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Markstück bis Marktgerêchtigkeit (Bd. 3, Sp. 78 bis 80)
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Artikelverweis 1. * Das Markstück, des -es, plur. die -e, von 2. Mark, medulla, derjenige Theil eines Knochens, worin sich das Mark befindet; ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort, welches im figürlichen Verstande Ezech. 24, 4 vorkommt.
 
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2. Das Markstück, des -es, plur. die -stücke, eine Art Dänischer Münzen, welche heut zu Tage einen Gulden oder 16 Gr. gilt, ehedem aber 1/6 eines Thalers war. Ehedem gab es auch Lübeckische und Hamburgische Markstücke von 17 bis 19 Schillinge.
 
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Der Markt, des -es, plur. die Märkte. 1) Die öffentliche zahlreiche Zusammenkunft der Käufer und Verkäufer des Handels wegen, und die Zeit, wenn solche geschiehet. Der Wochenmarkt, welcher alle Wochen ein oder mehr Mahl gehalten wird. Der Jahrmarkt, der nur des Jahres ein oder etliche Mahl gehalten wird. Der Viehmarkt, Roßmarkt, Pferdemarkt, wenn daselbst mit Vieh, mit Pferden gehandelt wird. Der Holzmarkt, wenn Holz in Menge verkauft wird u. s. f. Die meisten großen Städte haben die Woche zwey oder drey Märkte, vornehmlich zum Verkauf der nöthigen Lebensmittel. Den Markt versäumen. Die Märkte bereisen, im Oberdeutschen sie bauen, S. Adelung Bauen. Der Markt geht an, ist zu Ende. Zu Markte gehen, reisen. Etwas zu Markte bringen, um es daselbst zu verkaufen; auch figürlich, im gemeinen Leben, vorbringen.
   Allein ich konnte gar kein Wort zu Markte bringen,
   Rost. Seine Haut selbst zu Markte tragen, figürlich, sich selbst vertheidigen oder verantworten; eine vielleicht von den ehemahligen bey öffentlichen Zusammenkünften üblichen Fechterspielen entlehnte Figur. Ein großer, besonders privilegirter Markt ist unter dem Nahmen der Messe bekannt, S. dieses Wort. Im gemeinen Leben Obersachsens wird auch wohl dasjenige, was man auf dem Markte einkauft, besonders was man in dem Wochenmarkte zum Behuf der Haushaltung einkauft, der Markt genannt. Da müssen dir die Bauerweiber alle den Markt in das Haus bringen, Weiße. 2) Derjenige geräumliche Platz, auf welchem dieser Verkauf zu gewissen Zeiten geschiehet; besonders ein solcher Platz in einer Stadt oder in einem Flecken, der Marktplatz. Auf den Markt gehen. Am Markte wohnen. Von den Dingen, welche vornehmlich auf demselben verkauft werden, bekommt er oft besondere Nahmen. Daher der Roßmarkt, Holzmarkt, Heumarkt, Fischmarkt, Fleischmarkt, Naschmarkt u. s. f. Dagegen der vornehmste Marktplatz in einer Stadt nur der Markt schlechthin genannt wird. 3) In noch weiterer Bedeutung, ein Ort, welcher das Recht hat, daß des Jahres ein oder mehrere öffentliche Märkte in demselben gehalten werden dürfen; wo es

[Bd. 3, Sp. 79]


doch nur in engerer Bedeutung gebraucht wird, eine Art von bewohnten Orten zu bezeichnen, welche das Mittel zwischen einer Stadt und einem Dorfe sind, und auch Flecken und Marktflecken, Französisch Bourgs, genannt werden. Daß diese Orte den Nahmen von dem ihnen verliehenen Marktrechte haben, erhellet unter andern auch aus dem mittlern Lat. Forum, Forale und Nundinae, welche solche Märkte in dieser Bedeutung bezeichnen; dagegen Markt und Gemarkt im Schwabenspiegel um eben dieser Ursache willen eine Stadt bedeutet. S. Marktflecken, welches Wort im Hochdeutschen, so wie das einfache Markt im Oberdeutschen am gewöhnlichsten ist.
   Anm. Im Schwabenspiegel in der zweyten Bedeutung schon Markt, im Nieders. in den beyden ersten Bedeutungen, das Markt, das Marked, welches ungewisse Geschlecht auch in einigen andern Gegenden üblich ist, im Dän. Marked, im Isländ. Markadr, im Schwed. Marknad, im Engl. Market, Marketplace, im Franz. Marché, im Ital. Mercato; ohne Zweifel insgesammt aus dem mittlern Lat. Mercatum, Marchetum, so wie dieß von dem Lat. mercari und Mercatus. Was die Abstammung von dem Lateinischen wahrscheinlich macht, ist unter andern auch dieß, daß dieses Wort, so wie das Oberdeutsche marken, handeln, kaufen, bey unsern ältesten Schriftstellern nicht vorkommt, und im Schwabenspiegel vielleicht zuerst angetroffen wird.
 
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Das Marktamt, des -es, plur. die -ämter, in einigen Städten, ein Amt oder Collegium, welches die Marktstreitigkeiten entscheidet, die Tare der auf die Wochenmärkte gebrachten Lebensmittel bestimmt u. s. f. Die Personen, aus welchen dieses Collegium bestehet, werden gemeiniglich die Marktherren, ihr Protokoll aber das Marktbuch genannt.
 
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Die Marktfahne, plur. die -n, an einigen Orten, eine Fahne, welche an Jahr- und Wochenmärkten ausgestecket wird, nach deren Wegnehmung erst die Vorkäufer Erlaubniß haben, Lebensmittel und andere Bedürfnisse einzukaufen, damit sie durch ihren vorsetzlichen Aufkauf den Preis derselben nicht erhöhen können. Wo man sich statt der Fahne eines Strohwisches oder andern Zeichens bedienet, da wird es der Marktwisch oder das Marktzeichen genannt.
 
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Der Marktflêcken, des -s, plur. ut nom. sing. ein Flecken, welcher das Marktrecht, oder das Recht hat, des Jahres einen oder mehrere Jahrmärkte halten zu dürfen, welcher das Mittelding zwischen einer Stadt und einem Dorfe ist, und auch nur ein Flecken schlechthin, im Oberdeutschen aber ein Markt genannt wird. S. Adelung Flecken und Markt.
 
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Die Marktfreyheit, plur. die -en. 1) Die Freyheit eines Ortes, einen öffentlichen Markt haben zu dürfen, ohne Plural; die Marktgerechtigkeit, das Marktrecht. 2) Die denjenigen bewilligten Freyheiten, welche den Jahrmarkt an einem Orte besuchen.
 
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Der Marktgang, des -es, plur. die -gänge, im gemeinen Leben einiger Gegenden, der Marktpreis, wie eine Waare im Verkaufe auf öffentlichem Markte weggehet. Daher marktgängig, diesem Preise gleich oder gemäß. Der marktgängige Preis, der Marktpreis.
 
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Das Marktgêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er. 1) Das von dem Verkäufer auf einem Markte gelösete Geld. 2) Dasjenige Geld, welches der Hausvater zum Einkaufe der nöthigen Bedürfnisse für sein Haus an den Wochenmarkten hergibt. 3) An einigen Orten wird auch das Stand- oder Budengeld, welches die Verkäufer an die Obrigkeit entrichten, das Marktgeld genannt. 4) An noch andern, ein Geschenk

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an Gelde, welches, besonders dem Gesinde, zum Jahrmarkte gegeben wird.
 
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Das Marktgeleit, des -es, plur. die -e, das obrigkeitliche Geleit derer, welche auf einen Jahrmarkt reisen; von Messen, das Meßgeleit.
 
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Die Marktgerêchtigkeit, plur. inus. S. Adelung Marktfreyheit.

 

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