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Cafiller bis Calecūt (Bd. 1, Sp. 1292 bis 1293)
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Artikelverweis  Cafiller, S. Adelung Kafiller.
 
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Der Cáftan, des -es, plur. die -e, ein langer weiter Oberrock ohne Falten, dergleichen die Türken und übrigen Morgenländer zu tragen, und als Geschenke auszutheilen pflegen. In Deutschland führet diesen Nahmen zuweilen auch ein leichter Überwurf, der mit einem Leibe und engen Ärmeln versehen ist, dessen sich die Mannspersonen um der Bequemlichkeit willen statt eines Schlafrockes bedienen. In einigen Gegenden lautet dieses Wort auch Caster.
   Anm. Es ist wohl kein Zweifel, daß wir dieses Wort von den Italiänern bekommen haben, bey denen Caffetano, Caftano, in gleicher Bedeutung üblich ist, eine Art Kleidung zu bezeichnen, die sie mit dem Nahmen zugleich aus der Levante eingeführet haben. Indessen kommen Cabanus und Capa in den mittlern Zeiten schon von einer ähnlichen Kleidung vor. Das Schwedische Kåfta, Böhmische Kaftank, und Pohlnische Kaftan, haben wohl auch keinen andern Ursprung, ungeachtet Herr Ihre das erstere entweder von Capa, oder von dem Griech. καππατια ableitet. S. Adelung Kappe.
 
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Cajüte, S. Adelung Kajüte.
 
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Der Calamánk, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein wollener ein- oder mehrfärbiger Zeug, welcher aber doch mehr gestreift als geblümt ist. Daher ćalamanken, das Bey- und Nebenwort, von Calamank. Der geblümte Calamank auf Damastark ist jetzt unter dem Nahmen des wollenen Damastes am bekanntesten.
   Anm. Im mittlern Lateine kommt Calamaucus für eine aus Kamehlhaaren verfertigte Art der Hüte oder Mützen mehrmals

[Bd. 1, Sp. 1293]


vor, welches durch Versetzung aus Camelaucus entstanden ist, welches in eben derselben Bedeutung vorkommt. S. des du Fresne Glossar. bey dem Worte Camelaucus. Vermuthlich ist hieraus das Franz. Calamanque entstanden, weil man diesen Zeug anfänglich aus Kamehl- oder Ziegenhaaren webte. Man hat in der Handlung noch eine andere Art Zeuge, welche Calamande, Calamandre, oder Calmandar genannt wird, sehr glänzend ist, einen Faden hat, der kreuzweise gehet, und gemeiniglich ganz von Wolle gemacht wird, die man aber auch oft mit Seide und Ziegenhaaren zu vermengen pflegt. Diese Art Zeug ist in den Niederlanden und Frankreich sehr bekannt. S. auch Camelot.
 
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Caland, S. Adelung Kaland.
 
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Der Calander, S. Adelung Galander.
 
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Der Calcánt, des -en, plur. die -en, aus dem Latein. calcare, bey den Orgeln, derjenige, welcher die Blasebälge tritt; der Orgeltreter, Bälgentreter. Daher das Calcanten Glöcklein, womit der Organist demselben die ihm nöthigen Zeichen gibt.
 
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Calciniren, verb. reg. act. aus dem Lat. calcinare, durch das Feuer, und in weiterer Bedeutung auch, durch eine fressende Säure seiner brennbaren Theile berauben, und in Kalk oder in ein feines Pulver verwandeln; verkalken. Bley, Eyerschalen, Steine u. s. f. calciniren. Daher die Calcination, diese Verrichtung; die Verkalkung.
 
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Calculiren, verb. reg. act. aus dem spätern Latein. calculare, berechnen, im gemeinen Leben. Etwas calculiren. Daher der Calculator, dem die Berechnung einer Sache aufgetragen ist.
 
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Caldaunen, S. Adelung Kaldaunen.
 
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Calecūt, der eigenthümliche Nahme eines Reiches in Ostindien. Daher der Calecutt, des -en, plur. die -en, oder der Calecutische Hahn, die Calecutische Henne, Calecutische Hühner, eine Art großer Hühner, deren Hahn viele Stücke Fleisch am Kopfe herunter hängen hat; Meleagris L. Gemeiniglich glaubt man, daß sie aus dem Ostindischen Reiche Calecut zu uns gekommen sind, daher man sie von dessen Nahmen auch Calecuten, Calecuter, und nach verderbten Aussprachen Kutschhühner, in Niedersachsen Kalkun, Dän. Kalkun, Holländ. Kalkoen, ingleichen Indianische Hühner, und in Oberdeutschland Indianen zu nennen pflegt. Ehedem glaubte man, daß sie aus Afrika herstammeten, daher sie bey dem Martial Numidicae guttat e, und im mittlern Lateine Afrae und Africanae heißen. Allein Salmasins behauptet, daß sie aus keinem von beyden Ländern sind, weil sie in Böotien und Griechenland wild angetroffen werden, und nur um deßwillen Indianische Hühner heißen, weil man ehedem alles, was über die See kam, Indianisch zu nennen pflegte. Herr Klein lässet sie gar erst aus Amerika kommen, und führet zum Beweise seines Satzes viele Stellen aus Reisebyschreibern an. In einer derselben behauptet Chardin, daß sie in Ostindien gar nicht angetroffen würden. Dem sey wie ihm wolle, so werden sie bey uns auch Türkische Hühner, Wälsche Hühner, weil wir sie zunächst aus Wälschland bekommen haben, Truten, Truthühner, in Oberdeutschland Grutten, in Niedersachsen Puter, Puterhahn, Puterhuhn, Engl. Turkeypout, Schruten, Schruuthahn, Schrunthahn und Kuhnen, in Preußen Kurren genannt; alles als eine Nachahmung ihres natürlichen Geschreyes.

 

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