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Bunken bis Buntwêrk (Bd. 1, Sp. 1257 bis 1259)
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Artikelverweis * Bunken, verb. reg. act. welches nur in den Niedersächsischen Torfgegenden üblich ist, wo es diejenige Arbeit bedeutet, da die Oberfläche des auszugrabenden Moores bis auf den Torf von dem darauf befindlichen Unrathe, als Heide, Moos, Strauchwerk, untüchtiger Erde gereiniget wird; welche Erde daher die Bunkerde genannt wird, so wie die Arbeiter, die diese Arbeit verrichten, Bunker heißen. Das Schwed. und Dän. Bunke bedeutet einen Haufen, besonders einen Haufen Erde. S. aber auch Pinge.

[Bd. 1, Sp. 1258]



 
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Bunt, -er, -este, adj. et adv. 1) Mehr als eine Farbe habend. So sagt man, daß jemand bunt aussehe, wenn er Flecken auf der Haut hat. Er ist so bekannt, wie ein bunter Hund, ist zwar ein niedriger Ausdruck, der aber doch den Gebrauch dieses Wortes von gefleckten Thierfellen beweiset. S. Buntfütterer. Bunte Federn. Der Zeug siehet zu bunt aus. 2) Eine andere Farbe, als schwarz oder weiß, habend. So nennen die Färber alle Farben, welche nicht schwarz oder weiß sind, wie roth, grün, gelb, blau u. s. f. bunte Farben. Auch im gemeinen Leben sagt man, sich bunt tragen, bunt gehen, wenn man den Gegensatz der schwarzen oder weißen Tracht ausdrucken will. Bey den Webern ist bunt oft so viel als geblümt, wenn gleich die Blumen von Einer Farbe sind, und bey andern Handwerkern bedeutet es erhaben und vertieft, im Gegensatze des glatt; z. B. eine bunte Degenscheide, wenn sie gleich schwarz ist. 3) Figürlich. (a) Aus Dingen verschiedener Art bestehend; nur in einigen Fällen. Eine bunte Reihe, wenn männliche und weibliche Personen in Einer Reihe abwechseln. (b) Verworren, doch nur im gemeinen Leben. Er macht es mir zu bunt, er macht es mir zu arg. Die Sache sieht sehr bunt, sehr verworren, aus. Hier ging es bunt zu. Es gehet bunt über Eck, eine gemeine Redensart von unbekanntem Ursprunge.
   Sollt alles nach der Zeit bunt über Ecke gehn,
   Opitz.
   Laß alles von mir laufen
   Bunt über Ecke gehn,
   Opitz. Anm. Im Nieders. lautet dieses Wort gleichfalls bunt, im Oberdeutschen punt, im Holländ. bont, im Dän. bunted. Die Abstammung ist ungewiß, zumahl da es in unsern alten Denkmählern nicht angetroffen wird. Da es ehedem hauptsächlich von den vielfärbigen Fellen der Thiere gebraucht wurde, S. Adelung Buntfütterer, so glaubt Frisch, daß es von Pontus herkomme, woher man anfänglich die schönen Felle, als Hermelin, Zobeln u. s. f. bekam, daher der Hermelin ehedem auch mus ponticus hieß; eine Ableitung, welche noch erst einer mehrern Bestätigung bedarf, ehe man sie annehmen kann. In Niedersachsen und Holland wird das Rauchwerk nur schlechthin Bunt und Bont, sonst aber auch Buntwerk und Bontwerk genannt.
 
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Buntfärbig, -er, -ste, adj. et adv. bunt von Farben; ein Wort, welches keine Tavtologie seyn würde, wenn Bunt anfänglich nur Rauchwerk bedeutet hätte.
 
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Der Buntflügel, des -s, plur. ut nom. sing. bey dem Klein, eine Art Taucher mit rothem Schnabel, kastanienbraunem Kopfe und Halse und weißen Streifen über den dunkelbraunen Flügeln; Colymbus maximus, Kl.
 
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* Der Buntfütterer, des -s, plur. ut nom. sing. eine noch in Niedersachsen und Holland übliche Benennung der Kürschner, welche vermuthlich von den Füttern und Verbrämen ihrer Waare mit Fellen von anderer Farbe entlehnet ist, welches Verbrämen von ihnen bunt machen genannt wird; um weßwillen sie auch Buntmacher, und zu Cöln am Rheine Buntwerker heißen. Zu Lübeck hatte man ehedem einen eigenen Markt zu den kostbaren ausländischen Fellen, welche der Bundemark genannt wurde. S. Adelung Bunt.
 
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Der Búntmácher, des -s, plur. ut nom. sing. S. das vorige.
 
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Buntschêckig, -er, -ste, adj. et adv. Flecken von mancherley Farben habend, besonders wenn sie ohne Geschmack geordnet sind. S. Adelung Scheckig. In Niedersachsen druckt man diesen Begriff durch kunterbunt und kakelbunt aus.
 
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Der Buntschwänzel, des -s, plur. ut nom. sing. bey dem Klein, eine Art Taubenfalken mit buntem Schwanze und kurzen

[Bd. 1, Sp. 1259]


Flügeln, welche in Carolina angetroffen wird; Falco Carolinensis palumbarius.
 
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Der Buntspêcht, des -es, plur. die -e, eine Art Spechte, welche bunter von Farbe sind, als andere ihrer Art. Bey dem Klein kommen davon vor, der große Buntspecht, Picus discolor major, welcher auch Älsterspecht und Weißspecht heißt, S. Adelung Älsterspecht; der kleine Buntspecht, Picus discolor minor, dessen Schnabel himmelblau, der Scheitel bey dem Männchen roth, bey dem Weibchen aber weiß ist; der gelbbrüstige kleine Buntspecht, Picus varius minor, ventre luteo, welcher einen bleyfarbigen Schnabel, einen rothen Wirbel mit einem schwarzen Zirkel und einen gelben Bauch hat.
 
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Der Buntwênzel, des -s, plur. ut nom. sing. bey dem Klein, eine Art Brustwenzel, welche einen rothen Kopf, einen safrangelben Kropf, Brust und Bauch, ein himmelblaues Genick, einen lasurfarbenen Rücken u. s. f. hat, und nur in Amerika angetroffen wird; Sylvia versicolor. S. Adelung Brustwenzel und Wenzel.
 
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Das Buntwêrk, des -es, plur. inus. S. Adelung Bunt, Anm.

 

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