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Canōnisch bis Cāp (Bd. 1, Sp. 1299 bis 1300)
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Artikelverweis  Canōnisch, adj. et adv. dem Canon gemäß, in der weitesten Bedeutung dieses Wortes. Die canonischen Bücher der heil. Schrift, welche, als unmittelbar von Gott eingegeben, von dem christlichen Alterthume in das Verzeichniß dieser Bücher getragen worden, im Gegensatze der apokryphischen. Ingleichen, den Regeln und Gesetzen der Kirche gemäß. Das canonische Recht, die Sammlung der von den Päpsten und Concilien gemachten Gesetze. Ein canonisches Leben, welches den Kirchengesetzen gemäß ist. Canonische Strafen, welche die Kirche auflegen kann. Eine canonische Wahl, die den Kirchengesetzen

[Bd. 1, Sp. 1300]


gemäß ist. Die canonische Schreibart, in der Musik, die gebundene.
 
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Canonisiren, verb. reg. act. in der Römischen Kirche, zum Heiligen erklären. Daher die Canonisirung, noch häufiger aber die Canonisatiōn, die feyerliche Handlung, in welcher solches geschiehet, die Canonisations-Bulle u. s. f. Von Canon, so fern dieses Wort auch das Verzeichniß der Heiligen bedeutet, eigentlich, in dieses Verzeichniß eintragen.
 
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Die Canoníssinn, plur. die -en, eine Person weiblichen Geschlechtes, welche eine Präbende besitzet. Man hat so wohl in der Römischen als evangelischen Kirche verschiedene weibliche Stifter, deren Mitglieder diesen Titel führen; z. B. das Stift zu Gandersheim. Dergleichen Stifter werden zuweilen auch Canonīen genannt.
 
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Der Canoníst, des -en, plur. die -en, in der Römischen Kirche, ein Lehrer des canonischen Rechtes.
 
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Die Cantāte, plur. die -n, in der Musik und Poesie, ein Gedicht, welches aus Arien und Recitativen bestehet, und dazu bestimmt ist, daß es gesungen werden soll. Im mittlern Lateine bedeutet Cantata einen jeden Kirchengesang.
 
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Die Cantílle, (sprich Cantilje,) plur. die -n, in den Stickereyen, kleine hohle Röllchen von Gold- und Silberdraht, welche gestickten Sachen das beste Ansehen geben. Perl-Cantillen, welche aus ungeplättetem Drahte verfertiget werden, im Gegensatze der Glanz-Cantillen, wozu der Draht geplättet wird. Daher Cantilliren, Cantillen verfertigen, ingleichen mit Cantillen sticken; der Cantillen-Macher u. s. f. Aus dem Franz. Cantille.
 
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Der Cantón, (sprich Cantong,) des -s, plur. die -s, eine jede Gegend, oder der Theil eines Landes oder einer Stadt, so fern derselbe als ein Ganzes betrachtet wird. Ein Werbe-Canton, diejenige Gegend, welche einem oder mehrern Werbern angewiesen ist. Am häufigsten werden die dreyzehn Schweizer-Republiken, welche zusammen genommen den Schweizerischen Freystaat ausmachen, von den Ausländern Cantons, von ihnen selbst aber Orte und Ortschaften genannt. Wir haben dieses Wort zunächst aus dem Franz. Canton, welches von dem alten Gallischen Cant, ein Kreis, abstammet. Im mittlern Lateine werden Canto und Cantonus gleichfalls schon von einer Gegend gebraucht. In einigen Gegenden lautet dieses Wort die Canton und in andern das Canton.
 
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Cantoniren, verb. reg. neutr. im Kriege, in den Städten und Dörfern einer Gegend ausruhen, aber dabey beysammen bleiben, damit man nicht von dem Feinde überfallen werde; und da ist es so wohl dem Campiren als dem Beziehen der Winterquartiere entgegen gesetzet. Bey dem Cantoniren gehet der Dienst wie im Felde fort; in den Winter-Quartieren hingegen wird er wie in den Garnisonen verrichtet. Die Cantonirungs-Quartiere beziehen. Die Armee cantoniret in Böhmen.
 
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Der Cántor, des -s, oder -is, plur. die Cantōres, (vulg. Cántors,) überhaupt jemand, der der Vocal- und Instrumental-Musik in den Kirchen und Schulen vorgesetzet ist. Aus dem Latein. Cantor; S. des du Fresne Glossar. Daher das Cantorāt, des -es, plur. die -e, die Stelle eines Cantors und dessen Wohnung; die Cantorēy, plur. die -en, zuweilen auch dessen Wohnung, ferner der Ort wo er musikalische Übungen hält, ingleichen an einigen Orten, gewisse von Alters her gestiftete musikalische Gesellschaften, dergleichen eine zu Roßwein ist, von welcher Frisch im Wörterbuche nachgesehen werden kann.
 
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Canzel Canzelleyu. s. f. S. Adelung Kanzel, Kanzelley.
 
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Das Cāp, des -s, plur. die -s, in der Seefahrt, ein Stück Land, welches in das Meer hinein gehet; ein Vorgebirge. Aus dem Franz. Cap, Ital. Capo, Engl. Cape, Span. Cabo, von

[Bd. 1, Sp. 1301]


der Ähnlichkeit mit einem Kopfe. Im Nieders. heißt ein solches Vorgebirge daher auch Höfd, das Haupt.

 

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