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Mannsucht bis Mansárd-Dách (Bd. 3, Sp. 66 bis 67)
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Artikelverweis Die Mannsucht, plur. car. die Sucht, d. i. anhaltende, heftige und ungeordnete Begierde einer Person weiblichen Geschlechtes nach einer Person männlichen Geschlechtes, welche, wenn sie in eine Art von Tollheit ausartet, die Manntollheit, Liebeswuth genannt wird.
 
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Mannsüchtig, -er, -ste, adj. et adv. mit der Mannsucht behaftet, darin gegründet. Im höchsten Grade mannsüchtig ist manntoll.
 
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Das Mannsvolk, des -es, plur. car. S. Adelung Mannsleute.
 
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Die Mannszucht, plur. car. die Zucht, d. i. Handhabung der Ordnung unter dienstpflichtigen Personen, besonders männlichen Geschlechtes; von Mann, ein Dienstmann geringerer Art. Es wird am häufigsten von der Handhabung guter Ordnung unter den Soldaten gebraucht. Gute, schlechte Mannszucht halten; in welcher Bedeutung das Wort Manzuht schon in dem alten Fragmente auf den Feldzug Carls des Großen bey dem Schilter vorkommt.
 
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Der Manntheil, des -es, plur. die -e, in einigen Niedersächsischen Gegenden, der Theil, welcher jedem Manne, d. i. Eingesessenen des Dorfes, bey jährlicher Theilung des gemeinschaftlichen Heulandes durch das Loos zufällt.
 
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Das Mannthier, des -es, plur. die -e, ein Nahme, welchen in dem Froschmäusler und den nachfolgenden Fabeldichtern der Mensch bey den Thieren führet.
   Ja, schnattert jene (die Gans) drauf, wenn doch das Mannthier nur
   Einst unsre Tugenden erriethe,
   Haged.
 
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Manntoll, -er, -este, adj. et adv. S. Adelung Mannsüchtig.
 
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Die Manntollheit, plur. car. S. Adelung Mannsucht.
 
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Das Mannweib, des -es, plur. die -weiber, eine Person, welche männliche und weibliche Zeugungslieder zugleich hat; im gemeinen Leben ein Zwitter, mit einem Griechischen Ausdrucke ein Hermaphrodit.
 
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Das Mannwêrk, des -es, plur. die -e, im Oberdeutschen, so viel als Tagewerk, wo es besonders als ein Feld- und Wiesenmaß gebraucht wird, so viel zu bezeichnen, als ein Mann mit einem Paar Ochsen in einem Tage umpflügen, oder so viel Wiese, als ein Mann in einem Tage mähen kann, in welchem letztern Falle es auch Mannsmahd genannt wird. Ein Mannwerk ist so viel als in Obersachsen ein Morgen. Steht ein Zahlwort davor, so bleibt es im Plural, wie die meisten Wörter dieser Art, unverändert.

[Bd. 3, Sp. 67]


Sechs Mannwerk. In Zürch hält ein Mannwerk Wiesen 320 Quadrat-Ruthen.
 
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Das Mansárd-Dách, des -es, plur. die Dcher, in der Baukunst, eine Benennung der gebrochenen Dächer; aus dem Franz. à la Mansarde, von dem Nahmen eines Französischen Baumeisters, welcher sie erfunden hat.

 

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