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Mädchensommer bis Magazīn (Bd. 3, Sp. 11 bis 12)
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Artikelverweis Der Mädchensommer, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige Nachsommer, welcher im September um die Nachtgleiche fällt, und das Gespinst, welches man um diese Zeit auf dem Felde findet, (S. Marien-Faden;) zum Unterschiede von dem Gallus-Sommer, welcher sich zuweilen im October einstellt. Der Nahme ist von Matthäus, Nieders. Matken, dessen Tag auf den 21ten September fällt.
 
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Die Made, plur. die -n, eine im gemeinen Leben übliche Benennung der nackten Würmer ohne Glieder, und ohne kenntliche Füße. So werden die Regenwürmer häufig Maden genannt. Am häufigsten führen diesen Nahmen diejenigen kleinern Würmer dieser Art, welche sich als Larven mancher Insecten in andern Körpern aufhalten. In dem Fleische wachsen Maden, wenn die Eyer dazu vorher von den Fliegen hinein gelegt worden. Die Maden im Käse, die Käsemaden. Der Käse bekommt Maden. In der Landwirthschaft ist die Made, ohne Plural, eine gewisse Krankheit der Kälber, wobey ihnen die Zunge sprenklich und hügelig wird, und ihnen die Neigung zum Saugen vergeht.
   Anm. Bey dem Notker Mado, bey dem Winsbeck Made, im Nieders. Made, Mae, im Diminut. Meddik, Meddike, und zusammen gezogen Metke, Meke, Dän. Maddike, Mak, Schwed. Matk, Isländ. Madkur, bey dem Ulphilas und im Angels. Matha, im Engl. Moth, Maggot. Wachter leitet es sehr unwahrscheinlich von mähen, schneiden, ab. Wahrscheinlicher lässet sich der Stammbegriff in der Bewegung (S. Adelung Machen, movere,) oder in dem feuchten Aufenthalte suchen (S. Matte.) Unser Miethe und Motte sind eben dieses Geschlechtes, siehe dieselben.
 
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Das Mädel, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Magd 1.
 
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Der Madensack, des -es, plur. die -säcke, eine verächtliche Benennung des verweslichen menschlichen Leibes, weil sich nach dem Tode gemeiniglich Maden in demselben erzeugen.

[Bd. 3, Sp. 12]



 
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Der Madenwurm, des -es, plur. die -würmer, ein weißer und an beyden Enden zugespitzter Wurm, welcher sich zuweilen bey dem Menschen in dem Afterdarme und Grimmdarme aufhält: Ascaris L. Er ist eine der kleinste Arten der Spulwürmer, und wird, weil er wie eine Käsemade springt, von einigen auch Springwurm, und, weil er sich in dem Mastdarm aufhält, auch Mastwurm genannt.
 
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Der Mader, des -s, plur. inus. ein nur im Bergbaue übliches Wort, eine gewisse staubige, oft aber auch feuchte Erdart zu bezeichnen, welche im letztern Falle dem Letten gleicht. S. Adelung Moder, zu welchem Worte es zu gehören scheinet.
 
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Madig, -er, -ste, adj. et adv. Maden enthaltend. Madiges Fleisch. Madiger Käse.
 
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Die Madratze, S. Adelung Matratze.
 
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Die Madrepōre, plur. die -n, eine in der Naturgeschichte übliche und aus dem Griechischen entlehnte Benennung einer Art Würmer, welche zu den steinartigen Thierpflanzen oder Korallen gehören, und aus kleinen regulären, bald eingedrückten, bald aber auch erhabenen Sternen bestehen; Madrepora. Eine mit ihrem Gehäuse versteinte Madrepore wird der Madreporīt, des -en, plur. die -en, genannt.
 
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Das Madrigāl, des -es, plur. die -e, ein aus dem Italiänischen Madrigale entlehntes Wort. 1) In der Musik ist es ein nach Art der Psalmen mit vielen Singestimmen, meisten Theils ohne Instrumente, arbeitsam aufgeführtes Singestück. 2) In der Dichtkunst ist es ein kurzes sinnreiches Gedicht von sieben bis funfzehen Versen, deren kleiner über eilf Sylben haben darf. Die Bedeutung des Wortes, welches durch die Provenzal-Dichter nach Italien gekommen ist, ist noch ungewiß; indessen scheinet die letzte Sylbe zu unserm Gall, Schall, Ton, zu gehören.
 
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Das Magazīn, des -es, plur. die -e. 1) Ein Behältniß, es sey nun ein Zimmer oder ein eigenes Gebäude, in welchem gewisse Dinge in Menge zum künftigen Gebrauche aufbehalten werden; eine Vorrathskammer, ein Vorrathshaus. Das Holz-Magazin, Heu-Magazin, Stroh-Magazin, Gewehr-Magazin, Korn-Magazin, welches letztere oft auch nur das Magazin schlechthin genannt wird, Waaren-Magazin u. s. f. Ein Magazin anlegen. Daher das Magazin-Korn, dasjenige Getreide, welches in einigen Ländern von den Unterthanen in das obrigkeitliche Magazin geliefert werden muß; die Magazin-Hufe, eine Hufe, von welcher es gegeben wird; die Magazin-Metze, so fern von jeder Hufe eine Metze gegeben wird. 2) An den Kutschen ist das Magazin so wohl das lederne Behältniß unter dem Bocke, als auch ein ähnliches Behältniß unter dem Fußboden des Kutschkastens selbst, weil beyde gemeiniglich zur Verwahrung der auf der Reise nöthigen Lebensmittel oder anderer Bedürfnisse gebraucht werden.
   Anm. Im Franz. Magazin, im Ital. Magazzino, im Span. mit dem Arab. Artikel Almazen, im Alban. Magake, im Wallach. Makaza. Es ist ein morgenländisches Wort, welches vermuthlich durch die Kreuzzüge und die Handlung in den mittlern Zeiten nach Europa gekommen. Im Pers. lautet es Magzen, im Hebr. 05de05d705e605df, Machzen, alle in der Bedeutung eines Vorrathshauses. Das Stammwort ist 05d705e605df, S. Adelung Schatz.

 

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