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Büttelēy bis Butterblume (Bd. 1, Sp. 1281 bis 1283)
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Artikelverweis Die Büttelēy, plur. die -en, im gemeinen Leben einiger Orte, das öffentliche Gefängniß, weil es gemeiniglich unter der Aufsicht des Büttels oder Gerichtsdieners stehet, der ehedem auch seine Wohnung daselbst hatte.
 
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Die Buttelhiefe, plur. die -n, eine Niedersächsische Benennung der Früchte des Hagebuttenstrauches. S. Adelung Hagebutte.
 
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Die Buttelnase, plur. die -n, in den Niedersächsischen Gegenden, der Nahme einer Art dreyzehiger Patschfüße, welche so groß als eine Änte ist, und einen kurzen dreyeckigen Schnabel hat; Plautus arcticus, Kl. Engl. Bottle-nose. Er hat den Nahmen von dem Nieders. butt, stumpf, wegen seines stumpfen Schnabels. S. 2 Butte. Wegen seiner weißen Backen wird er auch Weißback genannt.
 
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Die Buttelrose, plur. die -n, S. Adelung Hagebutte.

[Bd. 1, Sp. 1282]



 
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Der Buttenkorb, plur. die -körbe, in den Salzwerken, ein Korb in Gestalt einer Butte, in welchen man das gekochte Salz aus dem Kessel thut.
 
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Der Buttenträger, des -s, plur. ut nom. sing. gemeine Krämer, welche ihre Waaren auf dem Lande in Butten hausiren tragen; Reffträger, Tabulett-Träger.
 
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Die Butter, plur. car. 1) Eigentlich, das aus der Milch besonders des Rind- und Schafviehes geschiedene Fett. Frische Butter. Gesalzene, ungesalzene Butter. Ausgelassene, ausgeschmelzte Butter, welche geschmelzet und von dem Salze geschieden worden. Er besteht wie Butter an der Sonne, in einer niedrigen Figur, er steht beschämt da, kann nichts zu seiner Entschuldigung vorbringen. 2) Wegen einiger Ähnlichkeit nennet man in der Chymie auch diejenige schmierige Substanz eine Butter, welche man erhält, wenn man ein Metall oder Halbmetall mit einem corrosiven Sublimate in einer Retorte destilliret. Daher Bleybutter, Spießglasbutter u. s. f.
   Anm. Dieses alte Wort lautet im Nieders. Botter, im Holländ. Boter, im Angels. Butere, im Engl. Butter, im Lat. Butyrum, im Ital. Butiro, Burro, und im Franz. Beurre. Allem Ansehen nach haben unsere Vorfahren dieses Wort mit der Sache selbst aus ihren ehemahligen Wohnsitzen, der heutigen Tatarey gebracht, denn schon Hippokrat versichert, daß β##τυρος bey den damahligen Scythen Butter bedeutet habe. Vermuthlich haben es die Griechen auch daher erhalten; ob es aber, wie Plinius behauptet, von β##, eine Kuh, und τυρος, coagulum, herstammet, muß man freylich dahin gestellet seyn lassen. So viel ist doch gewiß, daß die heutigen Tatarn mit Weglassung der ersten Sylbe, Thur, für Butter sagen. Brauchte man für Butter ein Deutsches Stammwort, so würde sich das alte batten, schlagen, (S. 3. Beutel) oder butten, stoßen, vielleicht nicht uneben hierher schicken, weil doch die Butter durch Schlagen oder Rütteln von der Milch geschieden wird. S. Buttern.
   Im Hochdeutschen ist das weibliche Geschlecht dieses Wortes allgemein. Allein im Oberdeutschen ist es männlichen Geschlechtes, der Butter, und in einigen Gegenden sagt man auch das Butter. In beyden Fällen sind schon die Griechen mit ihrem β##τυρος und β##τυρον voran gegangen.
   Kero nennet die Butter Anka, welches, dem Wachter zu Folge, aus Unguentum zusammen gezogen seyn soll. Noch jetzt bedeutet am Oberrheine und in der Schweiz der Anken oder die Anke ausgelassene Butter. In einem 1482 in Oberdeutschland gedruckten Vocabulario heißt es: Puter, Milichschmalz, Ancke; und an einem andern Orte: Ancke, sagimen oder ungeleuterte Butter. Kuhschmer ist ein anderes altes Wort, welches unter andern auch in Lipsii Glossen für Butter gefunden wird. Eingemachte, oder ungesalzene, oder ausgeschmelzte Butter heißt in Oberdeutschland Schmalz, und in Obersachsen Schmelzbutter.
 
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Der Butterampfer, S. Adelung Buchampfer.
 
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Die Butterbämme, plur. die -n, im gemeinen Leben, ein mit Butter bestrichenes Stück Brot; eine Butterschnitte, in Niedersachsen ein Butterbrot, an andern Orten eine Butterstolle. Weil eine solche Butterbämme im Franz. Bouteram, und im Holländ. Boteram heißt, so leiten Schilter und Menage das Deutsche von diesen her, allein in diesem ist die letzte Hälfte unstreitig unser Deutsches Rahm. S. dieses Wort. Frisch hat den wunderlichen Einfall, das Wort Bämme komme von bammen, dem Schalle einer Glocke her, und man habe eine Butterschnitte im Scherze mit einer Glocke verglichen. Durch solche Ableitungen kann man aus einem jeden Worte machen, was man nur will. Warum fiel ihm nicht das Griech. βαμμα ein, wovon schon Apulejus und Columella bambatus für intinctus haben.

[Bd. 1, Sp. 1283]


Vermuthlich stammet das Deutsche Bämme mit dem Griech. βαμμα aus einer gemeinschaftlichen ältern Quelle her. In Franken heißt eine Butterbämme eine Butterweiche, welches mit jenem einerley Bedeutung hat. S. auch Pomade.
 
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Die Butterbirn, plur. die -en, eine Art Birnen, welche so weich und saftig wie Butter sind, und im Munde beynahe von sich selbst zerfließen; im Oberdeutschen Schmalzbirn. Man hat zwey Arten derselben, die weiße und graue. Engl. the Pear beurre. Franz. Poire beurrée blanche und grise, kürzer Beurré blanc und Beurré gris, welche Nahmen auch im Deutschen üblich sind.
 
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Die Butterblume, plur. die -n, eine im gemeinen Leben übliche Benennung verschiedener gelber Blumen und deren Pflanzen, mit welchen man die Butter gelb zu färben pflegt, oder von welchen die Butter gelb werden soll, wenn die Kühe sie fressen. 1) Des Löwenzahnes, oder der Dotterblume; Leontodon Taraxacum, L. S. Adelung Dotterblume. 2) Eine Art des Hahnenfußes, welche in den Wäldern und an den Zäunen wächset; Ranunculus foliis radicalibus reniformibus, crenatis, incisis, caulinis, digitatis, linearibus, caule multifloro, L. 3) Der Caltha, L. welche gleichfalls Dotterblume genannt wird. S. dieses Wort. Alle diese Pflanzen werden um der angeführten Ursache willen auch Schmalzblumen genannt.

 

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