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Buntfütterer bis Burāt (Bd. 1, Sp. 1258 bis 1259)
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Artikelverweis * Der Buntfütterer, des -s, plur. ut nom. sing. eine noch in Niedersachsen und Holland übliche Benennung der Kürschner, welche vermuthlich von den Füttern und Verbrämen ihrer Waare mit Fellen von anderer Farbe entlehnet ist, welches Verbrämen von ihnen bunt machen genannt wird; um weßwillen sie auch Buntmacher, und zu Cöln am Rheine Buntwerker heißen. Zu Lübeck hatte man ehedem einen eigenen Markt zu den kostbaren ausländischen Fellen, welche der Bundemark genannt wurde. S. Adelung Bunt.
 
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Der Búntmácher, des -s, plur. ut nom. sing. S. das vorige.
 
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Buntschêckig, -er, -ste, adj. et adv. Flecken von mancherley Farben habend, besonders wenn sie ohne Geschmack geordnet sind. S. Adelung Scheckig. In Niedersachsen druckt man diesen Begriff durch kunterbunt und kakelbunt aus.
 
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Der Buntschwänzel, des -s, plur. ut nom. sing. bey dem Klein, eine Art Taubenfalken mit buntem Schwanze und kurzen

[Bd. 1, Sp. 1259]


Flügeln, welche in Carolina angetroffen wird; Falco Carolinensis palumbarius.
 
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Der Buntspêcht, des -es, plur. die -e, eine Art Spechte, welche bunter von Farbe sind, als andere ihrer Art. Bey dem Klein kommen davon vor, der große Buntspecht, Picus discolor major, welcher auch Älsterspecht und Weißspecht heißt, S. Adelung Älsterspecht; der kleine Buntspecht, Picus discolor minor, dessen Schnabel himmelblau, der Scheitel bey dem Männchen roth, bey dem Weibchen aber weiß ist; der gelbbrüstige kleine Buntspecht, Picus varius minor, ventre luteo, welcher einen bleyfarbigen Schnabel, einen rothen Wirbel mit einem schwarzen Zirkel und einen gelben Bauch hat.
 
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Der Buntwênzel, des -s, plur. ut nom. sing. bey dem Klein, eine Art Brustwenzel, welche einen rothen Kopf, einen safrangelben Kropf, Brust und Bauch, ein himmelblaues Genick, einen lasurfarbenen Rücken u. s. f. hat, und nur in Amerika angetroffen wird; Sylvia versicolor. S. Adelung Brustwenzel und Wenzel.
 
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Das Buntwêrk, des -es, plur. inus. S. Adelung Bunt, Anm.
 
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Der Buntwêrker, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Buntfütterer.
 
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Der Bunzen, des -s, plur. ut nom. sing. ein stählernes Werkzeug aller derjenigen Arbeiter, welche erhabene Arbeiten aus Blech verfertigen, und bey welchen es ein Stämpel ist, dem Bleche vermittelst des Hammers eine verlangte erhabene Gestalt zu geben. Die Goldschmiede, die Gürtler, die Schlösser u. s. f. können dieses Werkzeug nicht entbehren. Bey den Schwertfegern wird es ein Meißel genannt. Die Arbeit selbst heißt bunzeln, und bey einigen auch bunzeniren. Daher der Bunzelhammer, der Hammer, womit man bey dieser Arbeit auf den Bunzen schläget; das Bunzzeug, alles was zum Bunzeln gehöret; die Bunzenbüchse, worin die Bunzen verwahret werden u. s. f.
   Anm. Dieses Wort kommt mit dem Franz. Poinçon und dem Ital. Punzello überein; es ist aber noch nicht ausgemacht, welcher Sprache es eigenthümlich zugehöre. Im Oberdeutschen lautet es auch Punze, und ist daselbst zugleich weiblichen Geschlechtes.
 
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† Der Bunzenzins, des -es, plur. von mehrern Summen, die -e, eine niedrige und größten Theils veraltete Benennung derjenigen Summe, womit sich leibeigene Personen von dem Gutsherren die Erlaubniß zu heirathen erkaufen müssen; das Bunzengeld, von dem noch im niedrigen Leben üblichen Bunze, vulva. S. Adelung Schürzenzins.
 
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Der Burāt, Borrāt, des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, ein Nahme, unter welchem besonders eine gedoppelte Art Zeuge bekannt ist. 1) Eine Art groben wollenen Zeuges, welche jetzt unter dem Nahmen Tuchrasch bekannter ist. Doch werden die Zeugwirker noch jetzt an einigen Orten Buratmacher, in Erfurt aber Raschmacher genannt. 2) Ein schwarzer Zeug, welcher in Niedersachsen häufig gemacht und getragen wird, und woran der Aufzug Seide, das übrige aber Wolle ist. In beyden Fällen ist der Nahme aus dem Franz. Burat, und Ital. Burato, welche wiederum von Bourre, Borra, im mittlern Lateine Burra, grobe Wolle, abstammen.

 

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