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Mannbar bis Manngierig (Bd. 3, Sp. 59 bis 60)
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Artikelverweis  Mannbar, -er, -ste, adj. et adv. 1) * Von Mann, ein tapferer Mann, oder auch ein Dienstmann höherer Art, ein Vasall, war dieses Wort ehedem so viel als mannfest, mannhaft, und, so wie dieses, ein Ehrentitel rittermäßiger männlicher, und hernach aller adeligen männlichen Personen; auf welche Art es aber veraltet ist. 2) Von Mann, Ehemann, ist mannbar fähig zu heirathen, dem Alter nach, wo es besonders von dem andern Geschlechte gebraucht wird. Eine mannbare Jungfer. Das mannbare Alter. Mannbar werden. Schwed. manbar, Dän. mandbar, bey dem Hornegk mynneper, als wenn es von Minne, Liebe, abstammete.

[Bd. 3, Sp. 60]



 
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Die Mannbarkeit, plur. inus. in der letzten Bedeutung des vorigen Wortes, die Eigenschaft, da eine Person des andern Geschlechtes mannbar ist.
 
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Das Mánnbūch, des -es, plur. die -bǖcher, ein größten Theils veraltetes, nur noch in einigen Gegenden übliches Wort, ein Lehenbuch zu bezeichnen; von Mann, Lehensmann, Vasall.
 
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* Mannen, verb. reg. act. welches aber für sich allein im Hochdeutschen ungewöhnlich ist. Im Oberdeutschen bedeutete es ehedem heirathen, einen Mann nehmen, von dem andern Geschlechte, so wie weiben ein Weib nehmen. Es ist im Hochdeutschen nur noch in den Zusammensetzungen bemannen, entmannen, ermannen und übermannen, aber in andern Bedeutungen, üblich. S. diese Wörter.
 
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Männern, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches aber nur in den niedrigen Sprecharten üblich ist. Ein Mädchen männert, wenn es Begierde zu heirathen hat, und diese Begierde merken lässet. Ein junger Mensch männert, wenn er anfängt, sich wie ein gesetzter ernsthafter Mann zu betragen.
 
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Das Männervolk, des -es, plur. inus. alle oder mehrere Mannspersonen geringerer Art; im gemeinen Leben das Mannsvolk.
 
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Die Männermörderinn, plur. die -en, eine Frau, welche ihren Ehemann ermordet hat; wo der Plural mit eben dem Rechte stehet, mit welchem eine Person, wenn sie gleich nur Ein Kind ermordet hat, eine Kindermörderinn genannt wird.
 
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Mannfêst, -er, -este, adj. et adv. fest, d. i. unbeweglich, tapfer, wie ein Mann; mannhaft. Mannfest stehen, nicht weichen. Ehedem war es auch ein Titel der Ritter und rittermäßigen adeligen Personen, so wie es zuweilen noch jetzt ist. S. Adelung Mannhaft.
 
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* Das Manngêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, ein veraltetes, nur noch in einigen Gegenden für Lehengeld übliches Wort; von Mann, Lehensmann, Vasall. Ingleichen der jährliche Gehalt, welchen ein Dienstmann aus der Kammer seines Herren bekam. So fern Mann einen Menschen überhaupt bedeutete, war Manngeld ehedem die Geldstrafe, welche man für einen begangenen Mord erlegen mußte.
 
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Das Manngericht, des -es, plur. die -e, gleichfalls nur noch in einigen Gegenden, das Lehengericht, der Lehenhof; von Mann, ein Lehenmann. Ehedem auch das Mannding, die Mannkammer. Daher das Mannrecht, das Lehenrecht, der Mannrichter, der Lehenrichter, der Manntag, der Tag, an welchem sich die Lehenmänner versammelten, der Mannbothe, der Gerichtsdiener eines Lehengerichtes u. s. f. welche Wörter jetzt insgesammt veraltet sind. In Schlesien wird das Land- oder Provinzial-Gericht noch das Manngericht genannt.
 
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Manngierig, -er, -ste, adj. et adv. eine heftige ungeordnete Begierde nach einem Ehemanne empfindend, von Personen des andern Geschlechtes. Eine manngierige Weibesperson.

 

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