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Mánnbūch bis Mannhaft (Bd. 3, Sp. 60)
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Artikelverweis Das Mánnbūch, des -es, plur. die -bǖcher, ein größten Theils veraltetes, nur noch in einigen Gegenden übliches Wort, ein Lehenbuch zu bezeichnen; von Mann, Lehensmann, Vasall.
 
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* Mannen, verb. reg. act. welches aber für sich allein im Hochdeutschen ungewöhnlich ist. Im Oberdeutschen bedeutete es ehedem heirathen, einen Mann nehmen, von dem andern Geschlechte, so wie weiben ein Weib nehmen. Es ist im Hochdeutschen nur noch in den Zusammensetzungen bemannen, entmannen, ermannen und übermannen, aber in andern Bedeutungen, üblich. S. diese Wörter.
 
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Männern, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches aber nur in den niedrigen Sprecharten üblich ist. Ein Mädchen männert, wenn es Begierde zu heirathen hat, und diese Begierde merken lässet. Ein junger Mensch männert, wenn er anfängt, sich wie ein gesetzter ernsthafter Mann zu betragen.
 
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Das Männervolk, des -es, plur. inus. alle oder mehrere Mannspersonen geringerer Art; im gemeinen Leben das Mannsvolk.
 
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Die Männermörderinn, plur. die -en, eine Frau, welche ihren Ehemann ermordet hat; wo der Plural mit eben dem Rechte stehet, mit welchem eine Person, wenn sie gleich nur Ein Kind ermordet hat, eine Kindermörderinn genannt wird.
 
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Mannfêst, -er, -este, adj. et adv. fest, d. i. unbeweglich, tapfer, wie ein Mann; mannhaft. Mannfest stehen, nicht weichen. Ehedem war es auch ein Titel der Ritter und rittermäßigen adeligen Personen, so wie es zuweilen noch jetzt ist. S. Adelung Mannhaft.
 
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* Das Manngêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, ein veraltetes, nur noch in einigen Gegenden für Lehengeld übliches Wort; von Mann, Lehensmann, Vasall. Ingleichen der jährliche Gehalt, welchen ein Dienstmann aus der Kammer seines Herren bekam. So fern Mann einen Menschen überhaupt bedeutete, war Manngeld ehedem die Geldstrafe, welche man für einen begangenen Mord erlegen mußte.
 
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Das Manngericht, des -es, plur. die -e, gleichfalls nur noch in einigen Gegenden, das Lehengericht, der Lehenhof; von Mann, ein Lehenmann. Ehedem auch das Mannding, die Mannkammer. Daher das Mannrecht, das Lehenrecht, der Mannrichter, der Lehenrichter, der Manntag, der Tag, an welchem sich die Lehenmänner versammelten, der Mannbothe, der Gerichtsdiener eines Lehengerichtes u. s. f. welche Wörter jetzt insgesammt veraltet sind. In Schlesien wird das Land- oder Provinzial-Gericht noch das Manngericht genannt.
 
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Manngierig, -er, -ste, adj. et adv. eine heftige ungeordnete Begierde nach einem Ehemanne empfindend, von Personen des andern Geschlechtes. Eine manngierige Weibesperson.
 
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Das Manngrab, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben einiger Gegenden, so viel Land, als ein Mann in einem Tage umgraben kann, wo es besonders als ein Maß der Weinberge gebraucht wird; auf den Alpen ein Mannstoffel. Auf ähnliche Art gebraucht man von Wiesen das Wort Mannsmahd.
 
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Mannhaft, -er, -este, adj. et adv. in der engern Bedeutung des Wortes Mann, einem tapfern, streitbaren, entschlossenen Manne gleich und ähnlich, und darin gegründet. Es sind lauter mannhafte Leute. Sich mannhaft vertheidigen. Eine mannhafte That. Ein mannhaftes Gemüth. Ehe man anfing, die Adeligen nach der Geburt zu tituliren, war mannhaft ein sehr beliebter Titel der Ritter und edlen Knechte, welchen bürgerliche

[Bd. 3, Sp. 61]


Kriegsbeamte aus manchen fürstlichen Kanzelleyen noch jetzt, adelige aber mannfest bekommen.

 

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