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Calesche bis Camelótt (Bd. 1, Sp. 1293 bis 1295)
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Artikelverweis  Calesche, S. Adelung Kalesche.
 
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Calfatern, S. Adelung Kalfatern.
 
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Der Calīber, des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches in verschiedenen Künsten und Handwerken sehr oft vorkommt, und

[Bd. 1, Sp. 1294]


theils eine gewisse Dicke und deren Maß, theils aber auch ein Werkzeug bedeutet. 1) Im ersten Falle wird es in der Geschützkunst von dem Durchschnitte der Ründung und der Weite eines Feuergewehres, und von dem Durchschnitte der Kugel gebraucht, und alsdann ist es zugleich das Maß, nach welchem alles übrige an einem Geschütze seine verhältnißmäßige Größe bekommen muß. Eine Kanone, ein Geschütz von einem großen Caliber, welches eine weite Seele hat, und daher eine große Kugel schießt. Daher, der Caliber-Stock, des -es, plur. die -Stöcke, ein Maßstab, nach welchem man die zu einem jeden Stücke gehörigen Kugeln finden und bestimmen kann; Calibriren, verb. reg. act. mit dem Caliber-Stocke oder auf andere Art das Maß der Mündung eines Stückes, oder den Durchmesser einer Kugel finden. In der Baukunst wird das Wort von der Dicke der Säulen gebraucht. Säulen von gleichem Caliber, welche einerley Dicke haben. 2) In andern Fällen dienet dieses Wort auch zur Bezeichnung eines Werkzeuges. Bey den Büchsenmachern ist der Caliber eine starke stählerne Platte mit Feilenhieben auf einer der breiten Seiten, die unterste Fläche des Schraubenkopfes derjenigen Schraube welche den Hahn am Schloßbleche befestiget, damit zu glätten und zu ebenen. In der Stuccatur-Arbeit ist es ein ausgeschnittenes Blech oder Bret, wornach die Gypsgesimse gezogen und gebildet werden. Ja bey vielen Handwerkern heißt überhaupt ein jedes Modell ein Caliber.
   Anm. Wir haben dieses Wort aus dem Französ. Calibre. Dessen Abstammung ist noch unbekannt. Menage leitet es von aequilibrium, Herdelot aber von dem Arabischen Calib, ein Modell, her.
 
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Calmäuser, S. Adelung Kalmäuser.
 
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Calmus, S. Adelung Kalmus.
 
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Die Calvílle, plur. die -n, aus dem Franz. Calville; eine Art gerippter und eckiger Äpfel mit hervor stehenden Kanten, deren man mehrere Arten hat; Sommer-Calvillen, Herbst-Calvillen u. s. f.
 
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Der Calviníst, des -en, plur. die -en, eine Benennung der Reformirten, von dem Johanne Calvino, ihrem Stifter, welche aber als eine Beleidigung von ihnen angesehen, und daher in der gemäßigten Schreib- und Sprechart nicht mehr gebraucht wird. So auch Calvinístisch, oder Calvīnisch, mit der Lehre Calvini überein stimmend, darin gegründet.
 
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Der Camaldulệnser, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Mönche in der Römischen Kirche, welche der Regel des heil. Benedicts folgen, weiß gekleidet gehen, und von dem heil. Romuald um das Jahr 1009 gestiftet worden. Sie sollen den Nahmen von ihrem ersten Kloster Camaldoli haben, welches Romuald in einer fürchterlichen Einsamkeit auf den Apenninen im Florentinischen bauete.
 
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Die Camásche, plur. die -n, eine Art Strümpfe ohne Socken, welche über andere Strümpfe getragen, und entweder übergestreift, oder an der Seite mit Camaschen-Knöpfen zugeknöpfet werden; in einigen Gegenden Stiefeletten. Aus dem Franz. Camache, und dieß aus dem mittlern Latein. Camasus.
 
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Der Camēe, des -s, plur. die -n, oder der Cameh, des -es, plur. die -en, eigentlich ein geschnittener Stein, welcher zwey Schichten von verschiedener Farbe hat, deren eine die erhabene Figur geworden, die andere aber der Grund derselben ist. Weil gemeiniglich Onyxe dazu genommen wurden, so wer- den in weiterer Bedeutung erhaben geschnittene Onyxe, und in noch weiterer alle erhaben geschnittene kostbare Steine Cameen genannt.
   Anm. Der Nahme ist aus dem Ital. Cameo. Im Franz. lautet er Camayeu. Der Ursprung dieser Benennung ist noch

[Bd. 1, Sp. 1295]


ungewiß. Im mittlern Lateine wird ein solcher geschnittener Stein schon im deryzehenten und vierzehenten Jahrhunderte Camaeus, Camahutus und Camahelus genannt.
 
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Der Camelótt, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eigentlich ein dicht gewirkter Zeug aus Kamehl- oder Ziegenhaaren, und in weiterer Bedeutung auch ein nach Art des Camelottes gewirkter wollener Zeug. Der Nahme ist aus dem Ital. Camelotto, und Franz. Camelot. Weil dieser Zeug in beyden Sprachen auch Ciambellotto und Chamelot lautet, so wurde er im Deutschen ehedem auch Schamlot genannt, wie in einigen Gegenden noch jetzt geschiehet. Im Engl. heißt er Chamlet und Camelot, im Böhm. Shamlat. Dieser Zeug und dessen Nahme ist alt; denn schon in den mittlern Zeiten war er unter den Nahmen Camallotum, Cambellinus, Camelotum, Camelinus u. s. f. bekannt. Er wurde nicht eigentlich aus Kamehlhaaren, sondern aus Ziegenhaaren verfertiget; denn eine Art Ziegen wurde ehedem auch Camelus genannt, wie sie denn noch im Franz. Chamois heißen. S. Adelung Kamehlhaar und Gems.

 

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