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Márterwóche bis Martsch (Bd. 3, Sp. 88 bis 89)
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Artikelverweis Die Márterwóche, plur. die -n, in der christlichen Kirche, die Woche vor Ostern, in welcher das Andenken der Marter, d. i. des Leidens und des Todes Christi gefeyert wird; die Charwoche.
 
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Martha, ein weiblicher Taufnahme, welcher schon bey den ältern Juden üblich war, und von 05de05e8, Lehrerinn, abstammen soll. Im Engl. wird er in Pat verderbt.
 
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Martin, ein männlicher Taufnahme unbekannten Ursprunges, welcher durch den heil. Martin, Bischof zu Tours, welcher 402 starb, in der christlichen Kirche sehr beliebt worden, dessen Fest, welches in der Römischen Kirche den 11. Nov. gefeyert wird, im gemeinen Leben nur Martini, nämlich Dies oder Festum, heißt. Im gemeinen Leben lautet Nahme Märten und im Latharingischen Mouatin.
 
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Der Martins-Abend, des -es, plur. die -e, der Abend vor dem Martins-Tage, an welchem man von alten Zeiten her allerley Lustbarkeiten anzustellen pflegt. S. das folgende.
 
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Die Martins-Gans, plur. die -Gänse. 1) Eine Zinsgans, welche in einigen Gegenden am Martins-Tage dem Grundherren zur Erkenntniß seines Grundeigenthumes gegeben werden muß. 2) Eine gebratene Gans, welche man am Martins-Abende, oder doch um die Zeit des Martins-Tages mit guten Freunden unter allerley Lustbarkeiten zu verzehren pflegt. Figürlich auch wohl der Martins-Schmaus, oder derjenige Schmaus, von welchem diese Gans ein Theil ist, die Martins-Gans genannt. So fern bey einigen Handwerkern um diese Zeit die Gesellen anfangen, bey Lichte zu arbeiten, wird sie bey ihnen auch die Lichtgans genannt. Die Gewohnheit, um diese Zeit gebratene Gänse mit allerley Feyerlichkeiten zu essen, ist sehr alt; vielleicht ist sie bloß in dem Umstande gegründet, weil sie um diese Zeit am besten sind, und die Mährchen, welche man von dem Verkehr des heil. Martini mit den Gänsen erzählet, sind vermuthlich erst zum Behufe dieser Gewohnheit erdacht worden.
 
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Das Martins-Horn, des -es, plur. die -Hörner, ein Buttergebackenes in Gestalt eines Hornes, welches man an einigen Orten um die Zeit des Martins-Tages zu backen pfleget.
 
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Das Martins-Korn, des -es, plur. inus. ein Nahme, welchen man an einigen Orten dem so genannten Mutterkorne zu geben pfleget, und welcher seinen Ursprung vermuthlich auch einem Mährchen von dem heil. Martin zu danken hat.
 
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Der Martins-Mann, des -es, plur. die -Männer, im Mecklenburgischen, derjenige Lübeckische Rathsdiener, welcher alle Jahre auf Martini eine gewisse Quantität Wein in die herzogliche Küche zu Schwerin liefern muß; welche Gewohnheit die Mecklenburger für ein Andenken der ehemahligen Lehensherrlichkeit über Lübeck, die Lübecker aber für eine bloße Erkenntlichkeit wegen ihrer Zollfreyheit im Lübeckischen ausgeben. Siehe J. G. Marks Geschichte vom Martini-Abend und Martins-Manne, Hamb. 1772, in 8.
 
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Der Mártins-Schóß, des -sses, plur. die -sses, eine Art des Schosses in der Mark Brandenburg, welchen die Städte von

[Bd. 3, Sp. 89]


ihren ansässigen Bürgern um Martini einnehmen, und solchen zu den Landesschulden oder auch zu ihrem Behufe anwenden.
 
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Der Martins-Tag, des -es, plur. die -e, der 11te Nov. als an welchem Tage das Andenken des heil. Martini in der Römischen Kirche gefeyert wird, S. Adelung Martin.
 
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Martsch, Martschen, S. Adelung Matsch und Matschen.

 

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