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Mager bis Magnētisch (Bd. 3, Sp. 17 bis 19)
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Artikelverweis Der Mager, des -s, plur. inus. bey den Gärtnern, eine Krankheit der Bäume und besonders der Apfelbäume, wenn sie in einem zu fetten Boden allzu viele Nahrung bekommen, daher der überflüssige Saft an einem Orte stocket, worauf denn an diesem Orte sich Würmer erzeugen, daher diese Krankheit auch der Wurm genannt wird. Etwa weil der Baum bey dieser Krankheit mager,

[Bd. 3, Sp. 18]


d. i. dürre wird? Bey dem Pictorius ist der Mager, Impetigo, die Flechte, Schwinde, eine Art kleiner Rände.
 
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Mager, -er, -ste, adj. et adv. 1. Eigentlich. 1) Wenig Fleisch habend, im Gegensatze des fleischig, leibig, wohl bey Leibe, so wohl von Menschen als Thieren; von den erstern in der edlern Schreibart hager. Ein langer magerer Mann. Magere Hände, ein mageres Gesicht haben. Mager werden. Mageres Vieh. 2) Im Gegensatze des fett, wenig oder gar kein Fett habend. Mageres Fleisch. Fettes und mageres zusammen essen. 2. Figürlich. Ein mageres Land, ein magerer Boden, der wenig den Wachsthum der Pflanzen befördernde Theile hat; im Gegensatze eines fetten. Eine magere Weide, welche wenig Gras, wenig Nahrung gibt. Die Saat steht sehr mager, sehr dünne, verräth die Magerkeit des Bodens. Eine magere, sparsame, Mahlzeit. Es ging bey dem Gastmahle sehr mager zu. Es sind magere Zeiten, theure, schlechte Zeiten. Ein mageres Gedicht, eine magere Predigt, ein magerer Scherz, wo wenig Lehr- oder Geistreiches anzutreffen ist.
   Anm. Im Dän. und Schwed. gleichfalls mager, im Angels. maegre, im Engl. meager, im Isländ. magur, im Franz. maigre, im Ital. magro, im Lat. macer. Es scheinet mit dem Griech. μικρος zu einer gemeinschaftlichen ältern Quelle zu gehören und, so wie hager, anfänglich klein, oder auch dünne bedeutet zu haben. Das Nieders. leen, mager, Engl. lean, Angels. hlaene, ist gleichfalls das Stammwort von unserm klein. Das Neutrum mageren bey dem Notker, mager werden, oder, wie es bey dem Opitz lautet, vermagern, und das Activum mägern, mager machen, sind im Hochdeutschen ungewöhnlich. Übrigens ist für mager im Nieders. auch schrade, schrae, schrag, Engl. scrag, fasel und jüsen oder güst üblich.
 
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Die Magerkeit, plur. inus. der Zustand eines Dinges da es mager ist, in allen Bedeutungen des Beywortes. Bey dem Notker Mageri, in einigen Gegenden auch Magerheit.
 
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Die Magīe, (zweysylbig,) plur. inus. aus dem Griech. und Lat. Magia, die vorgegebene Kunst, Wirkungen hervor zu bringen, welche die natürlichen Kräfte der Körper übertreffen. Die natürliche Magie, wenn sie dennoch daraus hergeleitet werden können, zum Unterschiede von der übernatürlichen oder Zauberey, Hexerey. Bedient man sich in der letztern dem Vorgehen nach guter Geister, so heißt sie weiße Magie oder Theurgie; im entgegen gesetzten Falle aber schwarze Kunst und Hexerey im engsten Verstande.
 
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Der Magíster, des -s, plur. ut nom. sing. ein Lateinisches Wort, welches einen Meister bedeutet, aber vorzüglich auf Universitäten üblich ist, wo es, wenn die Doctor-Würde in der philosophischen Facultät nicht üblich ist, die höchste philosophische Würde bezeichnet. Daher die Magisterinn, die Gattinn eines Magisters.
 
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Die Magistránz, S. Adelung Meisterwurz.
 
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Der Magistrāt, des -es, plur. die -e, ein aus dem Latein. Magistratus entlehntes Collectivum, den Stadtrath, das Raths-Collegium einer Stadt zu bezeichnen.
 
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Der Magnāt, des -en, plur. die -en, aus dem Latein. Magnates, eine Benennung der männlichen Personen von hohem Adel in manchen Reichen, z. B. in Pohlen und Ungarn, die Großen des Reiches.
 
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Die Magnēsie, (viersylbig,) plur. inus. aus dem mittlern Latein. Magnesia, eine sehr feine weiße Kalkerde, welche man aus der Mutterlauge des Salpeters und Kochsalzes vermittelst eines feuerbeständigen Alkali niederschlägt. Eine andere Art wird aus dem aufgelöseten Bittersalze niedergeschlagen, und auch Bittersalzerde genannt.

[Bd. 3, Sp. 19]



 
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Der Magnēt, des -es, plur. so wohl von mehrern Arten, als auch von mehrern einzelnen zubereiteten Stücken, die -e, ein mit Schwefel vererzter Eisenstein von röthlicher, dunkelbrauner oder schwärzlicher Farbe, welcher das Eisen an sich ziehet, und sich unter den gehörigen Umständen beständig nach Mitternacht drehet; ehedem der Segelstein, weil man sich seiner besonders in der Schifffahrt bedienet. Der Nahme ist aus dem Latein. Magnetes, so wie dieser aus dem Griech. μαγνς, welchen dieser Stein entweder von der Landschaft Magnesien in Lydien, oder auch von einem Hirten Nahmens Magnes führet, der seine anziehende Kraft zuerst entdeckt haben soll.
 
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Magnētisch, adj. et adv. mit der anziehenden Kraft des Magnetes begabt, das Eisen an sich ziehend.

 

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