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Märker bis Markgrafschaft (Bd. 3, Sp. 75 bis 76)
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Artikelverweis Der Märker, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Märkerinn, ein nur in einigen, besonders Niederdeutschen und Rheinischen Gegenden übliches Wort, den Einwohner einer Mark, besonders einer Holzmark, einen Theilhaber an einer Holzmark zu bezeichnen, der auch ein Markgenoß genannt wird. Der Inmärker, ein wirklicher Theilhaber an einer Dorf- oder Holzmark; zum Unterschiede von einem Ausmärker oder Fremden. Daher das Märkerding oder Märkergedinge, das Gericht über diese Märker in Sachen, welche die Mark betreffen, welches in der Wetterau die Marke genannt wird, S. Adelung Markgericht. Der Märkermeister, der Vorgesetzte der Märker. Es stammet nicht von marken, sondern vermittelst der Ableitungssylbe -er unmittelbar von Mark ab. S. 3. Mark 2. 1).
 
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Der Marketênder, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Marketenderinn, eine Person, welche den Soldaten bey einer Armee oder im Lager Lebensmittel oder Getränke verkauft, und zuweilen auch einen Garkoch abgibt, da er denn auch Feldkoch genannt wird. Daher die Marketenderey, plur. die -en, die Lebensart, das Gewerbe eines Marketenders ohne Plural; Marketenderey treiben. Ingleichen das Gezelt des Marketenders, der den Marketendern im Lager angewiesene Platz. Ohne Zweifel aus dem Ital. Mercadante oder Mercatante, Franz. Mercadant. Im Ital. ist so wohl mercare, als mercantare, und mercatantare, handeln.

[Bd. 3, Sp. 76]



 
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Der Markfriede, des -ns, plur. inus. in Westphalen, die Sicherheit einer Holzmark gegen willkührliche Benutzung.
 
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Das Markgêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, S. Adelung Markgroschen 2.
 
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Der Márkgenóß, des -ssen, plur. die -ssen, der Genoß oder Theilhaber an einer Mark, besonders an einer Holzmark, in Westphalen und am Niederrheine, wo ein solcher Genoß auch Märker, Erbmann, oder Erbere genannt wird. S. das letztere, ingleichen 3. Mark 2. 1).
 
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Die Markgerêchtigkeit, plur. die -en, die Gerechtigkeit, oder das Recht, eine umschlossene Dorf-, Feld- oder Holzmark zu haben. Ingleichen, die einer solchen Mark anklebenden Gerechtsamen. Es muß mit Marktgerechtigkeit nicht verwechselt werden.
 
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Das Markgericht, des -es, plur. die -e, das Gericht über eine Mark, besonders über eine Holzmark, und in Sachen, welche dieselbe betreffen; das Holzgericht. S. Märkerding in Märker, und 3. Mark 2. 1).
 
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Das Markgewicht, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, die Mark als ein Gewicht betrachtet. Siehe 3. Mark 2. 2).
 
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Der Markgraf, des -en, plur. die -en, ehedem der Graf oder Befehlshaber in einer an der Gränze eines Reiches gelegenen Provinz, welches jetzt in Deutschland eine fürstliche Würde ist, und eine solche Person bezeichnet, welche mit einem Markgrafthume beliehen ist, oder ein Land besitzet, welches ehedem den Nahmen einer Mark, d. i. einer Gränzprovinz, führete. Daher die Markgräfinn, so wohl dessen Gattinn, als auch eine jede fürstliche Person weiblichen Geschlechtes, deren Haus mit dieser Würde bekleidet ist. Im mittlern Lat. Marchio. Man thut Unrecht, wenn man einen Französischen Marquis oder Italiänischen Marchese im Deutschen einen Markgrafen nennet, weil man hier mit diesem Ausdrucke den Begriff einer fürstlichen Würde verbindet, der dort nicht Statt findet.
 
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Markgräflich, adj. et adv. einem Markgrafen gehörig, ihm ähnlich, in dessen Würde gegründet. Die markgräfliche Würde. Die markgräflichen Güter.
 
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Die Markgrafschaft, plur. die -en. 1) Die markgräfliche Würde, obgleich nur selten, und ohne Plural. 2) Das Gebieth eines Markgrafen, doch nur so fern solches ein Land ist, welches diesen Titel von Alters her hergebracht hat, und welches auch nur die Mark, ingleichen das Markgrafthum genannt wird. Lat. Marchionatus.

 

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