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Buttern bis Buttertopf (Bd. 1, Sp. 1284 bis 1285)
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Artikelverweis  Buttern, verb. reg. neutr. mit haben. 1. Durch beständige Bewegung der Sahne Butter hervor bringen. Die Magd buttert. Wir werden morgen buttern. 2. Zur Butter werden. Wenn man Zucker in das Butterfaß wirft, so buttert die Sahne nicht. Daher auch die figürliche niedrige Art des Ausdruckes, es will nicht buttern, es will mit der Sache nicht fort.
   Anm. Im Nieders. lautet dieses Wort bottern. Wenn Butter von batten, schlagen, oder butten, stoßen, abstammete, so würde buttern füglich das Frequentativum von einem dieser Zeitwörter seyn können; denn es ist bekannt, daß Buttern nichts anders ist, als ein wiederhohltes Stoßen oder Schlagen. Die Niedersächsische und die mit ihr verwandten Mundarten haben noch ein anderes Wort, diese Verrichtung zu benennen, welches karnen lautet, im Dän. klärne, im Schwed. kerno, im Angels. cernan, im Holländ. kernen, im Engl. to churn, im Finnischen kirna. Daher heißt ein Butterfaß im Nieders. Karne, im Angels. Cerene, im Engl. Churn oder Chern, im Holländ. Kern, im Schwed. Kerna, und im Esthnischen Kirnu. Skinner leitet dieses Wort von cernere, abscheiden, her, Junius von κιρναω, mischen, Wachter von einem gewissen alten curo, schlagen, und Ihre von Quern, eine Mühle, und Quirl. Aber man kann hier immer bey dem bekannten Worte Kern stehen bleiben, indem die Butter doch nichts anders ist, als der Kern der Milch.
 
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Das Butteröhl, des -es, plur. inus. in den Apotheken, ein aus Butter und Ziegelmehl destillirtes Öhl.
 
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Die Butterrolle, plur. die -n, in der Landwirthschaft, eine Rolle, oder hölzerne Maschine, wo man durch Hin- und Wiederschieben eines an einer Welle befestigten Schwängels den Butterstängel auf und niederziehen, und also Butter verfertigen kann.
 
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Die Butterschminke, plur. inus. ein Nahme des Orlean, weil man damit die Butter zu färben pflegt.
 
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Die Butterschnitte, plur. die -n, S. Adelung Butterbämme.
 
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Der Butterstämpel, des -s, plur. ut nom. sing. der Stämpel oder Stiel mit einer runden, starken, durchlöcherten Scheibe am Ende, womit die Sahne auf und niedergestoßen und dadurch die Butter aus derselben geschieden wird; der Butterstiel, Buttersterl.
 
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Der Bútterstêcher, des -s, plur. ut nom. sing. ein vorn mit Zähnen versehener gerippter Spatel, die Butter in Gestalt dünner Blätter aus einem Fasse heraus zu stechen.
 
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Die Butterstolle, plur. die -n. 1) An einigen Orten eine Butterbämme. 2) Ein Gebackenes, worauf man Butter streicht, wenn es aus dem Ofen kommt. 3) Ein Gebackenes von Weitzenmehl, Eyern, Butter und Hefen, in Gestalt einer Stolle. Wird der Teig geflochten, so heißt es ein Butterzopf.
 
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Der Butterstriezel, plur. die -n. 1) Ein in eine längliche Gestalt wie eine Striezel gebrachtes Stück Butter. 2) In

[Bd. 1, Sp. 1285]


Oberdeutschland, Striezel, welche aus einem Butterteige gebacken werden. S. Striezel.
 
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Der Butterteig, des -es, plur. inus. ein mit vieler Butter durchgearbeiteter Teig, der zu dem Buttergebackenen, Pasteten u. s. f. gebraucht wird.
 
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Der Buttertopf, des -es, plur. die -töpfe, ein irdener unglasurter Topf, Butter darin aufzubehalten.

 

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