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Malzschaufel bis Manāti (Bd. 3, Sp. 41 bis 43)
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Artikelverweis Die Malzschaufel, plur. die -n, eine Schaufel, womit das zum Malz bestimmte Getreide auf der Malztenne umgewendet wird.
 
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Die Malzscheibe, plur. die -n, die auf der Tenne in Gestalt einer Scheibe ausgebreitete auswachsende Gerste.
 
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Der Malzstaub, des -es, plur. car. dasjenige, was von dem fertigen Malze vor dem Schroten durch Sieben abgesondert wird, und aus Keimen, Staub u. s. f. bestehet; Darrstaub.
 
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Die Malztênne, plur. die -n, eine Tenne in einem Brauhause, auf welche das eingeweichte Getreide zum Keimen und Auswachsen geschüttet wird. Im Churkreise heißt sie die Hummel.
 
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Die Mammā, plur. inus. die Mutter; ein zunächst aus dem Französischen entlehntes Wort, welches Kinder von guter Erziehung statt des im gemeinen Leben üblichen Mutter zu gebrauchen pflegen, so wie für Vater in diesem Falle Papa üblich ist. Indessen wird es jetzt nur noch von unmündigen und unerwachsenen Kindern gebraucht, dagegen erwachsene in den Anreden wohl auch noch die Französischen Ausdrücke beybehalten, sich aber, wenn sie in der dritten Person von ihren Ältern sprechen, lieber der Deutschen Ausdrücke Vater und Mutter bedienen.

[Bd. 3, Sp. 42]



   Anm. Es ist zwar in dieser Gestalt zunächst aus dem Französischen entlehnet, indessen ist es doch so wie Amme ein altes Wort, welches die Natur selbst die unmündigen Kinder stammeln lehret, weil die Sylben am und ma die ersten und leichtesten sind, welche ein Kind aussprechen lernet, daher auch dieses Wort fast in allen Sprachen angetroffen wird. Dahin gehören unter andern auch das Griech. μαμμα, und das Lat. Mamma. S. Adelung Amme, und das folgende Mämme. Um eben dieser Ursache willen heißt auch die weibliche Brust im Französischen Mammelle.
 
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Die Mämme, plur. die -n, das vorige Wort, nur in seiner echten Deutschen Gestalt. 1) Es ist noch in den niedrigen Sprecharten für Mutter üblich, besonders so fern es von unerwachsenen Kindern des großen Haufens gebraucht wird. Meine Mämme. 2) Eine feige Mämme, ein feiger Mensch im verächtlichen Verstande, welchen man auch wohl eine alte Mämme, ein altes Weib, zu nennen pflegt.
   Anm. In der ersten Bedeutung im Nieders. Möhme, im Wallif. und Engl. Mam, im Schwed. Mamma, im Albanischen Mama, im Wallach. Mama. S. das vorige, ingleichen das damit gleichfalls verwandte Muhme.
 
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Der Mammelúck, des -en, plur. die -en, ein Arabisches Wort, welches eigentlich einen Sclaven bedeutet, und womit man in Ägypten diejenigen zu benennen pflegt, welche von christlichen Ältern geboren, in ihrer Jugend aber gefangen, und in der Mahomedanischen Religion und Sitte erzogen worden. Es ist durch die Handlung, vielleicht auch schon durch die Kreuzzüge, in Deutschland bekannt geworden, wo man es nur im verächtlichen Verstande, so wohl von einem Abtrünnigen in der Religion, als auch von dem Überläufer zu eines andern Partey, ja oft auch überhaupt von einem Heuchler zu gebrauchen pflegt.
   Denn kein Mammeluck besteht,
   Wenn die Welle
   Harter Plagen sich erhöht,
   Gryph.
 
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Der Mámmon, des -s, plur. car. zeitliches Vermögen, im verächtlichen Verstande, und so fern man sein Herz auf eine ungebührliche Art daran hänget; ein Griechisches, durch Luthers Übersetzung des neuen Testamentes in der theologischen Sprechart üblich gewordenes Wort, von μαιμοειν, heftig begehren. Daher der Mammons-Knecht, oder Mammons-Diener, der dem zeitlichen Vermögen auf eine ungeordnete Art ergeben ist, im verächtlichen Verstande. Im Tatian kommt dafür Vuerolt uuolu vor.
 
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1. * Man, eine Partikel, welche nur im Niederdeutschen und den nördlichern Sprachen gangbar, den Hoch- und Oberdeutschen aber unbekannt ist. Sie bedeutet, 1) aber. Ich weiß es wohl, man (aber) ich sage es nicht. 2) Nur. Das ist ja man (nur) ein Bißchen. Komm man (nur) her. Im Holländ. men, im Schwed. man, wo es mit dem Griech. μονως in der Bedeutung genau überein kommt.
 
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2. Man, ein unbestimmtes Pronomen, welches nur allein conjunctive mit der dritten einfachen Person eines Zeitwortes gebraucht wird. Es bestimmt von dem Subjecte, welches es ausdruckt, weiter nichts, als daß solches zum menschlichen Geschlechte gehöre, ohne übrigens die Zahl, das Geschlecht, oder sonst einen andern Umstand auszudrucken. Es ist darin der Gegensatz, oder wenn man lieber will, der Gesellschafter des unbestimmten es, welches nur allein von Sachen oder Dingen gebraucht wird, sich aber doch im Gebrauche weiter erstreckt als man, indem es mit einem Beysatze auch von Personen gebraucht werden kann, dagegen sich man niemahls von Sachen brauchen läßt. Es schießt jemand, oder man schießt.
   In den Sprachlehren heißt es gemeiniglich, dieses man mache unpersönliche Zeitwörter, oder werde unpersönlichen Zeitwörtern

[Bd. 3, Sp. 43]


vorgesetzt; ein Ausdruck, der sehr unbequem ist. Man ist wirklich ein persönliches Fürwort, aber ein sehr unbestimmtes, welches die Zahl, das Geschlecht, und übrigen Verhältnisse der handelnden Person unentschieden lässet, aber doch immer etwas Persönliches bedeutet. Man hat es mir gesagt, kann so wohl bedeuten, es hat es mir jemand gesagt, als auch, es haben es mir mehrere gesagt. Man findet allerley Leute in der Welt. Man schreibt es mir von Amsterdam. Wenn man nicht hören will, so muß man fühlen. Als ob es eine Schande wäre, zu nehmen, was man uns gibt, Weiße. Man denke sich einen Menschen, der nie in der Gesellschaft gelebt hat. Man beneidet mich, sonst würde man sie nicht verkleinern, Gell. Der Thiere Krieg hört auf, man ist der Zwietracht müde, Haged.
   Man gebraucht dieses unbestimmte Fürwort oft, wenn man das Subject mit Fleiß nicht näher bestimmen will. S. Adelung Es I.
   Da dieses Fürwort die Person sehr unbestimmt ausdruckt, so kann es nicht in solchen Fällen gebraucht werden, wo die Handlung von der Art ist, daß sie nur einer sehr bestimmten Person zukommen kann. Man sagt daher nicht, man hat die Welt erschaffen, sondern Gott hat, oder die Welt ist erschaffen worden; nicht man hat mich geboren, sondern ich bin geboren worden. Dahin gehöret auch der in einigen Gegenden übliche Gebrauch, wo man sich dieses Fürwortes bedienet, wenn man einen andern nicht gern du, er oder sie nennen will. Man komme her. Man schweige doch. Welcher Gebrauch widrig klingt, weil der persönliche Gegenstand, welchen dieses man bezeichnen soll, hier sehr bestimmt ist.
   Dieses Pronomen kann nur allein in der ersten Endung gebraucht werden. In den übrigen Endungen bedienet man sich in Niedersachsen des unbestimmten ein. Was man nicht gelernet hat, das kann man auch nicht von einem fordern. Wenn man den Leuten die Wahrheit sagt, so wird man einem gram. Es wird einem blutsauer. In der anständigern Schreibart vermeidet man solches, und sucht dem Ausdrucke eine andere Wendung zu geben. Man muß es sich blutsauer werden lassen. Wenn man den Leuten die Wahrheit sagt, so wird man von ihnen gehasset. S. 1. Ein IV.
   Da man allein den persönlichen Gegenstand ausdruckt, so läßt es sich nicht allemahl im Passivo gebrauchen, wo es im Activo Statt fand. Im Activo sagt man ganz richtig, man schießt, im Passivo hingegen, es wird geschossen, weil sich hier der persönliche Gegenstand in den Gegenstand der Sache verwandelt.
   In einigen Oberdeutschen Kanzelleyen pflegt man dieses man, um den Ausdruck noch unbestimmter zu machen, oft durch ein passives Reciprocum zu umschreiben. Wenn nicht einmahl sich selbst geschonet wird, für, wenn man nicht einmahl sich selbst schonet.
   Anm. Bey dem Ottfried und andern ältern Schriftstellern gleichfalls man, im Nieders. men, me, im gemeinen Leben einiger Oberdeutschen ma, im Dän. und Schwed. man. Es ist unser Wort Mann, so fern es ehedem überhaupt einen Menschen bedeutete, welches in dieser Gestalt sein altes einfaches n behalten hat, als man das Hauptwort im 16ten Jahrhunderte mit einem doppelten nn zu schreiben anfing. Die heutigen Franzosen gebrauchen dafür ou, die ältern schrieben es hom, welches gleichfalls das verkürzte homme, Mensch, ist. Das hohe Alter dieser Art des Ausdruckes erhellet unter andern auch aus dem Hebräischen, wo die Hauptwörter 05d005e9 und 05d205d105e8, welche beyde einen Mann bedeuten, so wie unser Deutsches man gleichfalls unbestimmt gebraucht werden. S. Adelung Mann.
 
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Der Manāti, S. Adelung Seekuh.

[Bd. 3, Sp. 44]


 

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