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Calviníst bis Camisol (Bd. 1, Sp. 1294 bis 1295)
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Artikelverweis Der Calviníst, des -en, plur. die -en, eine Benennung der Reformirten, von dem Johanne Calvino, ihrem Stifter, welche aber als eine Beleidigung von ihnen angesehen, und daher in der gemäßigten Schreib- und Sprechart nicht mehr gebraucht wird. So auch Calvinístisch, oder Calvīnisch, mit der Lehre Calvini überein stimmend, darin gegründet.
 
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Der Camaldulệnser, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Mönche in der Römischen Kirche, welche der Regel des heil. Benedicts folgen, weiß gekleidet gehen, und von dem heil. Romuald um das Jahr 1009 gestiftet worden. Sie sollen den Nahmen von ihrem ersten Kloster Camaldoli haben, welches Romuald in einer fürchterlichen Einsamkeit auf den Apenninen im Florentinischen bauete.
 
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Die Camásche, plur. die -n, eine Art Strümpfe ohne Socken, welche über andere Strümpfe getragen, und entweder übergestreift, oder an der Seite mit Camaschen-Knöpfen zugeknöpfet werden; in einigen Gegenden Stiefeletten. Aus dem Franz. Camache, und dieß aus dem mittlern Latein. Camasus.
 
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Der Camēe, des -s, plur. die -n, oder der Cameh, des -es, plur. die -en, eigentlich ein geschnittener Stein, welcher zwey Schichten von verschiedener Farbe hat, deren eine die erhabene Figur geworden, die andere aber der Grund derselben ist. Weil gemeiniglich Onyxe dazu genommen wurden, so wer- den in weiterer Bedeutung erhaben geschnittene Onyxe, und in noch weiterer alle erhaben geschnittene kostbare Steine Cameen genannt.
   Anm. Der Nahme ist aus dem Ital. Cameo. Im Franz. lautet er Camayeu. Der Ursprung dieser Benennung ist noch

[Bd. 1, Sp. 1295]


ungewiß. Im mittlern Lateine wird ein solcher geschnittener Stein schon im deryzehenten und vierzehenten Jahrhunderte Camaeus, Camahutus und Camahelus genannt.
 
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Der Camelótt, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eigentlich ein dicht gewirkter Zeug aus Kamehl- oder Ziegenhaaren, und in weiterer Bedeutung auch ein nach Art des Camelottes gewirkter wollener Zeug. Der Nahme ist aus dem Ital. Camelotto, und Franz. Camelot. Weil dieser Zeug in beyden Sprachen auch Ciambellotto und Chamelot lautet, so wurde er im Deutschen ehedem auch Schamlot genannt, wie in einigen Gegenden noch jetzt geschiehet. Im Engl. heißt er Chamlet und Camelot, im Böhm. Shamlat. Dieser Zeug und dessen Nahme ist alt; denn schon in den mittlern Zeiten war er unter den Nahmen Camallotum, Cambellinus, Camelotum, Camelinus u. s. f. bekannt. Er wurde nicht eigentlich aus Kamehlhaaren, sondern aus Ziegenhaaren verfertiget; denn eine Art Ziegen wurde ehedem auch Camelus genannt, wie sie denn noch im Franz. Chamois heißen. S. Adelung Kamehlhaar und Gems.
 
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Der Cámerad, des -s, plur. die Camerāden, im gemeinen Leben, ein Stubengesell, und in weiterer Bedeutung, ein jeder, welcher mit dem andern gleiche Hantierung und Lebensart hat. Besonders pflegen sich Soldaten, Lackeyen, Handwerksgesellen, Schüler u. s. f. mit dieser Benennung zu belegen.
   Anm. Wir haben dieses Wort aus dem Ital. Camerata, und Franz. Camarade angenommen, ob es gleich eigentlich Deutschen Ursprunges ist, und von Kammer herkommt. Es bedeutete anfänglich Soldaten, welche mit einander in Einer Kammer wohnen, und die man ehedem auch mit einem mehr Deutschen Worte Stallbrüder, Stallgesellen nannte. In Niedersachsen ist dafür das Wort Maat, Maatse, üblich, Engl. Mate. S. auch Compagnie. Zu Carls des Großen Zeiten bedeutete Camaradum ein hölzernes Gewölbe, und die neuern Griechen gebrauchen καμαρδον für ein Gezelt.
 
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Die Camerādschaft, plur. die -en. 1) Die Verbindung unter Cameraden, ohne Plural. Cameradschaft machen, Freundschaft machen, einerley Geschäft gemeinschaftlich verrichten. So machen Soldaten, Handwerksgesellen u. s. f. Cameradschaft, wenn sie mit einander in Gesellschaft reisen, ingleichen, wenn sie in Einem Zimmer wohnen und eine gemeinschaftliche Haushaltung führen. 2) Mehrere Personen selbst, welche mit einander in Verbindung oder Cameradschaft stehen. So nennen sich die an Einem Orte befindlichen Müllerbursche zuweilen eine Cameradschaft, wofür bey andern Handwerkern das Wort Brüderschaft üblicher ist.
 
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Camerāl, ein aus dem spätern Latein. Cameralis entlehntes Beywort, welches nur in gewissen Zusammensetzungen üblich ist, Dinge anzudeuten, welche die Kammer, d. i. die Verwaltung der Einnahme und Ausgabe eines Fürsten, betreffen. Z. B. das Cameral-Wesen, alles was dazu gehöret; die Cameral-Wissenschaft, in weiterer Bedeutung, die Wissenschaft, wie die ganze Einnahme und Ausgabe eines Fürsten klüglich zu verwalten ist; in engerer Bedeutung, da sie von der Finanz- und Rent-Wissenschaft noch unterschieden wird, die Wissenschaft, wie die fürstlichen Domänen und Regalien gehörig genutzet, verbessert und angewendet werden.
 
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Camille, S. Adelung Kamille.
 
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Camin, S. Adelung Kamin.
 
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Camisol, S. Adelung Kamisol.

 

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