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1. Die Butte bis Buttenkorb (Bd. 1, Sp. 1280 bis 1282)
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Artikelverweis  1. Die Butte, oder Bütte, plur.die -n, Diminutivum Büttchen, ein hölzernes Gefäß, welches in verschiedenen Gegenden Deutschlandes von verschiedener Gestalt und Bestimmung ist. In Thüringen, Franken und Oberdeutschland ist die Butte ein hohes hölzernes Gefäß, etwas darin auf dem Rücken zu tragen, statt dessen in Obersachsen Tragekörbe gebraucht werden. Der Weinleser wird eines nach dem andern in die Butten werfen, Jer. 6, 9; indem unter andern auch die Weintrauben in solchen Butten zur Kelter getragen werden. Bey den Papiermachern ist die Bütte ein großes rundes hölzernes Faß, mit einer küpfernen Blase an der Seite, den gemahlnen Zeug zu erwärmen; daher das Büttbret, die Breter, womit diese Büte umgeben ist. S. Adelung Büttgesell. Büttkrücke. In einigen Niedersächsischen Gegenden ist die Bütte so viel wie ein Bottich oder Zuber, wie denn beyde Wörter Eines Ursprunges sind. In Bremen ist es eine Art kurzer dicker Tönnchen, welche Bedeutung es auch in dem zusammen gesetzten, aber auch nur Nieders. Theerbutte, das hölzerne Gefäß zur Wagenschmiere, hat. Im gemeinen Leben einiger Gegenden ist der Butten der Magen; ein Freßbutten, ein gefräßiges Kind. S. auch Schöpsbutten.
   Anm. Man wird dieses Wort wohl in allen Europäischen und in den meisten Asiatischen Sprachen antreffen. Schon im Hebr. bedeutete Bath ein gewisses Gefäß. Das Griech. πιθος, βυττις, βουττιον, das Angels. Bytte, das Schwed. Bytta, das Franz. Boute, ein Lägel, und Boutte, ein großes Faß, in Guienne, das Ital. Botta, das Engl. Butt, das Holländ. Botte, Butte, das Dän. Botte, das Böhmische Pudny, und andere mehr, bedeuten alle entweder ein Faß, oder einen Eimer, oder auch eine Tragebutte. S. Adelung Beute, Both, und Bottich.
 
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2. Die Butte, oder Bütte, plur.die -n, eine Art Seefische mit Bauchfinnen unter den Brustfinnen, welche zu dem Geschlechte der Schollen gehören, und deren es wieder verschiedene Unterarten gibt. Diejenige, welche unter dem Nahmen der Rigaischen Bütte bekannt ist, ist nichts anders als eine geräucherte Scholle, welche aus Liefland und Preußen zu uns kommt. Pleuronectes Platessa, L. Rhombus omnium minimus, Kl.Zuweilen wird auch der Flünder eine Butte genannt. Beyde haben ihre

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Augen auf der rechten Seite. Allein die eigentlich so genannte Butte, welche auch der Buttfisch und Steinbutte heißt, Pleuronectes maximus, L.und einen scharfen Körper hat, und die Meerbutte, Rhombus, L.und die Steinbutte, Passer, L.haben die Augen auf der linken Seite. S. auch Flunder.
   Anm. Dieser Fisch heißt im Nieders. Botte, Butte, Bütte, im Holländ. Bot, Bot-visch, im Engl. Butt. Der Nahme ist von dem Nieders. butt, stumpf, weil dieser Fisch einen sehr stumpfen Kopf hat.
 
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3. Die Butte, in dem Worte Hagebutte, S. dieses Wort.
 
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1. Büttel, eine Endung, welche an den eigenthümlichen Nahmen verschiedener Orte in Niedersachsen angetroffen wird; z. B. in Wolfenbüttel, Ritzebüttel u. s. f. Es ist das Diminutivum von Bode, Bude, im Wallisischen Buth, ein Gebäude, oder Haus. Auch das Angels. Botle bedeutet einen Meierhof. S. Adelung Bude.
 
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2. Der Büttel, des -s, plur. ut nom. sing. eine selbst im gemeinen Leben verächtlich gewordene Benennung, so wohl der niedrigsten Gerichtsdiener oder Häscher, als auch des Henkers und seiner Knechte.
   Anm. Es hat dieses Wort nicht zu allen Zeiten und in allen Gegenden den so verhaßten Nebenbegriff gehabt, welcher jetzt damit verbunden wird. Bey dem Stumpf heißt noch der Priester ein Büttel Gottes, d. i. ein Diener, der dessen Befehle ausrichtet. Am häufigsten wurde der Frohnbothe, oder der Gerichtsbediente Büttel genannt. Im Schwab. Spieg. heißt es von diesen Frohnbothen Kap. 109: Etuua heizzent si gebutel, etuua Rihter, etuua anders, d. i. an einigen Orten heißet man sie Gebütel, an andern Orten Richter, an andern anders. Die wahrscheinlichste Ableitung ist von dem Verbo biethen oder gebiethen, weil sie im Nahmen des Richters gebiethen mußten, so wie von warten und weisen, auch Wärtel und Weisel, für Wärter und Weiser gemacht worden; ohne daß man eben nöthig hätte Bittel und Büttel zu schreiben. Das Nieders. Bödel, Böel, das Engl. Beadle, das Angels. Bydel, das Schwed. Bödel, das Isländ. Bodul, das Dänische Boddel, bedeuten alle entweder einen Bothen, oder einen Gerichtsdiener, oder auch den Henker. Herr Ihre ziehet die Ableitung von dem Isländ. bödla, martern, vor, welche sich aber mit dem Deutschen Gebrauche dieses Wortes nicht reimen lässet. S. auch Pedell. Schilter hält Büttel für das Diminutivum von Bothe, welchem aber das männliche Geschlecht widerspricht. S. auch Henker.
 
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* Das Buttelbier, des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, in den gemeinen Sprecharten, Bouteillen-Bier, aus welchem Worte es auch zusammen gezogen ist. Daher man daselbst auch das Verbum butteln, schäumen, besonders von dem Bouteillen-Biere, hat.
 
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Die Büttelēy, plur. die -en, im gemeinen Leben einiger Orte, das öffentliche Gefängniß, weil es gemeiniglich unter der Aufsicht des Büttels oder Gerichtsdieners stehet, der ehedem auch seine Wohnung daselbst hatte.
 
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Die Buttelhiefe, plur. die -n, eine Niedersächsische Benennung der Früchte des Hagebuttenstrauches. S. Adelung Hagebutte.
 
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Die Buttelnase, plur. die -n, in den Niedersächsischen Gegenden, der Nahme einer Art dreyzehiger Patschfüße, welche so groß als eine Änte ist, und einen kurzen dreyeckigen Schnabel hat; Plautus arcticus, Kl. Engl. Bottle-nose. Er hat den Nahmen von dem Nieders. butt, stumpf, wegen seines stumpfen Schnabels. S. 2 Butte. Wegen seiner weißen Backen wird er auch Weißback genannt.
 
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Die Buttelrose, plur. die -n, S. Adelung Hagebutte.

[Bd. 1, Sp. 1282]



 
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Der Buttenkorb, plur. die -körbe, in den Salzwerken, ein Korb in Gestalt einer Butte, in welchen man das gekochte Salz aus dem Kessel thut.

 

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