Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Mannruthe bis Mannsleute (Bd. 3, Sp. 64 bis 65)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Die Mannruthe, plur. die -n, in den Niedersächsischen Marschländern, der einem jeden Manne oder Einwohner einer Dorfschaft mit der Ruthe zugemessene Theil, welchen er an den Deichen und Sieltiesen im baulichen Stande erhalten muß; die Hausmaße. Nieders. Mannrode.
 
Artikelverweis 
Das Mannsbild, des -es, plur. die -er, eine Person männlichen Geschlechtes, im gemeinen Leben, im Gegensatze eines Weibsbildes; in der anständigern Sprechart eine Mannsperson, und von vornehmen Personen ein Herr. Drey Mahl im Jahre sollen erscheinen vor dem Herrn alle deine Mannsbilde, (Mannsbilder,) 2 Mos. 23, 17. Von einem Monden an bis auf fünf Jahr sollt du ihn schätzen, wenns ein Mannsbild ist, 3 Mos. 27, 6; wofür man doch jetzt lieber Sohn, Knabe oder Knäbchen sagt. S. Adelung Bild 3. und Mannsen. In einigen Stellen der Deutschen Bibel, wie Es. 44, 13, und Ezech. 16, 17 scheinet es die ungewöhnliche Bedeutung einer menschlichen Bildsäule zu haben.
 
Artikelverweis 
Die Mannschaft, plur. die -en. 1) * Die Mannheit, ohne Plural; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, in welcher es noch im Oberdeutschen üblich ist. Jemanden die Mannschaft benehmen, ihn des Vermögens der ehelichen Beywohnung berauben. 2) * Das Verhältniß zwischen dem Lehensherren und Vasallen, und besonders die von dem letztern dem erstern schuldige Treue, ingleichen der Lehenseid, die Huldigung, gleichfalls ohne Plural; eine gleichfalls veraltete Bedeutung, in welcher es in den mittlern Zeiten häufig vorkommt. Schwed. gleichfalls Manskap. 3) Ein Mannsbild; doch nur noch in einigen Gegenden, besonders Oberdeutschlandes, von geringern, leibeigenen oder zu gewissen Diensten verpflichteten und aufgebothenen Mannsbildern. Das Dorf hat vier und sechzig Mannschaften, dienstbare Einwohner. Acht und zwanzig Mannschaften meisten Theils Wäscher und Bleicher. Zu dieser Arbeit müssen junge und starke Mannschaften aufgebothen werden. Im Hochdeutschen gebraucht man es nur als ein Collectivum und ohne Plural. Die zum Feuerlöschen nöthige Mannschaft. Die Mannschaft des Dorfes zu einem Treibejagen aufbiethen. Ingleichen von mehrern gemeinen Soldaten. Die Mannschaft zusammen kommen lassen.

[Bd. 3, Sp. 65]


Schwed. Manskap. 4) In den Zusammensetzungen Kaufmannschaft, Landsmannschaft, und vielleicht noch einigen andern bedeutet es den Stand eines Kaufmannes, die Eigenschaft, das Verhältniß eines Landsmannes, so wie in Hauptmannschaft so wohl die Würde eines Hauptmannes, als auch dessen Gebieth. Siehe -Schaft.
 
Artikelverweis 
Der Mannsschild, des -es, plur. inus. eine Pflanze, wovon die eine Art in Österreich, andere Arten aber auf den Alpen einheimisch sind; Androsace L. Mannsharnisch, Nabelkraut.
 
Artikelverweis 
† Das Mannsen, des -s, plur. ut nom. sing. ein nur in den niedrigen Sprecharten einiger Gegenden, besonders Meißens, übliches Wort, ein Mannsbild, eine Mannsperson; im Gegensatze eines Weibsens. Stosch hält es irrig für einen besondern Plural von Mann, indem es vermittelst der Ableitungssylbe -sen von diesem Worte gebildet ist, S. -Sen. Ob das Kind ein Mannsen oder Weibsen seyn werde, Based.
 
Artikelverweis 
Die Mannsfahrt, plur. die -en, im Bergbaue einiger Gegenden, die Fahrt auf Leitern in einen Schacht, die Handfahrt; zum Unterschiede von der Fahrt in Tonnen.
 
Artikelverweis 
Das Mannskleid, des -es, plur. die -er, ein Kleid für eine Person männlichen Geschlechtes, ein männliches Kleid; im Gegensatze eines Frauenskleides.
 
Artikelverweis 
Die Mannskleidung, plur. doch nur von mehrern Arten, die -en, die männliche Kleidung; in der Deutschen Bibel 5 Mos. 22, 5 mit einem jetzt ungewöhnlichen Worte Mannsgeräthe.
 
Artikelverweis 
Das Mánnsklōster, des -s, plur. die -klȫster, ein Mönchskloster; zum Unterschiede von einem Frauen- oder Nonnenkloster.
 
Artikelverweis 
Die Mannslange, plur. die -n, die Länge eines gewöhnlichen Mannes, d. i. drey Ellen, oder eine Klafter. Die Grube war vier Mannslängen tief. Auf ähnliche Art gebraucht man im gemeinen Leben auch die Bey- und Nebenwörter mannshoch, mannstief, mannsdick.
 
Artikelverweis 
Die Mannsleute, sing. inus. mehrere Personen männlichen Geschlechtes, als ein Collectivum, doch nur von geringern Personen, in der harten und niedrigen Sprechart, das Mannsvolk, in etwas gelinderm Verstande Männervolk; alles im Gegensatze der Frauensleute oder Weibsleute, des Frauenvolkes oder Weibsvolkes.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: