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Bürstenbinder bis Burzelkraut (Bd. 1, Sp. 1271 bis 1272)
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Artikelverweis Der Bürstenbinder, des -s, plur. ut nom. sing. ein Handwerksmann, welcher Bürsten bindet, oder verfertiget.
 
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Der Bürstenkäfer, des -s, plur. ut nom. sing. bey den neuern Schriftstellern des Naturreiches eine Art Käfer mit Kolben ähnlichen Fühlhörnern, dessen Lauffüße Bürsten ähnliche Fußblätter haben; Anthribus, L.
 
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Das Bürstenkraut, des -es, plur. die -kräuter, S. das folgende.

[Bd. 1, Sp. 1272]



 
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Die Bürstenpflanze, plur. die -n, bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, ein Pflanzengeschlecht, deren Blumen einer Bürste gleichen; Bürstenkraut, Carthamus, L. Außer dem Saflore, der aber bey uns auch nicht einheimisch ist, werden die Arten dieser Pflanze nur in den wärmern Gegenden Europens angetroffen.
 
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Der Bürstling, des -es, plur. die -e, in Baiern, ein Nahme des Flußbörses.
 
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Der Bürstwurm, des -es, plur. die -würmer, im gemeinen Leben Obersachsens, ein Nahme der Baumwanzen.
 
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Bürtig, adv. der Geburt nach herstammend. Von einem Orte bürtig seyn, daselbst geboren seyn. Im Hochdeutschen ist dieses Wort meist veraltet, weil es von gebürtig verdränget worden. S. dieses Wort. Im Oberdeutschen kommt es häufiger vor. Es stammet ohne Zweifel von gebären ab, obgleich Löscher es von dem alten Bord, Haus, herleitet. Dannen du purtig bist, heißt es bey dem Notker; und an einem andern Orte: ander uuannen burdige, die anderwärts geboren worden, oder von anderwärts her bürtig sind. Eben derselbe nennet auch einen Bewohner der Erde, erdpurtig. S. Gebürtig, Halbbürtig, Vollbürtig. Opitz gebraucht dieses Wort Ein Mahl in einer seltenen Bedeutung, welche aber doch eigentlich die erste ist, indem er von seiner Geliebten sagt:
   In der ich alle Tag aufs neue bürtig bin; wo es doch wohl nichts anders bedeuten kann, als, in der ich alle Tage von neuem geboren werde.
 
Artikelverweis Der
Bürzel, in härtern Mundarten Pürzel, des -s, plur. ut nom. sing. ein nur im gemeinen Leben und der komischen Sprechart übliches Wort, den kurzen Schwanz an gewissen Thieren, und in weiterer Bedeutung auch den Hintern so wohl an Thieren, als Menschen auszudrucken. Die Jäger nennen den kurzen Schwanz der Hirsche und des Schwarzwildbretes den Bürzel, sprechen dieses Wort aber oft auch Förzel aus. Im Oberdeutschen gebraucht man Bürzel am häufigsten von dem Steiße der Vögel.
   Anm. Frisch leitet dieses Wort von bären, heben, her; allein es kann auch damit auf die kurze spitzige Gestalt des Schwanzes einiger Thiere und des Steißes der Vögel gesehen werden, und alsdann würde es zu Börs und Borste gehören. S. Adelung Burzeldorn. Das Nieders. Purrel bedeutet alles was kurz und dick ist, und im Engl. ist burly dickleibig. Im Böhmischen heißt Prdel der Hintere. S. Burzeln.
 
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Der Burzelbaum, Purzelbaum, des -es, plur. die -bäume, im gemeinen Leben, eine Art des Fallens, da man sich auf den Kopf stellet, den Hintern in die Höhe hebet, und auf die andere Seite niederfallen lässet. Einen Burzelbaum machen oder schießen.
   Anm. Baum druckt in dieser Zusammensetzung die senkrechte Erhebung des Hintern aus. In Schlesien heißt der Burzelbaum ein Burzelbock, in Franken ein Stürzbaum, im Österreichischen ein Kuchenschaß, in Westphalen und Hamburg Heusterpeuster, Kopfheuster, in der Mark Brandenburg und Pommern Kobold, im Dänischen Kolbotte, beyde nach dem Franz. Culbut und culbuter, im Holländ. hillebillen.
 
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Der Burzeldorn, des -es, plur. inus. ein Pflanzengeschlecht, Tribulus, L. Diese Pflanze hat vermuthlich den Nahmen von ihrem stachelichen Samen, welcher dem Viehe sehr beschwerlich ist; S. Adelung Börs, Borste und Bürzel; oder wenn dieß eine Tavtologie scheinen sollte, weil sie das Vieh, wenn es darein tritt, burzeln, d. i. fallen macht.
 
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Das Burzelkraut, des -es, plur. inus. eine im gemeinen Leben übliche Benennung des Portulaks, Portulaca, L. aus welchem

[Bd. 1, Sp. 1273]


Worte es auch verderbet ist, und auch wohl Bürgelkraut gesprochen wird. S. Adelung Portulak.

 

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