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Bündniß bis Bunt (Bd. 1, Sp. 1256 bis 1258)
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Artikelverweis Das Bündniß, des -sses, plur. die -sse, der Vertrag, durch welchen sich mehrere Staaten oder Personen zu einer gesellschaftlichen

[Bd. 1, Sp. 1257]


Absicht verbinden. Ein Bündniß mit jemanden machen. In ein Bündniß treten. Im Bündnisse mit jemanden stehen. Von Privat-Personen ist dieses Wort im gemeinen Gebrauche nicht üblich, wohl aber in der höhern Schreibart. S. der Bund 1. und 2.
   Anm. Es ist vermittelst der Endsylbe niß von Bund gebildet. S. -Niß. Im Oberdeutschen ist es auch weiblichen Geschlechtes, die Bündniß.
 
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Der Bundschuh, des -es, plur. die -e. 1) Eigentlich, eine veraltete Benennung eines ehemahligen großen Schuhes, welcher über die Knöchel reichte und mit Riemen zugebunden wurde, wovon er auch den Nahmen hatte. 2) Figürlich, ein Aufstand der Bauern, besonders in Oberdeutschland, in der ersten Hälfte des 16ten Jahrhunderts, weil die Aufrührer einen solchen Schuh zum Zeichen ihres Aufruhres auf eine Stange steckten, oder auch in ihre Fahnen mahlten. S. davon Eckards Hist. geneal. Saxon. S. 175 und Wellers Altes aus allen Theilen der Geschichte, Th. 2, S. 281 f.
 
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Die Bundseite, S. Adelung Bundaxt.
 
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Der Bundsgenóß, des -ssen, plur. die -ssen, der Theil an einem Bunde hat, der mit einem andern im Bunde stehet; nach dem Französischen, ein Alliirter. Rußland ist ein Bundsgenoß von Österreich. Frankreichs Bundsgenossen wurden geschlagen. S. Adelung Genoß.
 
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Der Bundstêg, des -es, plur. die -e, bey den Buchdruckern, die Stege welche zwischen die Columnen kommen, weil ein Buch daselbst am Rücken geheftet und gebunden wird; Franz. les Bois de fond.
 
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Bundsverwandt, S. Adelung Bundesverwandt.
 
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Die Bune, S. Adelung Bühne.
 
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* Die Bunge, plur. die -n, ein Niedersächsisches Wort, welches um einiger auch im Oberdeutschen bekannten Zusammensetzungen willen, nicht übergangen werden kann. Es bedeutet aber: 1) Eine Trommel oder Pauke. Daher bungen, trommeln; die Bungensucht, plur. inus. die Wassersucht, Trommelsucht, weil sie den Leib wie eine Trommel aufspannet, daher sie in Bremen auch Bungenwasser heißet. Das Bungenblut, eine Krankheit der Kühe, da sich Luft zwischen Fell und Fleisch setzet. In dieser Bedeutung ist es, so wie Pauke ohne Zweifel eine Nachahmung des Schalles, welchen eine Trommel verursacht. Im Schwed. bedeutet bunga schlagen. 2) Eine Fischreuse, wo die Fische an beyden Seiten hinein, aber nicht wieder hinaus können; vielleicht wegen der Ähnlichkeit mit einer Trommel, oder mit einem Beutel. Denn daß dieses Wort, 3) Auch ein Bündel, oder Beutel bedeutet, ist schon bey dem Worte Bündel angemerket worden. Das Angels. Engl. und Dän. Bung, und Punch bedeuten gleichfalls einen Beutel, oder eine Tasche. 4) In den Nahmen der Pflanzen Bachbungen und Wasserbungen scheinet dieses Wort aus Bohne verderbt zu seyn. S. Adelung Bachbunge. 5) Im Osnabrückischen bedeutet dieses Wort auch ein mit Leinwand bezogenes Behältniß, Eßwaaren vor dem Ungeziefer zu verwahren, einen Fliegenschrank.
 
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Die Bünge, im Bergbaue, S. Adelung Pinge.
 
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* Bunken, verb. reg. act. welches nur in den Niedersächsischen Torfgegenden üblich ist, wo es diejenige Arbeit bedeutet, da die Oberfläche des auszugrabenden Moores bis auf den Torf von dem darauf befindlichen Unrathe, als Heide, Moos, Strauchwerk, untüchtiger Erde gereiniget wird; welche Erde daher die Bunkerde genannt wird, so wie die Arbeiter, die diese Arbeit verrichten, Bunker heißen. Das Schwed. und Dän. Bunke bedeutet einen Haufen, besonders einen Haufen Erde. S. aber auch Pinge.

[Bd. 1, Sp. 1258]



 
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Bunt, -er, -este, adj. et adv. 1) Mehr als eine Farbe habend. So sagt man, daß jemand bunt aussehe, wenn er Flecken auf der Haut hat. Er ist so bekannt, wie ein bunter Hund, ist zwar ein niedriger Ausdruck, der aber doch den Gebrauch dieses Wortes von gefleckten Thierfellen beweiset. S. Buntfütterer. Bunte Federn. Der Zeug siehet zu bunt aus. 2) Eine andere Farbe, als schwarz oder weiß, habend. So nennen die Färber alle Farben, welche nicht schwarz oder weiß sind, wie roth, grün, gelb, blau u. s. f. bunte Farben. Auch im gemeinen Leben sagt man, sich bunt tragen, bunt gehen, wenn man den Gegensatz der schwarzen oder weißen Tracht ausdrucken will. Bey den Webern ist bunt oft so viel als geblümt, wenn gleich die Blumen von Einer Farbe sind, und bey andern Handwerkern bedeutet es erhaben und vertieft, im Gegensatze des glatt; z. B. eine bunte Degenscheide, wenn sie gleich schwarz ist. 3) Figürlich. (a) Aus Dingen verschiedener Art bestehend; nur in einigen Fällen. Eine bunte Reihe, wenn männliche und weibliche Personen in Einer Reihe abwechseln. (b) Verworren, doch nur im gemeinen Leben. Er macht es mir zu bunt, er macht es mir zu arg. Die Sache sieht sehr bunt, sehr verworren, aus. Hier ging es bunt zu. Es gehet bunt über Eck, eine gemeine Redensart von unbekanntem Ursprunge.
   Sollt alles nach der Zeit bunt über Ecke gehn,
   Opitz.
   Laß alles von mir laufen
   Bunt über Ecke gehn,
   Opitz. Anm. Im Nieders. lautet dieses Wort gleichfalls bunt, im Oberdeutschen punt, im Holländ. bont, im Dän. bunted. Die Abstammung ist ungewiß, zumahl da es in unsern alten Denkmählern nicht angetroffen wird. Da es ehedem hauptsächlich von den vielfärbigen Fellen der Thiere gebraucht wurde, S. Adelung Buntfütterer, so glaubt Frisch, daß es von Pontus herkomme, woher man anfänglich die schönen Felle, als Hermelin, Zobeln u. s. f. bekam, daher der Hermelin ehedem auch mus ponticus hieß; eine Ableitung, welche noch erst einer mehrern Bestätigung bedarf, ehe man sie annehmen kann. In Niedersachsen und Holland wird das Rauchwerk nur schlechthin Bunt und Bont, sonst aber auch Buntwerk und Bontwerk genannt.

 

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