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Maille-Spiel bis Majorāt (Bd. 3, Sp. 35 bis 37)
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Artikelverweis Das Maille-Spiel, S. Adelung Laufspiel.
 
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Der Mais, ein Schlag, Gehau, im Forstwesen, S. Adelung Meiß.
 
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Maischen, S. Adelung Meischen.
 
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Die Majestǟt, plur. die -en, aus dem Lat. Majestas. 1. Die höchste, im gemeinen Leben niemanden unterworfene Gewalt und Würde; ohne Plural. 1) Eigentlich, wo allen souveränen Staaten von einem beträchtlichen Umfange die Majestät zukommt. Die Majestät beleidigen, auf eine grobe Art wider diese höchste Gewalt handeln, dergleichen Verbrechen das Laster der beleidigten Majestät genannt wird, S. Adelung Laster. Gottes Majestät, seine wesentliche Erhabenheit und Gewalt über alle Dinge. 2) Figürlich. (a) Das thätige Bekenntniß dieser höchsten Erhabenheit; eine nur in der Deutschen Bibel befindliche Bedeutung. Dir gebühret die Majestät, 1 Chron. 30, 11; Epist. Jud. v. 25.

[Bd. 3, Sp. 36]


(b) Der äußere Glanz, die äußere Würde dieser höchsten Gewalt. Der Kaiser zeigte sich in seiner völligen Majestät. Da es denn auch von dem höchsten Grade des äußern Glanzes, Ansehens und der Pracht anderer Dinge gebraucht wird. Die Sonne in ihrer Majestät. (c) * Ehedem wurde auch ein Majestätsbrief die Majestät genannt, wovon Frisch ein Beyspiel anführet. 2. Eine mit der höchsten Gewalt begabte Person. Die Majestäten lästern, 2 Pet. 2, 10; Br. Jud. v. 8; wo auf eine ungewöhnliche Art obrigkeitliche Personen überhaupt verstanden werden. Jetzt gebraucht man es nur noch in den Titeln der Kaiser und Könige und ihrer Gemahlinnen, als ein Abstractum. Ew. Kaiserliche oder Königliche Majestät geruhen u. s. f. Se. oder Ihre Majestät haben befohlen. Ihre Majestäten, der Kaiser oder König und dessen Gemahlinn.
   Anm. Bey den Schwäbischen Dichtern Majestat. Ehe man dieses Wort aus dem Lateinischen aufnahm, druckte man es durch eigene Deutsche Wörter aus. Im Isidor heißt es Meghine, von mögen, Macht, bey dem Ottfried Eregrechti, von Grecht, Kraft, bey dem Notker Vuerchmagtigi, in Lipsii Glossen Megincraft, und zusammen gezogen Mancrefte, in Carls 4 goldener Bulle Almachtichkeit, und noch bey den spätern Schriftstellern Magenkraft und Mächtigkeit. Das Lat. Majestas ist, so wie magnus und alle dieses Geschlechtes, mit unserm Macht und mögen genau verwandt.
 
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Majestätisch, -er, -te, adj. et adv. Majestät habend, derselben ähnlich, in derselben gegründet, doch nur in der weitern und figürlichen Bedeutung, einen hohen Grad des äußern Ansehens und Glanzes, der äußern Pracht habend. Ein majestätischer Schimmer durchfloß den ganzen Raum um ihn her. Die majestätische Einfalt der biblischen Schreibart, die Mischung der natürlichsten und doch dabey nachdrücklichsten und anständigsten Art des Vortrages. Indeß daß der majestätische Hahn seine gluchzenden Hennen im Hofe herum führt, Geßn.
   Anm. In den Kanzelleyen einiger Gegenden ist der majestätische Erbherr der oberste Lehens- und Landesherr, im Gegensatze des niedern; eine sonst ungewöhnliche Bedeutung.
 
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Der Majestäts-Brief, des -es, plur. die -e, ein Freyheitsbrief, welchen ein souveräner Staat, oder souveräner Landesherr ertheilet, unter welchem Nahmen besonders gewisse Privilegia der Kaiser Sigismund und Rudolphs 2 bekannt sind.
 
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Das Majestäts-Rêcht, des -es, plur. die -e, das der Majestät oder höchsten obrigkeitlichen Gewalt anklebende Recht, ein mit der höchsten Gewalt wesentlich verbundenes Recht; das Hoheitsrecht.
 
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Der Majestäts-Schänder, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Majestäts-Schänderinn, eine Person, welche die höchste Gewalt, oder die damit bekleidete Person auf die gröbste Art beleidiget.
 
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Der Majōr, des -s, plur. die -e, aus dem mittlern Lat. Major, ein Kriegsbefehlshaber, welcher unmittelbar auf den Oberst-Lieutenant folgt. Dessen Gattinn die Majorinn. Man pflegt ihn nur bey den Fußvölkern Major zu nennen, dagegen bey der Reiterey der ältere Deutsche Ausdruck Oberstwachtmeister, der zugleich dessen Pflicht und Bestimmung ausdruckt, üblich geblieben ist.
 
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Der Majorān, des -es, plur. inus. eine gewürzhafte Pflanze, welche eine Art des Dostens ist, und aus wärmern Gegenden in unsere Gärten gebracht worden; Origanum Majorana L.
   Anm. Der Nahme dieser Pflanze lautet im gemeinen Leben Meieran, Meiran, in Österreich Margran, im Engl. Marjoram, im Schwed. und Dän. Meiran, im Böhm. Majoranka, im Franz. Marjolaine, im Ital. Magiorana, im mittlern Lat.

[Bd. 3, Sp. 37]



   Majoraca, alle ohne Zweifel von dem Lat. Amaracus, mit Wegwerfung des Anfangs a.
 
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Das Majorāt, des -es, plur. die -e, aus dem mittlern Lat. Majoratus. 1) Das Recht des Ältesten in einer Familie, ohne Plural; besonders dasjenige Recht, vermöge dessen alle oder doch die vornehmsten Güter mit ihren Hoheiten dem nächsten ältesten Erben übertragen werden, wohin in weiterer Bedeutung auch das Recht der Erstgeburt gehöret, wenn die ganze Erbschaft auf den Erstgebornen und dessen Erben, dann erst auf den zweyten Erben u. s. f. kommt. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist das Majorat dasjenige Recht, nach welchem die Erbfolge nicht auf den Ältesten der nächsten Linie, sondern des nächsten Grades fällt; das gegen es ein Seniorat ist, wenn weder auf die Linie noch auf die Grade, sondern nur auf das bloße Alter der Personen gesehen wird. Ein gemischtes Majorat ist, wenn nach Absterben der Linie des Ältesten nicht die nächste Linie, sondern der Älteste unter den Stammsverwandten folgt. 2) Dasjenige Gut oder Land, welches auf solche Art ungetheilt allemahl bey dem Ältesten der Familie, und in engerer Bedeutung des nächsten Grades bleibt; das Majorats-Gut.

 

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