Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Makrōne bis Malter (Bd. 3, Sp. 38 bis 39)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Die Makrōne, plur. die -n, eine Art Zuckergebackenen, von Mehl, zerstoßenen Mandeln und Zucker. Aus dem Ital. Maccarone, Franz. Macaron, im mittlern Lat. Maccaro, von dem Ital. Macca, Mehl, Schrot, gröblich zerstoßene Dinge, und maccare, gröblich zermalmen. Das Ital. Maccarone hat noch eine andere Bedeutung, welche in Deutschland gleichfalls nicht selten ist, indem es grobe oder große Nudeln und aus einem Nudelteige gemachte Mehlflecke bedeutet, welche in Italien und Oberdeutschland auf mancherley Art zugerichtet werden. Diesen Nudeln oder Maccaroni zu Ehren schrieb Merlino Cocajo, ein scherzhafter Dichter seiner Zeit, seine Maccorea, ein possierliches Gedicht, in welchem Lombardische und Lateinische Verse mit einander abwechselten; daher man nachmahls alle aus mehrern abwechselnden Sprachen bestehenden Gedichte maccaronische Gedichte genannt hat.
 
Artikelverweis 
Mal, S. Adelung Mahl.
 
Artikelverweis 
Der Malachīt, des -en, plur. die -en, ein grüner glasartiger Stein, welchen man ehedem unter die Edelsteine rechnete, welcher aber weiter nichts als ein grüner quarzartiger Spath ist, der eine Politur annimmt und seine grüne Farbe von dem beygemischten Kupfer hat, daher man ihn auch unter die Kupfererze rechnet. Aus dem Griech. μαλαχιτς oder μολοχιτς, von μολοχ, Malva, Pappel, weil sein Grün dem Grün dieser Pflanze ähnlich ist. Weil er, wenn er den Kindern angehängt wird, sie vor dem Schrecken bewahren soll, so wird er im gemeinen Leben auch Schreckstein genannt.
 
Artikelverweis 
Der Mālaga, plur. car. der Nahme eines Sectes oder Spanischen süßen Weines, welcher aus der Stadt Malaga in Granada zu uns gebracht wird, von welcher er auch den Nahmen hat.
 
Artikelverweis 
Maledēien, verb. reg. act. welches nur noch in dem zusammen gesetzten vermaledeien, für verfluchen, im gemeinen Leben vorkommt. Es ist aus dem Latein. maledicere verstümmelt, wie benedeien von benedicere.
 
Artikelverweis 
Das Malefiz, des -es, plur. die -e, ein aus dem Lat. Maleficium entlehntes und nur in einigen Oberdeutschen Gegenden übliches Wort, wo es nicht nur ein Criminal-Verbrechen, sondern auch das Recht, Criminal-Verbrechen zu untersuchen und zu bestrafen, die obere Gerichtsbarkeit, den Blutbann bedeutet, welcher alsdann auch das Malefiz-Recht genannt wird. Daher der Malefiz-Fall, ein für diese Gerichtsbarkeit gehöriger Fall, ein Zentfall, Fraisfall, Criminal-Fall; das Malefiz-Gericht, das obere Gericht, Criminal-Gericht.
 
Artikelverweis 
Malen, S. Adelung Mahlen.

[Bd. 3, Sp. 39]



 
Artikelverweis 
Die Mallemucke, plur. die -n, der nordische Nahme des Sturmvogels, S. dieses Wort.
 
Artikelverweis 
Der Malm, des -es, plur. inus. nur in einigen Gegenden, ein zerriebener, zu Pulver gemachter, gemahlner Körper, Staub, Graus, Gries u. s. f. Frisch führet einige ältere Beyspiele an, woraus erhellet, daß im Nieders. Melm für Staub gebraucht worden, in welchem Verstande es auch bey dem Stryker vorkommt. Im Schwed. ist Malm der Sand, und im Ital. Melma Koth, Schlamm. Es gehöret mit dem noch üblichern Mulm, dem Nieders. Mull, Staub, Auskehrich, unserm Malz und Mehl, dem Oberd. Schmolle, Brotkrume, Isländ. Mola, und andern dieser Art zu dem Zeitworte 2. Mahlen, molere, und dem davon abstammenden malmen. S. Adelung Mulm und Zermalmen.
 
Artikelverweis 
Die Malonke, plur. die -n, eine Art Pflaumen. S. Maronke.
 
Artikelverweis 
1. * Das Malter, des -s, plur. inus. ein nur in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden übliches Wort, einen klein geriebenen oder gebröckelten Körper, Schutt, Graus u. s. f. zu bezeichnen. Es war kein Haus in der Stadt, in welchem die Erderschütterung nicht einiges Malter herab gerissen hätte. Es gehöret mit dem vorigen Malm und dem folgenden Malz zu dem Geschlechte des Zeitwortes 2. Mahlen, molere.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: