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2. Mäkeln bis Malefiz (Bd. 3, Sp. 37 bis 38)
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Artikelverweis  2. Mäkeln, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches in einigen Handelsstädten, besonders Niedersachsens, üblich ist, einen Mäkler, d. i. Unterhändler der Kaufleute, abgeben. In einigen Gegenden wird es für trödeln gebraucht, einen Trödler abgeben, mit alten Waaren und Geräthschaften handeln.
   Anm. Wachter leitet es von machen, verbinden, ab, (S. Adelung Gemahl,) zumahl da Maquereau im Franz. einen Kuppler bedeutet; Frisch von machen, den Kauf machen; andere mit mehrerer Wahrscheinlichkeit von dem Holländ. maecken, einen Vertrag machen, wenn nicht vielmehr die Bedeutung des Handelns in diesem Worte die herrschende ist. Im mittlern Lat. ist mangonare, Französ. maquignoner, auf eine betrügliche Art handeln, schlechte und wohlfeil erkaufte Waaren theuer wieder verkaufen.
 
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1. Der Mäkler, des -s, plur. ut nom. sing. ein Tadler, tadelsüchtiger Mensch, S. 1. Mäkeln.
 
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2. Der Mäkler, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen, besonders Niedersächsischen Handelsstädten, ein Unterhändler der Kaufleute, der ihre Waaren zu verkaufen sucht, in Leipzig und andern Orten, wenn es eine verpflichtete Person ist, ein Sensal.

[Bd. 3, Sp. 38]


Zuweilen wird auch einer, der auf eine wucherhafte Art mit etwas im Kleinen handelt, ein Mäkler, ein Mäkler genannt, daher der Geldmäkler alsdann ein Geldwechsler ist. An andern Orten führen die Trödler den Nahmen der Mäkler. Schwed. Mäklare, Holländ. Maeckelaer. Das Engl. Mackler bedeutet gleichfalls einen Unterhändler.
 
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Der Mäklerlohn, des -es, plur. inus. dasjenige, was der Mäkler oder Unterhändler eines Kaufmanns für seine Bemühung erhält; die Sensalgebühren, mit einem ausländischen Worte die Courtage.
 
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Die Makrēle, plur. die -n, eine Art eßbarer Seefische, welche häufig in der Nordsee gefangen werden, einen gedruckten und glatten Kopf, eine Kiemenhaut mit sieben Strahlen und fünf kleine getrennte Aftersinnen am Schwanze haben; Scomber Scombrus L. Er ist ungefähr eine Elle lang, hat keine Schuppen, und führet graue Querstreifen über den Rücken. Im Dän. und Norw. Makreel, im mittlern Lat. Maquerellus, Makeuus, im Engl. Mackerel, im Franz. Maquereau, und Maquerel im Ital. Macarello.
 
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Die Makrōne, plur. die -n, eine Art Zuckergebackenen, von Mehl, zerstoßenen Mandeln und Zucker. Aus dem Ital. Maccarone, Franz. Macaron, im mittlern Lat. Maccaro, von dem Ital. Macca, Mehl, Schrot, gröblich zerstoßene Dinge, und maccare, gröblich zermalmen. Das Ital. Maccarone hat noch eine andere Bedeutung, welche in Deutschland gleichfalls nicht selten ist, indem es grobe oder große Nudeln und aus einem Nudelteige gemachte Mehlflecke bedeutet, welche in Italien und Oberdeutschland auf mancherley Art zugerichtet werden. Diesen Nudeln oder Maccaroni zu Ehren schrieb Merlino Cocajo, ein scherzhafter Dichter seiner Zeit, seine Maccorea, ein possierliches Gedicht, in welchem Lombardische und Lateinische Verse mit einander abwechselten; daher man nachmahls alle aus mehrern abwechselnden Sprachen bestehenden Gedichte maccaronische Gedichte genannt hat.
 
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Mal, S. Adelung Mahl.
 
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Der Malachīt, des -en, plur. die -en, ein grüner glasartiger Stein, welchen man ehedem unter die Edelsteine rechnete, welcher aber weiter nichts als ein grüner quarzartiger Spath ist, der eine Politur annimmt und seine grüne Farbe von dem beygemischten Kupfer hat, daher man ihn auch unter die Kupfererze rechnet. Aus dem Griech. μαλαχιτς oder μολοχιτς, von μολοχ, Malva, Pappel, weil sein Grün dem Grün dieser Pflanze ähnlich ist. Weil er, wenn er den Kindern angehängt wird, sie vor dem Schrecken bewahren soll, so wird er im gemeinen Leben auch Schreckstein genannt.
 
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Der Mālaga, plur. car. der Nahme eines Sectes oder Spanischen süßen Weines, welcher aus der Stadt Malaga in Granada zu uns gebracht wird, von welcher er auch den Nahmen hat.
 
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Maledēien, verb. reg. act. welches nur noch in dem zusammen gesetzten vermaledeien, für verfluchen, im gemeinen Leben vorkommt. Es ist aus dem Latein. maledicere verstümmelt, wie benedeien von benedicere.
 
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Das Malefiz, des -es, plur. die -e, ein aus dem Lat. Maleficium entlehntes und nur in einigen Oberdeutschen Gegenden übliches Wort, wo es nicht nur ein Criminal-Verbrechen, sondern auch das Recht, Criminal-Verbrechen zu untersuchen und zu bestrafen, die obere Gerichtsbarkeit, den Blutbann bedeutet, welcher alsdann auch das Malefiz-Recht genannt wird. Daher der Malefiz-Fall, ein für diese Gerichtsbarkeit gehöriger Fall, ein Zentfall, Fraisfall, Criminal-Fall; das Malefiz-Gericht, das obere Gericht, Criminal-Gericht.

 

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