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Markgêld bis Markhäkel (Bd. 3, Sp. 76)
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Artikelverweis Das Markgêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, S. Adelung Markgroschen 2.
 
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Der Márkgenóß, des -ssen, plur. die -ssen, der Genoß oder Theilhaber an einer Mark, besonders an einer Holzmark, in Westphalen und am Niederrheine, wo ein solcher Genoß auch Märker, Erbmann, oder Erbere genannt wird. S. das letztere, ingleichen 3. Mark 2. 1).
 
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Die Markgerêchtigkeit, plur. die -en, die Gerechtigkeit, oder das Recht, eine umschlossene Dorf-, Feld- oder Holzmark zu haben. Ingleichen, die einer solchen Mark anklebenden Gerechtsamen. Es muß mit Marktgerechtigkeit nicht verwechselt werden.
 
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Das Markgericht, des -es, plur. die -e, das Gericht über eine Mark, besonders über eine Holzmark, und in Sachen, welche dieselbe betreffen; das Holzgericht. S. Märkerding in Märker, und 3. Mark 2. 1).
 
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Das Markgewicht, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, die Mark als ein Gewicht betrachtet. Siehe 3. Mark 2. 2).
 
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Der Markgraf, des -en, plur. die -en, ehedem der Graf oder Befehlshaber in einer an der Gränze eines Reiches gelegenen Provinz, welches jetzt in Deutschland eine fürstliche Würde ist, und eine solche Person bezeichnet, welche mit einem Markgrafthume beliehen ist, oder ein Land besitzet, welches ehedem den Nahmen einer Mark, d. i. einer Gränzprovinz, führete. Daher die Markgräfinn, so wohl dessen Gattinn, als auch eine jede fürstliche Person weiblichen Geschlechtes, deren Haus mit dieser Würde bekleidet ist. Im mittlern Lat. Marchio. Man thut Unrecht, wenn man einen Französischen Marquis oder Italiänischen Marchese im Deutschen einen Markgrafen nennet, weil man hier mit diesem Ausdrucke den Begriff einer fürstlichen Würde verbindet, der dort nicht Statt findet.
 
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Markgräflich, adj. et adv. einem Markgrafen gehörig, ihm ähnlich, in dessen Würde gegründet. Die markgräfliche Würde. Die markgräflichen Güter.
 
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Die Markgrafschaft, plur. die -en. 1) Die markgräfliche Würde, obgleich nur selten, und ohne Plural. 2) Das Gebieth eines Markgrafen, doch nur so fern solches ein Land ist, welches diesen Titel von Alters her hergebracht hat, und welches auch nur die Mark, ingleichen das Markgrafthum genannt wird. Lat. Marchionatus.
 
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Das Markgrafthum, des -es, plur. die -thümer, S. das vorige.
 
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Der Márkgróschen, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein Nahme, welchen in Schlesien die Kauf- und Annehmelehen bey neu erkauften Bauergütern führet, welche an andern Orten die Anfahrt, der Leihkauf, der Ehrenschatz oder Heerschatz, in Österreich das Pfundgeld, in Baiern aber der Anfall heißt. Etwa von marken, kaufen? 2) Im Sächsischen Erzgebirge ist der Markgroschen oder das Markgeld eine gewisse Abgabe von jeder Mark Silber, welche die Geistlichkeit bekommt, dafür Fürbitten in den Kirchen zu thun, Bergpredigten zu halten u. s. f. S. 3. Mark 2. 2).
 
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Das Markhäkel, des -s, plur. ut nom. sing. im Forstwesen einiger Gegenden, ein Nahme des Waldhammers, womit die angewiesenen Bäume gemarket oder gemahlet werden, S. Mahlart und 3. Mark 1. 1).

 

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