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Marktkauf bis Marktschreyer (Bd. 3, Sp. 80 bis 81)
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Artikelverweis Der Marktkauf, des -es, plur. inus. 1) Der Kauf einer Sache auf öffentlichem Markte. 2) Der Preis, um welchen sie daselbst gekauft wird, der Marktpreis.
 
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Der Marktknêcht, des -es, plur. die -e, ein geringer obrigkeitlicher Bedienter, welcher die Befehle des Marktmeisters oder Marktherren auf den Jahr- und Wochenmärkten vollziehet.
 
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Der Marktkorb, des -es, plur. die -körbe, ein Armkorb, so fern er bestimmt ist, das auf dem Markte eingekaufte darin nach Hause zu tragen.
 
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Die Marktleute, sing. inus. im gemeinen Leben, Leute oder Personen, welche einen Jahr- oder Wochenmarkt ausmachen, denselben besuchen, sie seyn nun Käufer oder Verkäufer.
 
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Der Marktmeister, des -s, plur. ut nom. sing. in den Städten, eine obrigkeitliche Person, welche die Aufsicht über den Preis und die Güte der zu Markte gebrachten Lebensmittel hat, an einigen Orten auch der Marktvogt heißt, unter den Marktherren stehet, und den Marktknecht unter sich hat.
 
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Der Marktplatz, des -es, plur. die -plätze, der freye Platz in einem Orte, auf welchem die Märkte gehalten werden; doch nur in Ansehung seiner Lage oder seines Raumes, weil er sonst am häufigsten nur der Markt schlechthin genannt wird. Eine Stadt hat einen schönen, großen, regulären Marktplatz. Hingegen wohnet man am Markte, man gehet auf den Markt u. s. f.
 
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Der Marktpreis, des -es, plur. die -e, derjenige Preis, um welchen eine Waare auf öffentlichem Markte verkauft wird; im gemeinen Leben der Marktkauf, der Marktgang.
 
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Das Marktrêcht, des -es, plur. die -e. 1) Das Recht, einen oder mehrere öffentliche Märkte zu haben, ohne Plural; die Marktfreyheit, die Marktgerechtigkeit. 2) Das Befugniß eines Ortes ein Markt oder Marktflecken zu seyn; gleichfalls ohne Plural. Einem Dorfe Marktrecht ertheilen, es zu einem Marktflecken erheben. 3) Die unter den Käufern und Verkäufern in öffentlichem Handel auf Märkten eingeführten Rechte, deren ganzer Inbegriff auch wohl collective und ohne Plural das Marktrecht genannt wird. 4) An einigen Orten wird auch diejenige Abgabe, welche die Obrigkeit außer dem Zolle von den Verkäufern, für das Recht, auf öffentlichem Markte feil zu haben, bekommt, das Marktrecht genannt.
 
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Der Marktschêffel, des -s, plur. ut nom. sing. ein von der Obrigkeit bestimmter und geeichter Scheffel, so wie er im Verkaufe auf öffentlichen Märkten üblich ist.
 
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Das Marktschiff, des -es, plur. die -e, auf den Flüssen, Schiffe, welche zu gewissen Zeiten von einer Stadt zur andern

[Bd. 3, Sp. 81]


fahren, besonders wenn solches zum Behufe der Wochenmärkte geschiehet.
 
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Der Marktschreyer, des -s, plur. ut nom. sing. ein Mensch, welcher seine Geschicklichkeiten, besonders aber seine Erfahrenheit in der Arzeney- und Heilkunst, auf öffentlichen Jahrmärkten ausschreyet; der Charlatan, ehedem der Marktrufer. Figürlich auch eine Person, welche ihre oder anderer Erdichtete Vorzüge auf eine unanständig übertriebene Art erhebet; besonders wenn solches aus Eigennutz geschiehet. In beyden Fällen sind auch die abgeleiteten üblich, die Marktschreyerey, plur. die -en, das Betragen eines Marktschreyes, die übertriebene Erhebung der erdichteten Vorzüge einer Person oder Sache, marktschreyerisch, einem solchen Betragen ähnlich, darin gegründet.

 

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