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Mālaga bis Maltern (Bd. 3, Sp. 38 bis 40)
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Artikelverweis Der Mālaga, plur. car. der Nahme eines Sectes oder Spanischen süßen Weines, welcher aus der Stadt Malaga in Granada zu uns gebracht wird, von welcher er auch den Nahmen hat.
 
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Maledēien, verb. reg. act. welches nur noch in dem zusammen gesetzten vermaledeien, für verfluchen, im gemeinen Leben vorkommt. Es ist aus dem Latein. maledicere verstümmelt, wie benedeien von benedicere.
 
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Das Malefiz, des -es, plur. die -e, ein aus dem Lat. Maleficium entlehntes und nur in einigen Oberdeutschen Gegenden übliches Wort, wo es nicht nur ein Criminal-Verbrechen, sondern auch das Recht, Criminal-Verbrechen zu untersuchen und zu bestrafen, die obere Gerichtsbarkeit, den Blutbann bedeutet, welcher alsdann auch das Malefiz-Recht genannt wird. Daher der Malefiz-Fall, ein für diese Gerichtsbarkeit gehöriger Fall, ein Zentfall, Fraisfall, Criminal-Fall; das Malefiz-Gericht, das obere Gericht, Criminal-Gericht.
 
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Malen, S. Adelung Mahlen.

[Bd. 3, Sp. 39]



 
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Die Mallemucke, plur. die -n, der nordische Nahme des Sturmvogels, S. dieses Wort.
 
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Der Malm, des -es, plur. inus. nur in einigen Gegenden, ein zerriebener, zu Pulver gemachter, gemahlner Körper, Staub, Graus, Gries u. s. f. Frisch führet einige ältere Beyspiele an, woraus erhellet, daß im Nieders. Melm für Staub gebraucht worden, in welchem Verstande es auch bey dem Stryker vorkommt. Im Schwed. ist Malm der Sand, und im Ital. Melma Koth, Schlamm. Es gehöret mit dem noch üblichern Mulm, dem Nieders. Mull, Staub, Auskehrich, unserm Malz und Mehl, dem Oberd. Schmolle, Brotkrume, Isländ. Mola, und andern dieser Art zu dem Zeitworte 2. Mahlen, molere, und dem davon abstammenden malmen. S. Adelung Mulm und Zermalmen.
 
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Die Malonke, plur. die -n, eine Art Pflaumen. S. Maronke.
 
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1. * Das Malter, des -s, plur. inus. ein nur in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden übliches Wort, einen klein geriebenen oder gebröckelten Körper, Schutt, Graus u. s. f. zu bezeichnen. Es war kein Haus in der Stadt, in welchem die Erderschütterung nicht einiges Malter herab gerissen hätte. Es gehöret mit dem vorigen Malm und dem folgenden Malz zu dem Geschlechte des Zeitwortes 2. Mahlen, molere.
 
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2. Das Malter, des -s, plur. ut nom. sing. welches jetzt nur noch als ein Maß verschiedener Dinge üblich ist. 1) Als ein Getreidemaß größerer Art, wo es fast in jeder Provinz von einem andern Gehalte ist. In Nürnberg hält ein Malter 8 Metzen, 32 Diethhaufen, 64 Diethhäuflein oder 128 Maß; in Erfurt 4 Viertel, 12 Scheffel, 48 Metzen, oder 192 Mäßchen; im Gothaischen 2 Scheffel oder 4 Viertel; in der Pfalz und Frankfurt am Main, wo es so viel als ein Achtel ist, 4 Simmer, 8 Metzen, 16 Sechter oder 64 Gescheid; in Danzig 16 Scheffel, 64 Viertel, oder 256 Metzen; im Hannöverischen 3 Scheffel, 6 Himten oder 12 Metzen; in Westphalen 4 Scheffel, 16 Viertel oder 192 Kannen; in Cöln 24 Faß; im Osnabrückischen 12 Scheffel, 48 Viertel, oder 192 Becher oder Metzen; in Obersachsen 12 Scheffel, 48 Viertel, oder 192 Metzen, wo es doch noch nach Maßgebung des Gehaltes der Scheffel wieder verschieden ist. 2) Als ein Maß des zu Scheiten geschlagenen Holzes, welches bey den Hammerwerken, Kohlenbrennern u. s. f. einiger Gegenden üblich ist, und gemeiniglich einen Würfel 4 Fuß hoch, 4 Fuß lang und 4 Fuß breit ausmacht, der folglich 64 Cubik-Fuß hält. Neun Malter machen alsdann 4 Klafter zu 4 Fuß Länge, drey Malter aber eine Floßklafter. 3) Als eine Zahl, wo es in einigen Gegenden eine Zahl von 15 ist, und alsdann mit dem verwandten Worte Mandel überein kommt. Ein Malter Garben, Käse u. s. f. da ist eine Mandel, oder eine Zahl von 15. In dem Schwabenspiegel Kap. 167 ist so wie in dem Sachsenspiegel des Königes Malter, d. i. ein großes Malter, eine Zahl von 30 Schlägen, welche der Verbrecher in manchen Fällen mit einer eichenen Spießgerte von drey oder vier Ellen lang bekam.
   Anm. Als ein Getreidemaß im Nieders. Molt, ohne die Ableitungssylbe -er, im alten Engl. Maulder, Malder, im mittlern Lat. Maldra, Maldrus, Maltrum, Maldarium u. s. f. Es gehöret mit unserm Mulde, zu dem Geschlechte des Wortes 5. Mahl, welches so wohl einen tiefen Raum, ein Gefäß, als auch eine Erhöhung, einen Haufen bedeutet, von welcher letztern Bedeutung unser Malter, wenn es ein Holzmaß ist, abstammet. Zu der Bedeutung eines Gefäßes gehöret das mittlere Lat. Malderia, ein Kochgeschirr, das Angels. Mele, eine Schüssel, das Ulphilanische Mela, ein Scheffel, Schwed. Mål, Isländ. Mal, Flandrisch Mael; daher im Schwed. måla überhaupt messen ist. Da Mahl, Maß, und das Lat. Modius, (Nieders. Maat,) nur in den Ableitungssylben verschieden ist, so ist die Verwandtschaft

[Bd. 3, Sp. 40]


dieser Wörter leicht zu erkennen. Daher ist auch im mittlern Lat. Modulus ein Maß des geschlagenen Holzes, Franz. Moule de bois. Was die Bedeutung einer Zahl betrifft, so hat Malter dieselbe mit Mandel, Pfund, Schilling und andern ähnlichen Ausdrücken gemein, worunter besonders die beyden letzten mehrmahls von einer gewissen Anzahl Schläge vorkommen, S. diese Wörter. In einigen besonders Oberdeutschen Gegenden ist dieses Wort weiblichen Geschlechtes, die Malter.
 
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Das Malterholz, des -es, plur. inus. Holz, welches nach Maltern gemessen wird, zu Maltern geschlagen werden soll; zum Unterschiede von dem Klafterholze.
 
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Maltern, verb. reg. act. in der zweyten Bedeutung des Wortes Malter. Das Holz maltern oder aufmaltern, es in Malter setzen.

 

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