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Märe bis Mrgelnúß (Bd. 3, Sp. 69 bis 70)
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Artikelverweis  Märe, u. s. f. S. in Mähre.
 
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Die Marêlle, plur. die -n, ein Nahme so wohl einer Art Kirschen, als auch einer Art Aprikosen, S. Adelung Amarelle.
 
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Die Marêsse, plur. die -n, dem Frisch zu Folge, kleine Klebgarne der Fischer, deren Gebrauch in der Brandenburgischen Fischerordnung verbothen ist.
 
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Margarētha, ein aus dem Griechischen μαργαριτς, eine Perle, entlehnter Taufnahme weiblichen Geschlechtes, welcher in der niedrigen Sprechart in Grethe, in der vertraulichen in Gretchen, in der Ober-Pfalz in Meigerl, im Osnabrück. aber in Meetke verkürzt wird. Im Engl. lautet er im gemeinen Leben Marget, Mez und Peg, in Lotharingen Mouarguite, Marguitte, Gitton, Gotton, Gueritte, Laguitte, Guiguitte.
 
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Die Margarethen-Blume, plur. die -n, Diminut. das Margarethen-Blümchen, ein Nahme der Gänseblumen oder Maßlieben, welche in andern Gegenden Marien-Blümchen genannt werden.
 
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Die Margarethen-Nelke, plur. die -n, oder das Margarethen-Nägelein, plur. ut nom. sing. eine Art so wohl einfacher als gefüllter Gartennelken, welche eine Menge rother Blumen, wie in einem Büschel, bringen, und im Julio blühen.
 
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Der Märgel, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. eine fette, mürbe, zerbrechliche vermischte Erdart, welche aus Thon und Kalkerde bestehet, gemeiniglich von grauer, oft aber auch von weißer und gelber Farbe ist, und zum Düngen der sandigen Äcker gebraucht wird. Mit Märgel düngen. Der verhärtete Märgel wird, wenn er die Gestalt eines Steines hat, im gemeinen Leben einiger Gegenden Schleimstein genannt.
   Anm. Im Engl. Marl, im Dän. Mergel, im Schwed. Märgel, im Franz. Marle, Marne, im mittlern Latein. Marila, Marla, im Böhm. Merk, im Bretagnischen Marg, bey den alten Galliern, dem Plinius zu Folge, Marga. Entweder wegen seiner scheinbaren Fettigkeit und düngenden, den Alten schon bekannten Kraft, als ein Verwandter von 2. Mark, medulla, daher Plinius ihn auch adipem terrae nennet, oder auch zunächst wegen seiner mürben lockern Beschaffenheit, als ein Verwandter so wohl eben dieses Mark, als auch der Wörter mürbe, Nieders. mör, Mörsel, morsch u. s. f. Im gemeinen Leben einiger Gegenden wird das Mark wirklich der Märgel genannt, (S. Adelung Abmärgeln,) so wie

[Bd. 3, Sp. 70]


in Steinmark die letzte Sylbe so viel als Märgel bedeutet. Die Endsylbe -el ist in beyden Fällen die Ableitungssylbe, welche so wohl ein Werkzeug, als auch ein Subject bedeutet. Aus allem erhellet, daß die Schreibart mit einem ä der Abstammung gemäßer ist, als die mit einem e. Im Griech. ist μαριλα Kohlenstaub.
 
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Die Märgelêrde, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, eine mit Märgel vermischte Erde, ingleichen Märgel in Gestalt einer Erde; zum Unterschiede von dem Märgel in fester an einander hängenden Gestalt.
 
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1. Märgeln, verb. reg. act. in der Landwirthschaft, mit Märgel düngen; im mittlern Lat. marlare. Einen Acker märgeln.
 
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2. Märgeln, verb. reg. act. welches nur in den im gemeinen Leben üblichen abmärgeln und ausmärgeln, für völlig entkräften, üblich ist, S. diese Wörter.
 
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Die Mrgelnúß, plur. die -nsse, in der Mineralogie, marcasitische Kieskugeln, welche mit Steinmark überzogen sind. Märgel bedeutet hier so viel als Mark.

 

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