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Malz bis Malzmahler (Bd. 3, Sp. 40 bis 41)
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Artikelverweis Das Malz, des -es, plur. inus. das zum Bierbrauen bestimmte geschrotene Getreide, und in weiterer Bedeutung auch das durch Einweichen und Dörren zum Schroten zubereitete Getreide dieser Art. Daher man unter dem Ausdrucke Malz machen oder malzen und mälzen gemeiniglich nur die Arbeit des Einweichens und Dörrens verstehet, ungeachtet nach der Abstammung eigentlich das Schroten dieses Getreides diesen Nahmen führen sollte. Luftmalz, welches nach dem Einweichen und Keimen an der Luft getrocknet worden, zum Unterschiede von dem Darrmalze. Weitzenmalz, Gerstenmalz, Hafermalz. Es ist Hopfen und Malz an ihm verloren, sagt man im gemeinen Leben von einem Menschen, von welchem keine Besserung mehr zu hoffen ist.
   Anm. Im Nieders. Molt, im Angels. Mealt, im Engl. Malt, im Holländ. Mout, im Schwed. Malt. Wachter leitet es sehr unwahrscheinlich von dem Lat. Polenta ab, Frisch von dem Lat. Molitum, Ihre mit etwas mehrerer Wahrscheinlichkeit von dem Schwed. mjäll, Engl. mellow, weich, mollis, milde, molsch, Griech. μαλθοειν, erweichen, Angels. mealt, Deutsch schmelzen, so daß damit vornehmlich auf die Einweichung gesehen würde, zumahl da im Schwed. mälta von dem ersten Keimen der Gewächse gebraucht wird. Mit eben so vielem Rechte kann man es als einen Abkömmling von mahlen, molere, ansehen, zumahl da Molt und Molta bey den Schriftstellern des mittlern Zeitalters mehrmahls für Staub vorkommen, und im mittlern Lat. Malta, Molta, Mörtel ist. Vermuthlich wurde das Malz aus einer ähnlichen Ursache ehedem auch Braß genannt, im mittlern Latein. Brace, Brasium, indem das Schroten des zum Malz bestimmten Getreides noch jetzt brechen genannt wird.

[Bd. 3, Sp. 41]



 
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Die Málz-Accīse, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, in einigen Ländern, eine Accise, welche von dem Malze entrichtet wird.
 
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Der Malzboden, des -s, plur. die -böden, ein Boden, auf welchem das eingeweichte und zum Malz bestimmte Getreide getrocknet wird; ingleichen ein Boden, auf welchem das Malz aufbewahret wird.
 
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Das Malzbrêt, des -es, plur. die -er, in den Malzdarren, diejenigen Breter, auf welchen das Malz im Darren zu liegen kommt.
 
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Die Malzdarre, in der anständigern Sprechart, die Malzdörre, plur. die -n, eine besondere Art Öfen in den Brauhäusern, auf welchen das zum Malz bestimmte Getreide gedörret, d. i. durch Hülfe des Feuers getrocknet wird.
 
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Malzen, im gemeinen Leben mälzen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, Malz machen, wo es doch nur von der vor dem Schroten oder Mahlen nöthigen Zubereitung, besonders dem Einweichen und Trocknen gebraucht wird. Nieders. molten, Holländ. mouten, Schwed. mälta.
 
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Der Malzer, oder Mälzer, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher die Geschicklichkeit verstehet, aus dem Getreide durch Einweichung, Trocknung und Dörrung Malz zu machen; der Malzmacher. Nieders. Molter, Holländ. Mouter.
 
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Die Malzkammer, plur. die -n, in den Brauhäusern, eine Kammer, in welcher man das Malz, ehe es auf die Mühle zum Schroten geschaffet wird, nochmahls anfeuchtet.
 
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Der Malzkasten, des -s, plur. ut nom. sing. ein Kasten, in welchem das Malz verwahret wird. In einigen Gegenden ist es auf den Malzmühlen ein Kasten von bestimmter Größe, welcher zugleich das Maß des zu einem Gebräude nöthigen Malzes ist.
 
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Der Malzkorb, des -es, plur. die -körbe, ein Korb, worin das Malz von der Darre auf den Malzboden getragen wird.
 
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Der Malzmahler, des -s, plur. ut nom. sing. an einigen Orten, z. B. in Dresden, eine verpflichtete und von dem Malzmüller noch verschiedene Person, welche die Aussicht über das zum Mahlen bestimmte Malz hat.

 

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