Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Marktamt bis Markthêrr (Bd. 3, Sp. 79 bis 80)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Das Marktamt, des -es, plur. die -ämter, in einigen Städten, ein Amt oder Collegium, welches die Marktstreitigkeiten entscheidet, die Tare der auf die Wochenmärkte gebrachten Lebensmittel bestimmt u. s. f. Die Personen, aus welchen dieses Collegium bestehet, werden gemeiniglich die Marktherren, ihr Protokoll aber das Marktbuch genannt.
 
Artikelverweis 
Die Marktfahne, plur. die -n, an einigen Orten, eine Fahne, welche an Jahr- und Wochenmärkten ausgestecket wird, nach deren Wegnehmung erst die Vorkäufer Erlaubniß haben, Lebensmittel und andere Bedürfnisse einzukaufen, damit sie durch ihren vorsetzlichen Aufkauf den Preis derselben nicht erhöhen können. Wo man sich statt der Fahne eines Strohwisches oder andern Zeichens bedienet, da wird es der Marktwisch oder das Marktzeichen genannt.
 
Artikelverweis 
Der Marktflêcken, des -s, plur. ut nom. sing. ein Flecken, welcher das Marktrecht, oder das Recht hat, des Jahres einen oder mehrere Jahrmärkte halten zu dürfen, welcher das Mittelding zwischen einer Stadt und einem Dorfe ist, und auch nur ein Flecken schlechthin, im Oberdeutschen aber ein Markt genannt wird. S. Adelung Flecken und Markt.
 
Artikelverweis 
Die Marktfreyheit, plur. die -en. 1) Die Freyheit eines Ortes, einen öffentlichen Markt haben zu dürfen, ohne Plural; die Marktgerechtigkeit, das Marktrecht. 2) Die denjenigen bewilligten Freyheiten, welche den Jahrmarkt an einem Orte besuchen.
 
Artikelverweis 
Der Marktgang, des -es, plur. die -gänge, im gemeinen Leben einiger Gegenden, der Marktpreis, wie eine Waare im Verkaufe auf öffentlichem Markte weggehet. Daher marktgängig, diesem Preise gleich oder gemäß. Der marktgängige Preis, der Marktpreis.
 
Artikelverweis 
Das Marktgêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er. 1) Das von dem Verkäufer auf einem Markte gelösete Geld. 2) Dasjenige Geld, welches der Hausvater zum Einkaufe der nöthigen Bedürfnisse für sein Haus an den Wochenmarkten hergibt. 3) An einigen Orten wird auch das Stand- oder Budengeld, welches die Verkäufer an die Obrigkeit entrichten, das Marktgeld genannt. 4) An noch andern, ein Geschenk

[Bd. 3, Sp. 80]


an Gelde, welches, besonders dem Gesinde, zum Jahrmarkte gegeben wird.
 
Artikelverweis 
Das Marktgeleit, des -es, plur. die -e, das obrigkeitliche Geleit derer, welche auf einen Jahrmarkt reisen; von Messen, das Meßgeleit.
 
Artikelverweis 
Die Marktgerêchtigkeit, plur. inus. S. Adelung Marktfreyheit.
 
Artikelverweis 
Das Marktgut, des -es, plur. inus. oder die Marktgüter, sing. inus. Gut, oder Waaren, welche auf einen Jahr- oder Wochenmarkt zum öffentlichen Verkaufe geschafft werden; so fern sie für eine Messe bestimmt sind, heißen sie Meßgut oder Meßgüter.
 
Artikelverweis 
Der Markthêlfer, des -s, plur. ut nom. sing. ein geringer Bedienter der Krämer und Kaufleute, ihnen auf den Märkten und Messen hülfreiche Hand zu leisten.
 
Artikelverweis 
Der Markthêrr, des -en, plur. die -en, S. Adelung Marktamt. Auch einzelne Rathsherren, welchen die Aufsicht über die an Markttagen zur Stadt gebrachten Lebensmittel aufgetragen ist, werden an manchen Orten Marktherren genannt. In Bremen heißen sie Körherren.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: