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Marke bis Markgewicht (Bd. 3, Sp. 75 bis 76)
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Artikelverweis Die Marke, plur. die -n, das vorige Wort 3. Mark, mit dem weiblichen e am Ende. 1) In einigen Gegenden, besonders der Wetterau, ist die Marke das Gericht über die Holzmark, S. Adelung Märker. 2) In der weitern Bedeutung eines Zeichens ist es besonders in den Karten- und andern Spielen üblich, diejenigen Zeichen anzudeuten, welche die Stelle des Geldes vertreten, wo es zunächst aus dem Franz. Marque entlehnet ist. Doch gebraucht man es im gemeinen Leben auch in andern Fällen für ein sichtbares Erinnerungszeichen. Sich eine Marke in einem Buche machen, ein Zeichen, es bestehe nun in einem umgeschlagenen Blatte, oder in etwas anderm.
 
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1. Marken, verb. reg. act. von 3. Mark, ein Zeichen. 1) Zeichnen, wo es noch in den Zusammensetzungen am häufigsten ist. Brandmarken, ein Zeichen der Schande einbrennen. Ein Feld, ein Gehölz abmarken, es mit den gehörigen Gränzzeichen versehen. Ausmarken, durch dergleichen Gränzzeichen ausschließen. S. Adelung Markung und Merken. 2) So fern Mark ein Gewicht von 16 Loth bedeutet, sagt man im Hüttenbaue, ein Erz marke, wenn der Zentner desselben mehrere Mark Silbers enthält.
 
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2. * Marken, verb. reg. act. welches nur im Oberdeutschen üblich ist. 1) Kaufen, wo es besonders in dem zusammen gesetzten einmarken, einkaufen, besonders in Menge einkaufen, vorkommt. 2) Handeln, dingen. Lange marken. Wo auch das Diminutivum oder Frequentativum märkeln üblich ist. Es gehöret zu dem Geschlechte des Lat. mercari. S. Adelung Markt.
 
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Der Märker, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Märkerinn, ein nur in einigen, besonders Niederdeutschen und Rheinischen Gegenden übliches Wort, den Einwohner einer Mark, besonders einer Holzmark, einen Theilhaber an einer Holzmark zu bezeichnen, der auch ein Markgenoß genannt wird. Der Inmärker, ein wirklicher Theilhaber an einer Dorf- oder Holzmark; zum Unterschiede von einem Ausmärker oder Fremden. Daher das Märkerding oder Märkergedinge, das Gericht über diese Märker in Sachen, welche die Mark betreffen, welches in der Wetterau die Marke genannt wird, S. Adelung Markgericht. Der Märkermeister, der Vorgesetzte der Märker. Es stammet nicht von marken, sondern vermittelst der Ableitungssylbe -er unmittelbar von Mark ab. S. 3. Mark 2. 1).
 
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Der Marketênder, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Marketenderinn, eine Person, welche den Soldaten bey einer Armee oder im Lager Lebensmittel oder Getränke verkauft, und zuweilen auch einen Garkoch abgibt, da er denn auch Feldkoch genannt wird. Daher die Marketenderey, plur. die -en, die Lebensart, das Gewerbe eines Marketenders ohne Plural; Marketenderey treiben. Ingleichen das Gezelt des Marketenders, der den Marketendern im Lager angewiesene Platz. Ohne Zweifel aus dem Ital. Mercadante oder Mercatante, Franz. Mercadant. Im Ital. ist so wohl mercare, als mercantare, und mercatantare, handeln.

[Bd. 3, Sp. 76]



 
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Der Markfriede, des -ns, plur. inus. in Westphalen, die Sicherheit einer Holzmark gegen willkührliche Benutzung.
 
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Das Markgêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, S. Adelung Markgroschen 2.
 
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Der Márkgenóß, des -ssen, plur. die -ssen, der Genoß oder Theilhaber an einer Mark, besonders an einer Holzmark, in Westphalen und am Niederrheine, wo ein solcher Genoß auch Märker, Erbmann, oder Erbere genannt wird. S. das letztere, ingleichen 3. Mark 2. 1).
 
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Die Markgerêchtigkeit, plur. die -en, die Gerechtigkeit, oder das Recht, eine umschlossene Dorf-, Feld- oder Holzmark zu haben. Ingleichen, die einer solchen Mark anklebenden Gerechtsamen. Es muß mit Marktgerechtigkeit nicht verwechselt werden.
 
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Das Markgericht, des -es, plur. die -e, das Gericht über eine Mark, besonders über eine Holzmark, und in Sachen, welche dieselbe betreffen; das Holzgericht. S. Märkerding in Märker, und 3. Mark 2. 1).
 
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Das Markgewicht, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, die Mark als ein Gewicht betrachtet. Siehe 3. Mark 2. 2).

 

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