächtigen, wo aber das zusammen gesetzte wegcapern üblicher ist.
 
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Capiskraut, S. Adelung Kopfkohl.
 
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Capitāl, adj. et adv. aus dem Latein. Capitalis, welches nur in gewissen Zusammensetzungen üblich ist. 1) Was zu Anfange einer Sache befindlich ist; S. Adelung Capital-Buchstab. 2) Figürlich, im gemeinen Leben, das vorzüglichste in seiner Art. Der Capital-Hirsch, ein Hirsch von acht und mehr Jahren, von besonderm Ansehen und Stärke; ein Haupthirsch. Ein Capital-Schwein, ein Hauptschwein, das wenigstens fünf Jahr alt ist, im Gegensatze der angehenden Schweine. Ein Capital-Verbrechen, ein Hauptverbrechen, welches das Leben verwirket. Ein

[Bd. 1, Sp. 1303]


Capital-Stück, ein vortreffliches Stück; und so im gemeinen Leben in andern Zusammensetzungen mehr.
 
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Das Capitāl, des -es, plur. die -e, Diminut. das Capitǟlchen, des -s, plur. ut nom. sing. aus dem Capitale des mittlern Lateines. 1) Der oberste Theil einer Sache. So wird in der Baukunst, der oberste Theil einer Säule das Capital oder auch wohl das Capitäl genannt; Latein. Capitulum, Capitella, Ital. Capitello. Bey den Buchdruckern sind die Capitale diejenigen Stege, welche bey Zurichtung einer Form oben, und an den Tiegel geleget werden. Bey den Buchbindern ist das Capital oder Capitälchen, der Streif Pergament, oder das Band oben und unten an dem Rücken eines Buches, welches mit Seide oder Zwirn bestochen wird. 2) Eine Summe Geldes, so fern sie dazu bestimmt ist, Gewinn zu bringen, im Gegensatze dieses Gewinnes oder der Interessen; der Hauptstamm, das Hauptgeld, die Hauptsumme, das Hauptgut, der Hauptstuhl, welche Benennungen ehedem üblich waren, und es zum Theil noch sind. Daher heißt eine jede Summe Geldes, welche man auf Zinsen ausleihet, ein Capital. Ich will ihnen ein Capital aussetzen, wovon sie mit Ehren leben können. In dieser Bedeutung lautet der Plural gemeiniglich Capitalien. Viele Capitalien haben, d. i. viel bares Geld ausstehen haben, und in weiterer Bedeutung, viel bares Geld besitzen. Ein todtes Capital, Geld das keinen Gewinn bringt. Auch das Geld, welches in einer Handlung, einer Fabrik, oder einem andern Gewerbe steckt, wird ein Capital genannt; alles in Rücksicht auf den Gewinn, den es bringen soll. In dieser Bedeutung ist das Latein. Capitale schon lange üblich gewesen.
 
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Der Capitāl-Būchstab, des -ens, plur. die -en, eine Art großer Buchstaben, welche zu Anfange der Capitel oder der Abschnitte eines Buches gebraucht werden; Litterae unciales.
 
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Capitālen, verb. reg. act. mit einem Capitale versehen. Ein Buch capitalen, dessen Rücken oben und unten mit einem Streifen Pergamente oder einem Bande beleimen.
 
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Der Capitalíst, des -en, plur. die -en, ein Mann, der viele Capitalien, d. i. viel bares Geld besitzet.
 
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Die Capitāl-Līnie, plur. die -n, im Festungsbaue, die gerade Linie, welche von der Kehle oder dem Polygon Winkel, bis an die Bollwerksspitze gezogen wird; die Hauptlinie, Französ. la Capitale.
 
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Der Capitǟn, des -es, plur. die -e, oder -s. 1) * Ein jeder vornehmer Befehlshaber im Kriege, in welcher Bedeutung noch das Franz. Capitain üblich ist. Im Deutschen hatte es diesen Sinn ehedem auch, denn Opitz gebraucht dieses Wort noch sehr oft von Gott und Christo:
   Der du bist unser Hort du starker Capitein. Und an einem andern Orte:
   Des Davids, deines Knechts, Herr, Meister, Capitein. Doch in dieser Bedeutung ist es im Deutschen veraltet, wo man es 2) nur noch von dem Haupte oder Anführer einer Compagnie Fußvolk oder Dragoner gebraucht, ein Hauptmann; dagegen er bey der Reiterey Rittmeister genannt wird. 3) Ein vornehmer Befehlshaber auf einem Kriegsschiffe. In Frankreich sind auf einem Kriegsschiffe, welches von einem Admirale und Vice-Admirale geführet wird zwey Capitäns. Auf kleinern Kriegesfahrzeugen ist der Capitän der oberste Befehlshaber derselben. Im gemeinen Leben nennt man den Befehlshaber oder Herren eines jeden Kauffahrdeyschiffes gleichfalls einen Capitän oder Schiffs-Capitän.
   Anm. Wir haben dieses Wort aus dem Franz. Capitain, Ital. Capitano, oder mittlern Latein. Capitaneus, welches ehedem den Statthalter einer Provinz andeutete, aber hernach oft

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von einem jeden Aufseher oder Vorgesetzten, besonders bey den Soldaten und der Miliz, gebraucht wurde.

 

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