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Marschlinie bis Märterer (Bd. 3, Sp. 86 bis 87)
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Artikelverweis Die Marschlinie, plur. die -n, in dem Seekriege, diejenige Linie, nach welcher die Schiffe einer Flotte zwar nach dem Striche nahe am Winde gestellet sind, aber nicht so, sondern Rückenwinde fahren.
 
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Die Marséille-Naht, plur. inus. eine Naht, d. i. Art der Nähterey, welche zu Marseille in Provence erfunden worden, und darin bestehet, daß man die Figuren mit lauter Steppstichen unnähet, und sie sodann mit weißem gedoppelten Garne unterziehet, daß sie sich erheben.
 
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Der Márs-Fanāl, des -es, plur. die -e, in der Seefahrt, ein Fanal, d. i. eine Laterne, welche das vorderste Schiff einer Flotte auf der großen Marsstange führet und den andern Schiffen bey der Nacht damit vorleuchtzet; die Marslaterne. S. 2. Mars. Aus dem Französischen Fanal, eine Schiffslaterne.
 
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Der Marsrand, des -es, plur. die -ränder, S. 2. Mars.
 
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Die Marsschote, plur. die -n, in der Seefahrt, Schoten, d. i. Seile, welche an den Ecken des Marssegels befestiget werden, dieselben damit nach dem Winde zu stellen. S. Adelung Schote.
 
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Das Marssêgel, des -s, plur. ut nom. sing. S. 2. Mars.
 
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Der Marstall, des -es, plur. die -ställe, ein Pferdestall; wo es doch nur noch von den Ställen für zahlreiche Pferde großer Herren oder ansehnlicher Gemeinheiten gebraucht wird. Der fürstliche Marstall. Des Raths Marstall, worin die Bau- und Dienstpferde befindlich sind. Der Vorgesetzte über den Marstall des Rathes zu Zürch wird der Marstallherr, oder kürzer Stallherr, Staller, genannt, S. das letztere. Im mittlern Lat. Marestalla. Von Mähre, ein Pferd, besonders ein Pferd edlerer Art, ein Kriegspferd. S. dieses Wort.
 
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Die Märte, S. Adelung Mährte.
 
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Die Marter, plur. die -n, der höchste Grad, oder doch dein sehr hoher Grad der Schmerzen, besonders körperlicher Schmerzen, figürlich aber auch der Schmerzen des Geistes. Sich von der Marter befreyen. Eine unaussprechliche Marter empfinden. Jemanden alle Marter anthun. Neue Martern für jemanden ersinnen. Verzweifle nicht unter den Martern einer verachteten Liebe. Wie vieler Unruhen und Martern überhebt uns die Demuth! Gell. In engerer und gerichtlicher Bedeutung wird auch die Folter oder Tortur die Marter genannt. Die volle Marter, die Spannung des Inquisiten auf die Leiter, welche an andern Orten der Zug genannt wird.

[Bd. 3, Sp. 87]



   Anm. Schon im Isidor Martira und Martirunga, im Notker Martero und Martro, wo es für Leiden überhaupt gebraucht wird, im Dän. Marter. Es ist ohne Zweifel aus dem mittlern Latein. Martyrium mit der christlichen Religion in die Deutsche Sprache gekommen, da es denn zunächst von den körperlichen Qualen gebraucht wurde, mit welchen man die ersten Christen zum Abfalle von der christlichen Religion zu bewegen suchte. S. Adelung Martern.
 
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Die Marterbank, plur. die -bänke, die Folterbank in den Gerichten, worauf der Inquisit gemartert wird, um ihn zum Geständnisse der Wahrheit zu bringen.
 
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Der Märterer, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Derjenige, welcher einen andern martert; in welchem Verstande es doch nur noch zuweilen im gemeinen Leben vorkommt. 2) In gewöhnlicherer und leidentlicher Bedeutung, derjenige, welcher gemartert wird. Doch nur in engerm und mehr eigentlichem Verstande, derjenige, welcher um des Bekenntnisses der christlichen Religion willen hingerichtet, oder doch gemartert worden; ein Blutzeuge. Stephanus war der erste Märterer der christlichen Kirche. In weiterer Bedeutung, ein jeder um einer Wahrheit, oder guten Sache, oder doch für wahr und gut gehaltenen Sache willen unschuldig leidet. Zum Märterer der Wahrheit werden. Fämin. die Märterinn, wo das eine er um des Wohlklanges willen weggeworfen wird, wie auch in Zauberer, Wucherer, Plauderer, Kämmerer u. a. m. geschiehet. S. -Er.
   Anm. Bey dem Ottfried Martyr und Marter, in dem alten Gedichte auf den heil. Anno Martirer, im Nieders. Marteler. Aus dem Lat. Martyr, und dieß aus dem Griech. παρτυς, ein Zeuge, und in engerer Bedeutung, ein Blutzeuge. Man schreibt es, um die Ähnlichkeit mit dem Griechischen zu erhalten, auch Märtyrer. Allein, da das y in Marter und martern schon in ein e übergegangen ist, so kann man es auch hier entbehren; zumahl da die zweyte Sylbe in der Aussprache kurz ist, das y aber im Deutschen alle Mahl eine lange Sylbe macht.

 

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