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Camerādschaft bis Canáille (Bd. 1, Sp. 1295 bis 1296)
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Artikelverweis Die Camerādschaft, plur. die -en. 1) Die Verbindung unter Cameraden, ohne Plural. Cameradschaft machen, Freundschaft machen, einerley Geschäft gemeinschaftlich verrichten. So machen Soldaten, Handwerksgesellen u. s. f. Cameradschaft, wenn sie mit einander in Gesellschaft reisen, ingleichen, wenn sie in Einem Zimmer wohnen und eine gemeinschaftliche Haushaltung führen. 2) Mehrere Personen selbst, welche mit einander in Verbindung oder Cameradschaft stehen. So nennen sich die an Einem Orte befindlichen Müllerbursche zuweilen eine Cameradschaft, wofür bey andern Handwerkern das Wort Brüderschaft üblicher ist.
 
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Camerāl, ein aus dem spätern Latein. Cameralis entlehntes Beywort, welches nur in gewissen Zusammensetzungen üblich ist, Dinge anzudeuten, welche die Kammer, d. i. die Verwaltung der Einnahme und Ausgabe eines Fürsten, betreffen. Z. B. das Cameral-Wesen, alles was dazu gehöret; die Cameral-Wissenschaft, in weiterer Bedeutung, die Wissenschaft, wie die ganze Einnahme und Ausgabe eines Fürsten klüglich zu verwalten ist; in engerer Bedeutung, da sie von der Finanz- und Rent-Wissenschaft noch unterschieden wird, die Wissenschaft, wie die fürstlichen Domänen und Regalien gehörig genutzet, verbessert und angewendet werden.
 
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Camille, S. Adelung Kamille.
 
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Camin, S. Adelung Kamin.
 
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Camisol, S. Adelung Kamisol.
 
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Die Campágne, (sprich Campánje,) plur. die -n, aus dem Franz. Campagne; ein Feldzug, besonders in Rücksicht auf die dazu bequeme Jahreszeit. Eine Campagne machen, einen Feldzug unternehmen. Eine Winter-Campagne, ein Feldzug im

[Bd. 1, Sp. 1296]


Winter. Das Franz. Campagne bedeutet eigentlich ebenes Land, und dann die Jahreszeit, da die Truppen im Felde bleiben können.
 
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Das Campéche-Holz, (sprich Campésche-Holz,) des -es, plur. inus. das Holz eines Amerikanischen Baumes, welches zu sehr vielen Farben gebraucht und auch Blauholz genannt wird. Es kommt von einem Baume, welchen Linné Haematoxylum nennet, von der Insel und der Stadt Campeche, davon es auch den Nahmen hat, und wird im gemeinen Leben sehr oft mit dem Brasilien-Holze und Fernambuck-Holze verwechselt.
 
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Der Cámpher, des -s, plur. inus. das weiße, flüchtige, feste Harz des Campher-Baumes, welcher in Japan zu Hause ist. Das Harz, welches bey uns unter dem Nahmen des Camphers bekannt ist, wird aus den Zweigen und Blättern dieses Baumes destilliret, und erst in Holland gereiniget, indem dasjenige Harz, welches von selbst aus dem Baume schwitzet, sehr selten ist. Daher der Campher-Spiritus, ein in Branntwein oder Weingeist aufgelöseter Campher; das Campher-Öhl u. s. f. Der Nahme dieses Harzes ist morgenländisch. Einige leiten ihn von dem Hebr. Copher, und andere von dem Arab. Caphur ab. Bey den heutigen Griechen heißt es καφ##ρα. Im Deutschen hieß es ehedem auch Gaffer.
 
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Die Cámpher-Pflanze, plur. inus. eine Pflanze, welche einen gewürzartigen Geruch, fast wie der Campher, hat, und wovon die eine Art um Montpellier, die andere aber in Italien und der Tatarey wild wächset; Camphorasma, L.
 
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Campiren, verb. reg. neutr. mit haben, im Lager oder im Felde stehen, von Truppen. Aus dem Franz. camper.
 
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Die Canáille, (sprich Canálje,) plur. die -n. 1) Ein niedriges Schimpfwort auf liederliche lasterhafte Leute von der untersten Classe, als ein Collectivum und ohne Plural, in welcher Bedeutung das Franz. Canaille eigentlich von dem niedrigsten Pöbel gebraucht wird. 2) Ein eben so niedriges Schimpfwort auf einzelne, niedrige, lasterhafte und boßhafte Personen. Es ist eine Canaille. Er, oder sie ist eine Canaille. Die Abstammung dieses niedrigen Wortes, welches nunmehr auch der Russe kennet, ist ungewiß. Lipsius leitet es von der ehemahligen Strafe des Hundetragens, andere von Canalicula oder Canalis, einem ehemahligen Orte zu Rom her, wo sich der Pöbel zu versammeln pflegte. Menage erkläret es durch Canalia, eine Kuppel Hunde.

 

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