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Cámpher bis Canārien-Sêct (Bd. 1, Sp. 1296 bis 1297)
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Artikelverweis Der Cámpher, des -s, plur. inus. das weiße, flüchtige, feste Harz des Campher-Baumes, welcher in Japan zu Hause ist. Das Harz, welches bey uns unter dem Nahmen des Camphers bekannt ist, wird aus den Zweigen und Blättern dieses Baumes destilliret, und erst in Holland gereiniget, indem dasjenige Harz, welches von selbst aus dem Baume schwitzet, sehr selten ist. Daher der Campher-Spiritus, ein in Branntwein oder Weingeist aufgelöseter Campher; das Campher-Öhl u. s. f. Der Nahme dieses Harzes ist morgenländisch. Einige leiten ihn von dem Hebr. Copher, und andere von dem Arab. Caphur ab. Bey den heutigen Griechen heißt es καφ##ρα. Im Deutschen hieß es ehedem auch Gaffer.
 
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Die Cámpher-Pflanze, plur. inus. eine Pflanze, welche einen gewürzartigen Geruch, fast wie der Campher, hat, und wovon die eine Art um Montpellier, die andere aber in Italien und der Tatarey wild wächset; Camphorasma, L.
 
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Campiren, verb. reg. neutr. mit haben, im Lager oder im Felde stehen, von Truppen. Aus dem Franz. camper.
 
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Die Canáille, (sprich Canálje,) plur. die -n. 1) Ein niedriges Schimpfwort auf liederliche lasterhafte Leute von der untersten Classe, als ein Collectivum und ohne Plural, in welcher Bedeutung das Franz. Canaille eigentlich von dem niedrigsten Pöbel gebraucht wird. 2) Ein eben so niedriges Schimpfwort auf einzelne, niedrige, lasterhafte und boßhafte Personen. Es ist eine Canaille. Er, oder sie ist eine Canaille. Die Abstammung dieses niedrigen Wortes, welches nunmehr auch der Russe kennet, ist ungewiß. Lipsius leitet es von der ehemahligen Strafe des Hundetragens, andere von Canalicula oder Canalis, einem ehemahligen Orte zu Rom her, wo sich der Pöbel zu versammeln pflegte. Menage erkläret es durch Canalia, eine Kuppel Hunde.
 
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Der Canāl, des -es, plur. die Canäle. 1) Eigentlich, eine jede Röhre oder Rinne, besonders wenn sie für einen flüssigen Körper bestimmt ist. So werden die Röhren zu den Wasserleitungen zuweilen Canäle genannt. Am häufigsten führen diesen Nahmen in die Erde gegrabene Wasserleitungen, welche man Gräben, wenn sie aber eine gewisse Breite und Tiefe haben, lieber Canäle zu nennen pflegt. Der große Canal in Languedock, der das Mittelländische und Atlantische Meer mit einander vereiniget. Einen Canal graben oder ziehen. In noch weiterer Bedeutung werden das Bett eines Flusses, eine Meerenge, die Röhren, in welchen die flüssigen Körper in den Thieren und Pflanzen ihren Umlauf verrichten u. s. f. Canäle genannt. Der Canal bey Constantinopel, die Meerenge bey dieser Stadt. Der Canal schlechthin, ist derjenige schmale Theil des Atlantischen Meeres, welcher England von Frankreich absondert. Die Canäle in den Orgeln, welche den Wind an die Orte leiten, wo er seine Wirkung thun soll u. s. f. 2) Figürlich, im gemeinen Leben, Mittel und Wege eine Absicht zu erreichen. Ich habe einen Canal gefunden, vor ihn zu kommen. Durch diesen Canal wirst du deine Absicht nicht erreichen. Diese Figur

[Bd. 1, Sp. 1297]


stammet ohne Zweifel noch aus den mittlern Zeiten her, wo Canalis auch die Landstraße, ja einen Weg bedeutete. S. des du Fresne Glossar.
   Anm. Dieses Wort ist aus dem Latein. Canalis, aus welchem die Franzosen ihr Canal, und Chenal, die Italiäner ihr Canale, und die Engländer ihr Canal, Channel, Kennel, in gleichen Bedeutungen entlehnet haben. Im Oberdeutschen hat sich dieses Wort dem Deutschen mehr genähert, denn da wird Kännel, Kennel häufig für eine jede Rinne oder Röhre gebraucht. Eine Röhre zur Wasserleitung heißt im Oberdeutschen auch Teuchel. S. auch Graben, Cloak, Röhre, Abzucht, Dohle u. s. f.
 
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Das Canapēh, des -es, plur. die -e, ein breiter zierlicher Stuhl mit einer Rücklehne, worauf mehrere Personen sitzen können, und welcher auch die Stelle eines Ruhebettes vertreten kann; ein Faulbett. Aus dem Franz. Canapé, welches aber in dieser Sprache selbst ein neues Wort seyn soll, dessen Abkunft noch unbekannt ist. Das mittlere Latein. Canapeum bedeutet einen Himmel über ein Bett, welche Bedeutung das Engl. Canopy noch jetzt hat. Ein Canapeh in der heutigen Bedeutung hieß in den spätern Zeiten Roms Bisellium. S. auch Sopha.
 
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Der Canārien-Bástard, des -es, plur. die -e, bey dem Klein, eine Art Sperlinge, welche einen schwarzen Hals und Kopf, gelben Rücken, schwarzbraune Flügel und Schwanz, eine gelbe Brust und Flügelbedeckung, einen weißen Bauch und schwarze Füße hat; Passer serino affinis. Er stellet den Ameisen nach, und gleicht den Canarien-Vögeln.
 
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Das Canārien-Gras, des -es, plur. inus. eine Art des Glanzgrases; Phalaris canariensis, L. Es ist aus den Canarien-Inseln zu uns gebracht worden. Der Same dieses Grases, welcher unter dem Nahmen des Canarien-Samens bekannt ist, ist die liebste Speise der Canarien-Vögel. Von ihm wird auch das Gras selbst zuweilen Canarien-Same genannt.
 
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Die Canārien-Hêcke, plur. die -n, ein Ort, wo man die Canarien-Vögel hecken und sich vermehren lässet.
 
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Der Canārien-Same, plur. inus. S. Canarien-Gras.
 
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Der Canārien-Sêct, des -es, plur. inus. ein Sect, welcher auf den Canarien-Inseln zubereitet, und von daher zu uns gebracht wird; Palm-Sect, von der Insel Palma, einer der Canarien-Inseln.

 

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