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Canārien-Bástard bis Candidāt (Bd. 1, Sp. 1297 bis 1298)
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Artikelverweis Der Canārien-Bástard, des -es, plur. die -e, bey dem Klein, eine Art Sperlinge, welche einen schwarzen Hals und Kopf, gelben Rücken, schwarzbraune Flügel und Schwanz, eine gelbe Brust und Flügelbedeckung, einen weißen Bauch und schwarze Füße hat; Passer serino affinis. Er stellet den Ameisen nach, und gleicht den Canarien-Vögeln.
 
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Das Canārien-Gras, des -es, plur. inus. eine Art des Glanzgrases; Phalaris canariensis, L. Es ist aus den Canarien-Inseln zu uns gebracht worden. Der Same dieses Grases, welcher unter dem Nahmen des Canarien-Samens bekannt ist, ist die liebste Speise der Canarien-Vögel. Von ihm wird auch das Gras selbst zuweilen Canarien-Same genannt.
 
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Die Canārien-Hêcke, plur. die -n, ein Ort, wo man die Canarien-Vögel hecken und sich vermehren lässet.
 
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Der Canārien-Same, plur. inus. S. Canarien-Gras.
 
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Der Canārien-Sêct, des -es, plur. inus. ein Sect, welcher auf den Canarien-Inseln zubereitet, und von daher zu uns gebracht wird; Palm-Sect, von der Insel Palma, einer der Canarien-Inseln.
 
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Der Canārien-Vogel, des -s, plur. die -Vögel, ein Sangvogel von verschiedenen Farben, welchen die neuern Schriftsteller des Naturreiches zu den Sperlingen rechnen; Passer canarius, Kl. Er ist auf den Canarien-Inseln zu Hause, und nistet bey uns nur in Vogelhäusern.
 
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Der Canārien-Zucker, des -s, plur. inus. derjenige Zucker, welcher von den Canarien-Inseln zu uns gebracht, und nach dem Madera-Zucker für den besten gehalten wird.
 
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Der Canáster, des -s, plur. inus. oder der Canáster-Tōbak, des -es, plur. inus. der Nahme desjenigen Rauchtobakes, welcher aus den besten Arten der Tobaks-Plantagen ausgelesen und bereitet, und daher für die beste Art des Rauchtobakes gehalten wird. Der Nahme ist aus dem Spanischen, und bedeutet weiter nichts, als die aus Rohr geflochtenen Kisten, in welchen dieser Tobak aus Amerika gebracht wird. Das Ital. Canestro und Canastrella, und mittlere Latein. Canastellus bedeuten gleichfalls einen solchen Korb. Im gemeinen Leben spricht und schreibt man dieses Wort Knaster.
 
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Die Cancếlle, plur. die -n, in den Orgeln, ein Nahmen oben in der Windlade mit verschiedenen Stäben; aus dem mittlern Latein. Cancellus, welches gleichfalls ein solches Gitterwerk bedeutet.

[Bd. 1, Sp. 1298]



 
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Der Cándel-Zucker, des -s, plur. inus. ein gereinigter Zucker, welchen man stark einsiedet, und hernach in Krystallen an schießen lässet. Weißer Candel-Zucker, welcher aus Canarien Zucker zubereitet wird. Brauner Candel-Zucker, der aus dem St. Thomas-Zucker verfertiget wird. Beyde Arten sind auch unter dem Nahmen des Zucker-Cands bekannt. Cand und Candel ist in beyden Wörtern von dem Verbo candiren, eigentlich candirter Zucker.
 
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Der Candidāt, des -en, plur. die -en, überhaupt ein jeder welcher sich um ein Amt bewirbt; besonders derjenige, welcher auf Beförderung zu einem Predigtamte wartet. Schon in den Zeiten des alten Roms hießen diejenigen Candidati, welche ein obrigkeitliches Amt suchten, weil sie zwey Jahre lang ein weißes Kleid tragen mußten.

 

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