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Märzschnee bis Maschinen-Schiff (Bd. 3, Sp. 90 bis 92)
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Artikelverweis Der Märzschnee, des -s, plur. inus. Schnee, welcher im Monathe März fällt, dessen Wasser reiner und schärfer ist, als in den übrigen Monathen.
 
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Der Märzthau, des -es, plur. inus. Thau im Monath März.
 
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Die Mrzviōle, plur. die -n, eine Art wohl riechender Violen, welche theils in den Gärten gebauet wird, theils in den Europäischen Hainen einheimisch ist, und schon im Monathe März blühet; Viola Martia L. Man hat volle oder gefüllte Märzviolen mit purpurfarbenen, braunen und weißen Blumen, aufrechte Märzviolen mit Purpurblumen, kriechende Märzviolen mit zwey und drey Farben. Die blaue Märzviole, Viola odorata L. von welcher jene Abänderungen sind, wohnt in den Europäischen Hainen. Die wilde Märzviole, welche auch Hundsviole oder Hundeveilchen genannt wird, Viola canina L. ist in unbeschatteten Gegenden einheimisch und hat keinen Geruch.
 
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Das Märzwasser, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. Wasser von Märzschnee; ingleichen Flußwasser im Monathe März, da es gemeiniglich mit dem geschmolzenen Schneewasser vermischt zu seyn pflegt.
 
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Die Märzwurz, oder Märzwurzel, plur. inus. eine Pflanze, welche in den schattigen Gegenden Europens einheimisch ist; Geum L. besonders dessen Geum urbanum, Sie hat ihren Nahmen daher, weil ihre Wurzel zu Anfange des Frühlinges einen gewürzhaften Geruch wie Würznelken hat, daher sie auch zum medicinischen Gebrauche im März ausgegraben werden muß. Sie wird auch Nägleinwurz und Benedict-Wurz genannt. S. Benedicten-Kraut.
 
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Die Másche, plur. die -n, Diminut. das Mäschchen, Oberd. Mäschlein, ein Wort, welches überhaupt den Begriff der Verbindung, und besonders der Verschlingung hat, aber nur in einigen Fällen üblich ist. 1. * Ein Ring, besonders so fern derselbe zur Verbindung mit einem andern Ringe oder mit einem andern Dinge dienete; eine veraltete Bedeutung, in welcher ehedem nicht nut die Glieder einer Kette, sonders auch die Ringe an einem Harnische, die Schuppen, aus welchen ein Panzer bestand u. s. f. Masen, Maschen, Musen, und im mittlern Lat. Maculae genannt wurden. 2. Eine Schlinge, in welchem Verstande die von den Vogelstellern aufgestellten Schlingen von Pferdehaaren gleichfalls Maschen genannt werden, da sie sonst auch Dohnen, Laufel, Schleifen u. s. f. heißen. 3. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, eine im Stricken vermittelst zweyer Stricknadeln gemachte Schlinge, die Schlingen, woraus ein jedes Strickwerk bestehet. 1) Eigentlich. Mit engen, weiten Maschen stricken. Die Maschen in den Netzen und Garnen werden mit Knoten befestiget, in den Strümpfen und andern Strickwerke aber nicht, daher in den letztern zuweilen eine Masche aufgehet, da sie denn wieder aufgenommen oder aufgefasset wird. Nieders. Maske, Dän. Maske, Engl. Mesh, Mash, Franz. Mache, im Schwed. Maska, im Isländ. Möskne, im Angels. Maesce. Im Deutschen pflegt man in vielen Gegenden noch den gewöhnlichen Zischlaut vorzusetzen, da es denn Schmasche, Schmosche, Schmase lautet, in welchem Falle das a zugleich gedehnt wird, da es in Masche am häufigsten geschärft ist. 2) Figürlich, ein aus solchen Maschen bestehendes Werk, ein gestricktes Werk; doch nur in einigen Fällen. So wird die Außenwand an den Fischergarnen auf dem Rheine die Ledermasche genannt. In der Lausitz ist Maschel oder Muschel ein kleiner von Bast geflochtener Sack, welcher wie ein Handkorb am Arme getragen wird, wo es aber auch zu einem andern Stamme gehören kann. S. Maß. Im Angels. ist Max ein Netz. 4. verschlungenes Band, eine Schleife von Band

[Bd. 3, Sp. 91]


oder Schnüren, im gemeinen Leben; Franz. Coquarde. Eine weiße Masche auf dem Hute.
   Kein Band war ihr zu lieb, sie schenkt ihm manche Masche
   Bald auf den Festagshut, bald auf die Hirtentasche,
   Rost. Anm. Es gehöret zu dem veralteten Maß, Nieders. Mat, Verbindung, (S. Adelung Gliedmaß, Maskopey und Matschaft,) und mit diesen Wörtern zu dem Geschlechte der Wörter zu dem Geschlechte der Wörter mit, mischen u. s. f. In andern Fällen und Sprachen gehet der Zischlaut in den verwandten Hauchlaut ch über, daher auch machen ehedem verbinden bedeutete, S. Gemahl. Daher stammen denn das Lat. Macula, das Ital. Maglia, das Wallis. Magl, das Franz. Maille, Macle, das Engl. Mail, das Schwed. Malja, das Finnländ. Malja, und Span. Malla; alle in der Bedeutung einer Masche im Stricken, und zuweilen auch eines Ringes, einer Schnalle.
 
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Máschig, adj. et adv. aus Maschen in der dritten Bedeutung und deren erstem Falle bestehend; doch am häufigsten nur in den Zusammensetzungen großmaschig, kleinmaschig, weitmaschig, engmaschig u. s. f. große, kleine Maschen habend.
 
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Die Maschīne, plur. die -n, aus dem Franz. Machine, und dieß aus dem Lat. Machina. 1. Eigentlich, ein jedes künstlich zusammen gesetztes Ding ohne Leben oder eigne Bewegung. In diesem Verstande nennt man ein großes Haus eine ungeheure Maschine. In engerer Bedeutung, ein solches zusammen gesetztes Ding, eine Absicht durch dasselbe zu erreichen; ein Werkzeug. Die Tabaks-Maschine, zum Tabakrauchen, wo der Rauch, ehe man ihn in den Mund bekommt, erst durch reines Wasser gehet. Die Thee-Maschine u. s. f. In einer andern Einschränkung ist die Maschine ein künstlich zusammen gesetztes und mit einer, obgleich nicht eigenen und willkührlichen Bewegung versehenes Ding. Das Weltgebäude, eine Uhr u. s. f. sind dergleichen Maschinen. In der engsten Bedeutung ist es ein zusammen gesetztes Werkzeug, eine Bewegung hervor zu bringen oder zu erleichtern; zum Unterschiede von einem bloßen Werkzeuge oder Instrumente, welches auch einfach seyn kann. Große Maschinen, schwere Lasten zu heben oder zu bewegen, werden Rüstzeuge genannt. In allen diesen Fällen ist Maschine der allgemeine Ausdruck, welcher bloß entweder die Zusammensetzung oder die künstliche in der Zusammensetzung gegründete Bewegung ausdruckt, in den meisten einzelnen Fällen aber durch eigene Nahmen verdrängt wird. 2. Figürlich. 1) Ein lebendiges Wesen, welches nur durch mechanische, oder fremde, von außen her empfangene Ursachen wirkt, nicht nach eigenen vernünftigen Einsichten handelt. So nennet man einen Menschen eine Maschine, welcher bloß nach fremden Antrieb ohne eigene Prüfung, Wahl und Einsicht wirkt und handelt. 2) In den schönen Künsten werden die unnatürlichen Mittel, einen Knoten in epischen und dramatischen Gedichten aufzulösen, Maschinen genannt. 3) In der Mahlerey ist die Maschine die Vertheilung der Gegenstände auf der ebenen Fläche, um eine Handlung vorzustellen, mehrere durch eine Handlung mit einander verbundene Gegenstände. Ein Mahler, welcher in einem kleinen Inhalte bewundernswürdig ist, taugt in großen Maschinen oft wenig oder gar nichts. 4) Die Verzierungen auf dem Theater führen gleichfalls den Nahmen der Maschinen.
   Anm. Da die Zusammensetzung und die darin gegründete Bewegung in diesem Worte der herrschende Begriff ist, so siehet man bald, daß das Lat. Machina mit allen seinen Griechischen Ahnen ein Seitenverwandter von unserm Zeitworte machen ist, so fern es verbinden und sich bewegen bedeutet, S. dasselbe und Gemahl, ingleichen Mechanik, Mechanisch.

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Maschinenmäßig, -er, -ste, adj. et adv. nach Art einer Maschine, d. i. ohne eigene, freye Bewegung, ohne eigene vernünftige Einsicht. Maschinenmäßig handeln.
 
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Der Maschinen-Meister, des -s, plur. ut nom. sing. bey einem Theater, derjenige, welcher den Bau und die Einrichtung der zur Vorstellung eines Schauspieles nöthigen Maschinen verstehet und besorget.
 
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Das Maschinen-Schiff, des -es, plur. die -e, ein zur Anzündung anderer Schiffe künstlich zubereitetes Schiff, welches am gewöhnlichsten ein Brander genannt wird.

 

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