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Majōr bis Makrēle (Bd. 3, Sp. 36 bis 38)
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Artikelverweis Der Majōr, des -s, plur. die -e, aus dem mittlern Lat. Major, ein Kriegsbefehlshaber, welcher unmittelbar auf den Oberst-Lieutenant folgt. Dessen Gattinn die Majorinn. Man pflegt ihn nur bey den Fußvölkern Major zu nennen, dagegen bey der Reiterey der ältere Deutsche Ausdruck Oberstwachtmeister, der zugleich dessen Pflicht und Bestimmung ausdruckt, üblich geblieben ist.
 
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Der Majorān, des -es, plur. inus. eine gewürzhafte Pflanze, welche eine Art des Dostens ist, und aus wärmern Gegenden in unsere Gärten gebracht worden; Origanum Majorana L.
   Anm. Der Nahme dieser Pflanze lautet im gemeinen Leben Meieran, Meiran, in Österreich Margran, im Engl. Marjoram, im Schwed. und Dän. Meiran, im Böhm. Majoranka, im Franz. Marjolaine, im Ital. Magiorana, im mittlern Lat.

[Bd. 3, Sp. 37]



   Majoraca, alle ohne Zweifel von dem Lat. Amaracus, mit Wegwerfung des Anfangs a.
 
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Das Majorāt, des -es, plur. die -e, aus dem mittlern Lat. Majoratus. 1) Das Recht des Ältesten in einer Familie, ohne Plural; besonders dasjenige Recht, vermöge dessen alle oder doch die vornehmsten Güter mit ihren Hoheiten dem nächsten ältesten Erben übertragen werden, wohin in weiterer Bedeutung auch das Recht der Erstgeburt gehöret, wenn die ganze Erbschaft auf den Erstgebornen und dessen Erben, dann erst auf den zweyten Erben u. s. f. kommt. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist das Majorat dasjenige Recht, nach welchem die Erbfolge nicht auf den Ältesten der nächsten Linie, sondern des nächsten Grades fällt; das gegen es ein Seniorat ist, wenn weder auf die Linie noch auf die Grade, sondern nur auf das bloße Alter der Personen gesehen wird. Ein gemischtes Majorat ist, wenn nach Absterben der Linie des Ältesten nicht die nächste Linie, sondern der Älteste unter den Stammsverwandten folgt. 2) Dasjenige Gut oder Land, welches auf solche Art ungetheilt allemahl bey dem Ältesten der Familie, und in engerer Bedeutung des nächsten Grades bleibt; das Majorats-Gut.
 
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Majorếnn, adj. et adv. welches aus den mittlern Lat. majorennis im gemeinen Leben für mündig gebraucht wird. Daher die Majorennitǟt, die Mündigkeit.
 
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Der Makel, des -s, plur. ut nom. sing. ein fehlerhafter Flecken, und in weiterer Bedeutung auch ein Fehler. Man leitet es gemeiniglich von dem Lat. Macula her; allein es kann auch nur ein bloßer Seitenverwandter desselben seyn, weil das im Hochdeutschen größten Theils veraltete Mahl in eben dieser Bedeutung ehedem einen stärkern Hauchlaut in der Mitte hatte als jetzt; Machel, zusammen gezogen Mahl. S. 6. Mahl und das folgende Mäkeln. Der Unterschied des Geschlechtes macht solches gleichfalls wahrscheinlich. Daher makelig, besudelt, befleckt, makellos, rein, unbefleckt. Das Zeitwort makeln ist nur in bemakeln, für beflecken, beschmutzen, üblich.
 
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1. * Mäkeln, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert. Es ist nur im gemeinen Leben einiger Gegenden, besonders Niedersachsens, üblich, wo es Makel, d. i. Fehler, aufsuchen und finden, Kleinigkeiten tadeln, bedeutet. Über eine Sache mäkeln. Etwas an einer Sache mäkeln. Überall etwas zu mäkeln finden. Alles mäkeln. Daher der Mäkler, der Tadler, die Mäklerinn, die Tadlerinn, die Mäkeley, das Tadeln. Es scheinet von dem vorigen Makel abzustammen, wie tadeln von Tadel.
 
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2. Mäkeln, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches in einigen Handelsstädten, besonders Niedersachsens, üblich ist, einen Mäkler, d. i. Unterhändler der Kaufleute, abgeben. In einigen Gegenden wird es für trödeln gebraucht, einen Trödler abgeben, mit alten Waaren und Geräthschaften handeln.
   Anm. Wachter leitet es von machen, verbinden, ab, (S. Adelung Gemahl,) zumahl da Maquereau im Franz. einen Kuppler bedeutet; Frisch von machen, den Kauf machen; andere mit mehrerer Wahrscheinlichkeit von dem Holländ. maecken, einen Vertrag machen, wenn nicht vielmehr die Bedeutung des Handelns in diesem Worte die herrschende ist. Im mittlern Lat. ist mangonare, Französ. maquignoner, auf eine betrügliche Art handeln, schlechte und wohlfeil erkaufte Waaren theuer wieder verkaufen.
 
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1. Der Mäkler, des -s, plur. ut nom. sing. ein Tadler, tadelsüchtiger Mensch, S. 1. Mäkeln.
 
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2. Der Mäkler, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen, besonders Niedersächsischen Handelsstädten, ein Unterhändler der Kaufleute, der ihre Waaren zu verkaufen sucht, in Leipzig und andern Orten, wenn es eine verpflichtete Person ist, ein Sensal.

[Bd. 3, Sp. 38]


Zuweilen wird auch einer, der auf eine wucherhafte Art mit etwas im Kleinen handelt, ein Mäkler, ein Mäkler genannt, daher der Geldmäkler alsdann ein Geldwechsler ist. An andern Orten führen die Trödler den Nahmen der Mäkler. Schwed. Mäklare, Holländ. Maeckelaer. Das Engl. Mackler bedeutet gleichfalls einen Unterhändler.
 
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Der Mäklerlohn, des -es, plur. inus. dasjenige, was der Mäkler oder Unterhändler eines Kaufmanns für seine Bemühung erhält; die Sensalgebühren, mit einem ausländischen Worte die Courtage.
 
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Die Makrēle, plur. die -n, eine Art eßbarer Seefische, welche häufig in der Nordsee gefangen werden, einen gedruckten und glatten Kopf, eine Kiemenhaut mit sieben Strahlen und fünf kleine getrennte Aftersinnen am Schwanze haben; Scomber Scombrus L. Er ist ungefähr eine Elle lang, hat keine Schuppen, und führet graue Querstreifen über den Rücken. Im Dän. und Norw. Makreel, im mittlern Lat. Maquerellus, Makeuus, im Engl. Mackerel, im Franz. Maquereau, und Maquerel im Ital. Macarello.

 

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