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2. Die Capếlle bis Caper (Bd. 1, Sp. 1301 bis 1302)
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Artikelverweis  2. Die Capếlle, plur. die -n, in der Chymie und Schmelzkunst, flache Tiegel von Asche und gebrannten Knochen, Silber und Gold darauf abzutreiben. Ein Metall auf die Capelle bringen, es auf der Capelle abtreiben. Eine Capelle schlagen, sie verfertigen. In den Schmelzhütten dienet der Test statt der Capelle, die nur im Kleinen gebraucht wird, obgleich jener auf eben die Art zubereitet wird.
   Anm. Dieses Wort ist aus dem Ital. Copella, oder dem mittlern Latein. Cupella, Cupellus, welche eine Art eines kleinen Trinkgeschirres war, und das Diminut. von Copa, Cupa, Deutsch Kufe, ist. Es sollte also in dieser Bedeutung billig Cupelle, und das Verbum cupelliren heißen, wie diese Wörter auch

[Bd. 1, Sp. 1302]


von einigen, obgleich nur wenigen, wirklich gesprochen und geschrieben werden.
 
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Die Capếllen-Ásche, plur. inus. Asche aus leichtem Holze und reinen Beinen oder Fischgräten, woraus die chymischen Capellen verfertiget werden.
 
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Das Capếllen-Futter, des -s, plur. ut nom. sing. die messingene Form, in welcher eine chymische Capelle geschlagen wird. Sie bestehet aus einem Stämpel, welcher der Mönch, und aus einem Ringe, welcher die Nonne genannt wird.
 
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Das Capếllen-Klar, des -en, plur. inus. ein aus Beinen gebranntes weißes Pulver, womit die chymischen Capellen bestreuet werden, damit das Silber sich nicht anhänge.
 
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Der Capếllen-Schläger, des -s, plur. ut nom. sing. in den Schmelzhütten, ein Arbeiter, welcher die Capellen schläget, oder zubereitet.
 
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Das Capếllen-Silber, des -s, plur. inus. Silber, welches auf der Capelle abgetrieben worden, oder Silber, wie es von der Capelle kommt. In den Schmelzhütten wird es Brandsilber genannt.
 
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1. Capelliren, verb. reg. act. auf der chymischen Capelle abtreiben oder reinigen. Gold, Silber capelliren. S. 2. Capelle.
 
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2. Capelliren, verb. reg. act. bey den Seidenarbeitern, die Enden der von den Seideneyern abgeweisten Sträne aufsuchen und umbinden, zu welchem Ende die Sträne auf das Capellir-Holz gespannet werden. Hier rühret das Wort aus dem Ital. Capo her, welches auch das Ende eines Fadens bedeutet.
 
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Der Capếll-Meister, des -s, plur. ut nom. sing. ein Tonkünstler, welcher die Aufsicht über die musikalische Capelle eines Fürsten hat. S. 1. Capelle 2.
 
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Die Caper, eine Frucht, S. Adelung Kaper.
 
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Der Caper, des -s, plur. ut nom. sing. ein Anführer eines oder mehrerer Kriegsschiffe, der mit Erlaubniß seines Herren feindliche Schiffe zu erhaschen und aufzubringen suchet, ein privilegirter Seeräuber, Franz. Armateur. Daher das Caper-Schiff, dessen Schiff, welches zuweilen auch nur schlechthin ein Caper genannt wird. Auch diejenigen, auf deren Kosten ein solches Schiff ausgerüstet worden, führen diesen Nahmen, wenn sie sich gleich nicht mit auf dem Schiffe befinden. Aus dem Franz. Capre, welches entweder von dem Latein. capere, oder auch von Cap, ein Vorgebirge, herkommt, weil dergleichen Seeräuber hinter den Caps und Landspitzen auf die vorbey segelnden Schiffe zu lauern pflegen.

 

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