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Marzipān bis Máschig (Bd. 3, Sp. 89 bis 91)
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Artikelverweis Der Marzipān, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein Zuckergebackenes von süßen und bittern Mandeln, Nüssen, Pistazien u. s. f. und Zucker. Aus dem Ital. Marzaoane, Span. Maçapana, Franz. Massepain. Im mittlern Lat. Panis Martius, Marci-Panis.
 
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Der Märzkäse, des -s, plur. ut nom. sing. Käse, welche im März oder zu Anfange des Frühlinges gemacht werden, und vornehmlich in Italien sehr bekannt sind.
 
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Das Märzschaf, S. Adelung Merzschaf.

[Bd. 3, Sp. 90]



 
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Der Märzschein, des -es, plur. die -e, in den Kalendern, der Schein, d. i. Neumond, im Monath März, S. Adelung Schein.
 
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Der Märzschnee, des -s, plur. inus. Schnee, welcher im Monathe März fällt, dessen Wasser reiner und schärfer ist, als in den übrigen Monathen.
 
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Der Märzthau, des -es, plur. inus. Thau im Monath März.
 
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Die Mrzviōle, plur. die -n, eine Art wohl riechender Violen, welche theils in den Gärten gebauet wird, theils in den Europäischen Hainen einheimisch ist, und schon im Monathe März blühet; Viola Martia L. Man hat volle oder gefüllte Märzviolen mit purpurfarbenen, braunen und weißen Blumen, aufrechte Märzviolen mit Purpurblumen, kriechende Märzviolen mit zwey und drey Farben. Die blaue Märzviole, Viola odorata L. von welcher jene Abänderungen sind, wohnt in den Europäischen Hainen. Die wilde Märzviole, welche auch Hundsviole oder Hundeveilchen genannt wird, Viola canina L. ist in unbeschatteten Gegenden einheimisch und hat keinen Geruch.
 
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Das Märzwasser, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. Wasser von Märzschnee; ingleichen Flußwasser im Monathe März, da es gemeiniglich mit dem geschmolzenen Schneewasser vermischt zu seyn pflegt.
 
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Die Märzwurz, oder Märzwurzel, plur. inus. eine Pflanze, welche in den schattigen Gegenden Europens einheimisch ist; Geum L. besonders dessen Geum urbanum, Sie hat ihren Nahmen daher, weil ihre Wurzel zu Anfange des Frühlinges einen gewürzhaften Geruch wie Würznelken hat, daher sie auch zum medicinischen Gebrauche im März ausgegraben werden muß. Sie wird auch Nägleinwurz und Benedict-Wurz genannt. S. Benedicten-Kraut.
 
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Die Másche, plur. die -n, Diminut. das Mäschchen, Oberd. Mäschlein, ein Wort, welches überhaupt den Begriff der Verbindung, und besonders der Verschlingung hat, aber nur in einigen Fällen üblich ist. 1. * Ein Ring, besonders so fern derselbe zur Verbindung mit einem andern Ringe oder mit einem andern Dinge dienete; eine veraltete Bedeutung, in welcher ehedem nicht nut die Glieder einer Kette, sonders auch die Ringe an einem Harnische, die Schuppen, aus welchen ein Panzer bestand u. s. f. Masen, Maschen, Musen, und im mittlern Lat. Maculae genannt wurden. 2. Eine Schlinge, in welchem Verstande die von den Vogelstellern aufgestellten Schlingen von Pferdehaaren gleichfalls Maschen genannt werden, da sie sonst auch Dohnen, Laufel, Schleifen u. s. f. heißen. 3. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, eine im Stricken vermittelst zweyer Stricknadeln gemachte Schlinge, die Schlingen, woraus ein jedes Strickwerk bestehet. 1) Eigentlich. Mit engen, weiten Maschen stricken. Die Maschen in den Netzen und Garnen werden mit Knoten befestiget, in den Strümpfen und andern Strickwerke aber nicht, daher in den letztern zuweilen eine Masche aufgehet, da sie denn wieder aufgenommen oder aufgefasset wird. Nieders. Maske, Dän. Maske, Engl. Mesh, Mash, Franz. Mache, im Schwed. Maska, im Isländ. Möskne, im Angels. Maesce. Im Deutschen pflegt man in vielen Gegenden noch den gewöhnlichen Zischlaut vorzusetzen, da es denn Schmasche, Schmosche, Schmase lautet, in welchem Falle das a zugleich gedehnt wird, da es in Masche am häufigsten geschärft ist. 2) Figürlich, ein aus solchen Maschen bestehendes Werk, ein gestricktes Werk; doch nur in einigen Fällen. So wird die Außenwand an den Fischergarnen auf dem Rheine die Ledermasche genannt. In der Lausitz ist Maschel oder Muschel ein kleiner von Bast geflochtener Sack, welcher wie ein Handkorb am Arme getragen wird, wo es aber auch zu einem andern Stamme gehören kann. S. Maß. Im Angels. ist Max ein Netz. 4. verschlungenes Band, eine Schleife von Band

[Bd. 3, Sp. 91]


oder Schnüren, im gemeinen Leben; Franz. Coquarde. Eine weiße Masche auf dem Hute.
   Kein Band war ihr zu lieb, sie schenkt ihm manche Masche
   Bald auf den Festagshut, bald auf die Hirtentasche,
   Rost. Anm. Es gehöret zu dem veralteten Maß, Nieders. Mat, Verbindung, (S. Adelung Gliedmaß, Maskopey und Matschaft,) und mit diesen Wörtern zu dem Geschlechte der Wörter zu dem Geschlechte der Wörter mit, mischen u. s. f. In andern Fällen und Sprachen gehet der Zischlaut in den verwandten Hauchlaut ch über, daher auch machen ehedem verbinden bedeutete, S. Gemahl. Daher stammen denn das Lat. Macula, das Ital. Maglia, das Wallis. Magl, das Franz. Maille, Macle, das Engl. Mail, das Schwed. Malja, das Finnländ. Malja, und Span. Malla; alle in der Bedeutung einer Masche im Stricken, und zuweilen auch eines Ringes, einer Schnalle.
 
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Máschig, adj. et adv. aus Maschen in der dritten Bedeutung und deren erstem Falle bestehend; doch am häufigsten nur in den Zusammensetzungen großmaschig, kleinmaschig, weitmaschig, engmaschig u. s. f. große, kleine Maschen habend.

 

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