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Butterbirn bis Buttergebacken (Bd. 1, Sp. 1283)
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Artikelverweis Die Butterbirn, plur. die -en, eine Art Birnen, welche so weich und saftig wie Butter sind, und im Munde beynahe von sich selbst zerfließen; im Oberdeutschen Schmalzbirn. Man hat zwey Arten derselben, die weiße und graue. Engl. the Pear beurre. Franz. Poire beurrée blanche und grise, kürzer Beurré blanc und Beurré gris, welche Nahmen auch im Deutschen üblich sind.
 
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Die Butterblume, plur. die -n, eine im gemeinen Leben übliche Benennung verschiedener gelber Blumen und deren Pflanzen, mit welchen man die Butter gelb zu färben pflegt, oder von welchen die Butter gelb werden soll, wenn die Kühe sie fressen. 1) Des Löwenzahnes, oder der Dotterblume; Leontodon Taraxacum, L. S. Adelung Dotterblume. 2) Eine Art des Hahnenfußes, welche in den Wäldern und an den Zäunen wächset; Ranunculus foliis radicalibus reniformibus, crenatis, incisis, caulinis, digitatis, linearibus, caule multifloro, L. 3) Der Caltha, L. welche gleichfalls Dotterblume genannt wird. S. dieses Wort. Alle diese Pflanzen werden um der angeführten Ursache willen auch Schmalzblumen genannt.
 
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Der Butterbohrer, des -s, plur. ut nom. sing. ein Bohrer, ein Faß mit Butter anzubohren, und etwas Butter zur Probe damit heraus zu hohlen.
 
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Die Butterbräzel, plur. die -n, ein von Butterteige verfertigtes Gebäck in Gestalt einer Bräzel; Nieders. Butterkringel.
 
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Der Butterbrief, des -es, plur. die -e, in der Römischen Kirche eine Urkunde hoher oder niedriger Geistlichen, worin Erlaubniß ertheilet wird, in der Fasten Butter zu essen.
 
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Das Butterbrot, des -es, plur. die -e. 1) S. Adelung Butterbämme. 2) Ein Butterbrot werfen, ein Spiel der Kinder in Niedersachsen und Preußen, da sie Scherben oder platte Steine nach einem spitzigen Winkel auf die Oberfläche des Wassers werfen, so daß sie einige Mahl nach einander davon abspringen; in andern Nieders. Gegenden Püttchen smiten, in Bremen schirken, in Lübeck bleyern. Es war schon den Griechen bekannt, und unter den Lateinern hat es Minutius Felix beschrieben.
 
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Die Butterbrühe, plur. von mehrern Arten, die -n, in den Küchen, eine Brühe, in welcher die Butter der vornehmste Bestandtheil ist.
 
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Die Butterbüchse, plur. die -n, eine Büchse, oder ein ihr ähnliches Gefäß, in welches die Butter zum Verspeisen aufbehalten wird.
 
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Das Bútterfáß, des -sses, plur. die -fässer, in der Haushaltung ein hohes Faß, in welchem die Butter aus der Sahne geschieden wird; an einigen Orten ein Rührfaß, im Nieders. Karns, S. Adelung Buttern.
 
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Die Butterfliege, plur. die -n, eine besonders in Niedersachsen übliche Benennung der Schmetterlinge, besonders der großen weißen Art derselben, welche nach der Milch und Butter lüstern sind, daher sie auch Buttervögel, Molkendiebe, Molkenteller, Milchdiebe u. s. f. heißen. Holl. Bodervliege, Angels. Botturfleoge, Engl. Butterfly. Skinner glaubt, daß sie diesen Nahmen von dem feinen Staube an den Flügeln haben, welcher dem Gefühle so glatt und schmierig wie Butter vorkommt.
 
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Buttergebacken, adj. et adv. welches doch nur als ein Substantiv üblich ist. Das Buttergebackene, oder Buttergebackenes, Backwerk oder Kuchen, wozu der Teig mit heißer Butter angemacht, oder mit vieler Butter vermenget wird.

[Bd. 1, Sp. 1284]


 

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