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Magnēt bis Mäher (Bd. 3, Sp. 19 bis 20)
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Artikelverweis Der Magnēt, des -es, plur. so wohl von mehrern Arten, als auch von mehrern einzelnen zubereiteten Stücken, die -e, ein mit Schwefel vererzter Eisenstein von röthlicher, dunkelbrauner oder schwärzlicher Farbe, welcher das Eisen an sich ziehet, und sich unter den gehörigen Umständen beständig nach Mitternacht drehet; ehedem der Segelstein, weil man sich seiner besonders in der Schifffahrt bedienet. Der Nahme ist aus dem Latein. Magnetes, so wie dieser aus dem Griech. μαγνς, welchen dieser Stein entweder von der Landschaft Magnesien in Lydien, oder auch von einem Hirten Nahmens Magnes führet, der seine anziehende Kraft zuerst entdeckt haben soll.
 
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Magnētisch, adj. et adv. mit der anziehenden Kraft des Magnetes begabt, das Eisen an sich ziehend.
 
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Die Magnetnadel, plur. die -n, eine eiserne Nadel, welche an dem einen Ende mit Magnet bestrichen ist, in der Mitte auf einer festen Spitze schwebet, und das vornehmste Stück eines Compasses ist.
 
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Magnificếnz, aus dem mittlern Lat. Magnificentia, welches, wie aus dem Du Fresne erhellet, ein ehemahliger Titel der Fränkischen Könige war, jetzt aber im Hochdeutschen den jedesmahligen Rectoren oder Prorectoren auf Universitäten im Abstracto gegeben wird. Ew. Magnificenz, und im Plural, Ew. Magnificenzen. In einigen Reichsstädten bekommen ihn auch die Doctores Medicinä, welche sich in andern wohl gar Excellenz nennen lassen.
 
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Der Magsamen, S. Adelung Mohn.
 
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Die Mahd, plur. die -en, ein in der Landwirthschaft von dem Zeitworte mähen übliches Wort. 1) Das Mähen, ohne Plural; in welchem Verstande es doch am seltensten vorkommt. 2) Das in einer Reihe liegende abgemähete Gras, welches bey dem Getreide ein Schwad oder Schwaden, und in einigen Gegenden auch ein Jahn oder John genannt wird. Mahden schlagen, das Gras zu Mahden schlagen, es abmähen, wobey es zugleich in solche Reihen fällt. Die Mahden zerstreuen, sie aus einander reißen. 3) In einigen Gegenden auch eine Wiese, deren Gras zum Abmähen bestimmt ist, eine Hägewiese. Drey Tagewerk zweymähdige, und funfzehen Tagewerk einmähdige Mahd; wo es in manchen Gegenden im Plural auch wohl Mähder lautet. Die Mannesmahd, so viel als ein Mann in einem Tage abmähen kann.
 
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Der Mähder, des -s, plur. ut nom. sing. ein in der Landwirthschaft für Mäher übliches Wort, welches letztere noch in einigen Oberdeutschen Gegenden gehöret wird, eine Person, welche das Getreide oder Gras abmähet, welche, wo das Getreide geschnitten und nicht gemähet wird, ein Schnitter heißt. In den Florentinischen Glossen ist Madare ein Heumäher. Siehe Mähen, Anm.
 
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Die Mähderēy, plur. die -en, ein nur in einigen Gegenden übliches Wort, die Gesellschaft der Mähder eines Dorfes, alle Mähder in einem Dorfe als ein Ganzes betrachtet, zu bezeichnen, worunter alsdann diejenigen Tagelöhner verstanden werden, welche das ausschließende Recht haben, den Bauern im Dorfe das Getreide oder Gras gegen den gehörigen Lohn abmähen zu dürfen, dagegen sie verbunden sind, dem Herren des Dorfes gegen einen geringern Lohn zu mähen. Mit in der Mähderey seyn, in dieser Gesellschaft der Mähder.
 
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Mähdig, adj. et adv. gleichfalls von dem folgenden Zeitworte mähen für mähig. Es wird nur in der Zusammensetzung mit einigen Zahlwörtern gebraucht. Einmähdige, zweymähdige, dreymähdige Wiesen, welche des Jahres ein, zwey, drey Mahl gemähet werden können, wofür in andern Gegenden einhauig, einschürig u. s. f. üblich ist.

[Bd. 3, Sp. 20]



 
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Mähen, verb. reg. act. welches 1) * ehedem überhaupt schneiden, raufen, werfen u. s. f. bedeutete, wovon die Wörter Messer, metzeln, und mit voran gesetztem Zischlaute schmeißen, schmieden, Schmid u. s. f. noch Überreste sind. Hornegk nennt daher einen Wallach oder ein verschnittenes Pferd einen Maider, und in dem 1483 gedruckten Buche der Natur heißt es: ein Maden oder Kapaun ist ein Man, der seines gezeugs nit hat, welcher in einer andern Stelle Maget genannt wird. Eben daselbst kommt auch das Zeitwort meiden für verschneiden, castriren vor. Schon in dem Salischen Gesetze ist Porcus maialis ein verschnittenes Schwein. Wir gebrauchen es nur noch 2) in engerer Bedeutung in der Landwirthschaft, das Abhauen der Feldfrüchte und des Grases mit der Sense zu bezeichnen, welches, wenn es mit der Sichel geschiehet, schneiden genannt wird. Korn, Gerste, Hafer, Gras mähen. Die Wiese mähen, das Gras auf derselben abmähen. In Meißen ist dafür auch das Wort hauen üblich.
   Das Hauptwort die Mähung ist nicht eingeführet; man bedienet sich dafür des Infinitivs das Mähen.
   Anm. In der zweyten engern Bedeutung im Nieders. meyen, im Dän. meye, im Schwed. mäja, im Isländ. maa, im Griech. αμααν, απαμαν, abmähen, wo auch αμ die Sichel, und αμτος die Ernte ist. Ehedem hatte dieses Wort statt des h ein d oder t, wie das alte meiden, das Gothische maitan, das Isländ. meida, das Wallis. medi, das mittlere Latein. madere und das Latein. metere, alle in der Bedeutung des Mähens, welches sich auch in unsern Mahd, Mähder und Mähdig erhalten hat. In unserm Messer und dem Latein. Messis gehet es in den Zischlaut über, so wie der Hauch in dem Angels. mawan und Engl. to mow, mähen, in den Blaselaut übergegangen ist. Im Schwedischen ist rupfen, raufen. Daß dieses Wort eigentlich die mit dem Hauen, Werfen, Schlagen u. s. f. verbundene Bewegung ausdruckt, erhellet theils aus dem Latein. movere, bewegen, (im Angels. ist mawan mähen) theils aus dem Dänischen, wo Meyere eine Art Insecten ohne Flügel ist, Phalangium Opilio L. welche diesen Nahmen um deßwillen hat, weil sich die Füße, wenn sie von dem Körper abgerissen worden, lange Zeit hin und her bewegen. S. auch Machen, Anm. 2. Mahlen, molere.
 
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Der Mäher, S. Adelung Mähder.

 

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