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Markgrafthum bis Markordnung (Bd. 3, Sp. 76 bis 77)
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Artikelverweis Das Markgrafthum, des -es, plur. die -thümer, S. das vorige.
 
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Der Márkgróschen, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein Nahme, welchen in Schlesien die Kauf- und Annehmelehen bey neu erkauften Bauergütern führet, welche an andern Orten die Anfahrt, der Leihkauf, der Ehrenschatz oder Heerschatz, in Österreich das Pfundgeld, in Baiern aber der Anfall heißt. Etwa von marken, kaufen? 2) Im Sächsischen Erzgebirge ist der Markgroschen oder das Markgeld eine gewisse Abgabe von jeder Mark Silber, welche die Geistlichkeit bekommt, dafür Fürbitten in den Kirchen zu thun, Bergpredigten zu halten u. s. f. S. 3. Mark 2. 2).
 
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Das Markhäkel, des -s, plur. ut nom. sing. im Forstwesen einiger Gegenden, ein Nahme des Waldhammers, womit die angewiesenen Bäume gemarket oder gemahlet werden, S. Mahlart und 3. Mark 1. 1).
 
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Der Markhêrr, des -en, plur. die -en, der Grund- und Gerichtsherr einer Holzmark, in Westphalen und am Nieder-Rheine, wo er auch der Holzgraf genannt wird. Siehe 3. Mark 2. 1).

[Bd. 3, Sp. 77]



 
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Das Markholz, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme des Wasserhohlunders oder der Ballrosen; Viburnum Opulus L. weil es wie der Hohlunder ein großes und starkes Mark hat. S. 2. Mark.
 
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Markicht, -er, -ste, adj. et adv. dem Marke, d. i. der öhligen Fettigkeit in den Höhlen der Knochen, ähnlich.
 
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Markig, -er, -ste, adj. et adv. Mark enthaltend. Siehe 2. Mark. Markiges Holz. Figürlich ist in den bildenden und schönen Künsten markig dem Harten und Trocknen entgegen gesetzet. Das Markige in der Zeichnung schließt das Fließende in den Umrissen und das Sanfte in den Strichen ein. Ein markiges Colorit, in welchem die Haltung gehörig beobachtet ist. Ein markiger Pinsel, welcher die Farben wohl in einander vertreibt.
 
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Das Markkoth, des -es, plur. die -e, eine im Osnabrückischen übliche Art der Kothe, deren Besitzer Markköther genannt und den Erbköthern entgegen gesetzt werden. Ein Erbköther gibt zu den gemeinen Abgaben den vierten Theil von dem was ein volles Erbe gibt, ein Markköther aber nur den achten. Es bezeichnet einen Köther, der die Markgerechtsamen auf seinem Hause hergebracht, oder ehedem Theil an einer Holzmark gehabt hat. Ein solches Koth wird daselbst auch Winn genannt. Siehe J. F. A. Lodtmann de Jure Holzgraviali S. 21 und 3. Mark. 2. 1).
 
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Die Marklosung, plur. inus. ein nur in einigen Gegenden übliches Wort. 1) In einigen ist es dasjenige, was man an Kohlen, Eyerschalen u. s. f. unter die Mark- und Gränzsteine legt, und auch das Loszeichen nennet, S. Lesung. 2) In andern ist es eine Art des Näherrechtes, Kraft dessen nichts aus der Mark eines Ortes an einen Fremden verkauft werden darf, oder, wenn es geschehen, wieder zurück gelöset werden kann; wo es auch die Marklösung, ingleichen das Gespielderecht heißt.
 
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Der Markolf, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben einiger Gegenden, ein Nahme des Holzhähers, als eine Nachahmung des ihm eigenthümlichen Geschreyes.
 
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Die Markordnung, plur. die -en, eine obrigkeitliche Verordnung in Sachen, welche die Feld- oder Dorfmark, besonders aber, welche die Holzmark betreffen. S. 3. Mark 2. 1).

 

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