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Búschklepper bis Büse (Bd. 1, Sp. 1275)
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Artikelverweis Der Búschklepper, des -s, plur. ut nom. sing. im gemeinen Leben, ein Räuber, welcher sich in den Gebüschen versteckt, und den Vorbeyreisenden daselbst auflauert; ein Strauchdieb, Nieders. Tuunfliker, weil er gleichsam hinter den Zäunen schleichet. Frisch leitet die letzte Hälfte dieses Nahmens von klappern oder klopfen her, wodurch diese Leute ihren Gehülfen ein Zeichen zu geben pflegen; allein er scheinet vielmehr von dem Nieders. kleppen, laufen, zu seyn, S. Adelung Klepper. Im Französischen wurden sie ehedem Feuillars, Galans de la Feuille, Godins genannt, letzteres von Gaudus, Gualdus, Wald. S. aber auch Klepper.
 
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Der Bschkohl, S. Adelung Büschelkohl.
 
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Die Buschmaus, plur. die -mäuse, oder die Búschratze, plur. die -n, eine Art Amerikanischer Mäuse oder Ratzen, welche den Beutelratzen gleichen, nur daß sie keine Beutel haben, worin sie ihre Jungen tragen. In ihrem Vaterlande werden sie Tlaquatzin, in Brasilien Tai-ibi, in Portugall aber Caborro do Matto, d. i. Waldmaus genannt, weil sie sich in Wäldern und Büschen aufhalten.
 
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Die Búschratze, plur. die -n, S. das vorige.
 
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Búschrêge, plur. die -n, auf den Buschherden, ein lebendiger Vogel, welcher auf dem Läuferplatze gereget, d. i. auf und nieder gezogen wird.
 
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Die Búschschnêpfe, plur. die -n, S. Adelung Waldschnepfe.
 
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Die Búschstreu, plur. inus. in der Landwirthschaft, die Streu aus den Wäldern, das Laub der Bäume, besonders des Nadelholzes, wenn es dem Viehe statt des Strohes untergestreuet wird; Laubstreu, Nadelstreu.
 
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Der Búscht, des -es, plur. die -e, bey den Papiermachern, ein Pack von 182 frisch gemachten und mit Filz durchschossenen Bogen. Drey Buscht machen ein Rieß. Daher der Buschtfilz, des -es, plur. die -e, die Filze zwischen welche die frisch gemachten Bogen geleget werden.
   Anm. So fremd dieses Wort auch klinget, so ist es doch wohl Deutsch, und vermuthlich aus Busch, Büschel verderbt, welches ehedem auch ein Pack, Packet, bedeutete. Frisch führet aus dem Pictorius das Wort Butscholete, ein Pack oder Bündel an. Indessen stehet es noch dahin, ob Buscht, Bust, ehedem nicht einen Haufen bedeutet hat. Das Wort Wust wird im gemeinen Leben noch so gebraucht, und einige Oberdeutsche Mundarten, besonders die Schwäbische, sprechen das st ohnehin allemahl wie scht aus. S. Wust.
 
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Die Búschweide, plur. die -n. 1) Ein Nahme aller derjenigen Weidenarten, welche am häufigsten buschweise wachsen; besonders aber der Korb- oder Erdweide; Salix triandria, L. 2) Auch der Salweide oder Palmweide; Salix caprea, L. S. diese Wörter.
 
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Das Búschwêrk, des -es, plur. car. Buschholz, Gebüsch. Ein Acker der mit Buschwerk umgeben ist.
 
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Die Büse, plur. die -n, eine Art Schiffe in Holland, von etwa sechzig Tonnen, welche wie ein Fliboth gebauet sind, und am häufigsten zum Häringsfange gebraucht werden, daher sie auch Häringsbüsen heißen; aus dem Holländ. Buise, Buyse. Es ist ein altes Wort, wie aus dem du Fresne erhellet, bey welchem Bussa, Buza, Bucca, Bucia, Buscia, Burcia, u. s. f. häufig genug von einer Art großer Schiffe vorkommen.

[Bd. 1, Sp. 1276]


 

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