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Canārien-Vogel bis Cánnevaß (Bd. 1, Sp. 1297 bis 1298)
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Artikelverweis Der Canārien-Vogel, des -s, plur. die -Vögel, ein Sangvogel von verschiedenen Farben, welchen die neuern Schriftsteller des Naturreiches zu den Sperlingen rechnen; Passer canarius, Kl. Er ist auf den Canarien-Inseln zu Hause, und nistet bey uns nur in Vogelhäusern.
 
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Der Canārien-Zucker, des -s, plur. inus. derjenige Zucker, welcher von den Canarien-Inseln zu uns gebracht, und nach dem Madera-Zucker für den besten gehalten wird.
 
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Der Canáster, des -s, plur. inus. oder der Canáster-Tōbak, des -es, plur. inus. der Nahme desjenigen Rauchtobakes, welcher aus den besten Arten der Tobaks-Plantagen ausgelesen und bereitet, und daher für die beste Art des Rauchtobakes gehalten wird. Der Nahme ist aus dem Spanischen, und bedeutet weiter nichts, als die aus Rohr geflochtenen Kisten, in welchen dieser Tobak aus Amerika gebracht wird. Das Ital. Canestro und Canastrella, und mittlere Latein. Canastellus bedeuten gleichfalls einen solchen Korb. Im gemeinen Leben spricht und schreibt man dieses Wort Knaster.
 
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Die Cancếlle, plur. die -n, in den Orgeln, ein Nahmen oben in der Windlade mit verschiedenen Stäben; aus dem mittlern Latein. Cancellus, welches gleichfalls ein solches Gitterwerk bedeutet.

[Bd. 1, Sp. 1298]



 
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Der Cándel-Zucker, des -s, plur. inus. ein gereinigter Zucker, welchen man stark einsiedet, und hernach in Krystallen an schießen lässet. Weißer Candel-Zucker, welcher aus Canarien Zucker zubereitet wird. Brauner Candel-Zucker, der aus dem St. Thomas-Zucker verfertiget wird. Beyde Arten sind auch unter dem Nahmen des Zucker-Cands bekannt. Cand und Candel ist in beyden Wörtern von dem Verbo candiren, eigentlich candirter Zucker.
 
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Der Candidāt, des -en, plur. die -en, überhaupt ein jeder welcher sich um ein Amt bewirbt; besonders derjenige, welcher auf Beförderung zu einem Predigtamte wartet. Schon in den Zeiten des alten Roms hießen diejenigen Candidati, welche ein obrigkeitliches Amt suchten, weil sie zwey Jahre lang ein weißes Kleid tragen mußten.
 
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Candiren, verb. reg. act. mit Zucker überziehen, in Zucker einmachen, und in weiterer Bedeutung, aus Zucker und Kraftmehl allerley Confect bereiten. Früchte, Citronen-Schalen candiren. Candirter, überzogener, Kalmus. Candirter Ingber u. s. f. Daher der Candīter, des -s, plur. ut nom. sing. der aus dieser Arbeit ein Geschäft macht, welches Wort aber am häufigsten Conditer ausgesprochen wird. S. dasselbe. Wir haben dieses Wort nebst der Sache zunächst aus dem Franz. Candir, und Italiänischen Candire. Aber über dessen Ursprung ist man noch nicht einig. Einige leiten es von candidus ab, weil man weißen Zucker dazu nimmt, und die überzogenen Sachen eine weiße Gestalt dadurch bekommen; andere von dem Arab. El Kendit, Zucker; und noch andere von condire, welches wohl die wahrscheinlichste Meinung ist. S. Conditor.
 
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Der Canēhl, des -es, plur. inus. eine im gemeinen Leben, besonders Niedersachsens, übliche Benennung des Zimmets, oder der Zimmetrinde; aus dem Franz. Canelle, Cannelle, im mittlern Lateine Canella, Ital. Cannella, wodurch schon vor Alters die Zimmetrinde angedeutet wurde, weil sie einem Rohre oder einer Röhre nicht unähnlich siehet, von Canna, Rohr. S. Adelung Zimmet.
 
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Die Canēhl-Kirsche, S. Cornel-Kirsche.
 
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Caninchen, S. Kaninchen.
 
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Der Cánnevaß, des -sses, plur. doch nur von mehrern Arten, die -sse. 1) Eine Art roher ungebleichter flächsener Leinwand, deren man sich zum Unterlegen und Staffiren bey den Kleidern bedienet. Noch mehr aber, 2) ein baumwollenes Gewebe mit erhabenen Streifen, dessen man sich zu verschiedenen Kleidungen bedienet. Daher der Cannevaß-Weber, der diesen Cannevaß verfertiget. In beyden Bedeutungen ist das Wort aus dem Franz. Canevas, woher auch das Engl. Canvass entlehnet ist. Im Ital. heißt dieser Zeug Cannevaccio, Cannevazzo. Schon in den mittlern Zeiten kommen die Nahmen Canabacium, Canevasium u. s. f. vor, eine Art häufenen Zeuges zu bezeichnen, von Cannabis, in dem mittlern Lateine Canaba, Canava, Canapa, Hanf.

 

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