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Machtschildlein bis Made (Bd. 3, Sp. 10 bis 11)
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Artikelverweis Das Machtschildlein, des -s, plur. ut nom. sing. ein nur Sir. 45, 13 befindliches Wort, das Amtschildlein Aarons zu bezeichnen, weil es von vorzüglicher Kraft und besonderm Glanze war.
 
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Der Máchtsprúch, des -es, plur. die -sprche. 1) Ein Ausspruch in einer streitigen Sache, ohne andere Bewegungsgründe als die Macht, welche man besitzet, oder zu besitzen glaubt, uns seine Urtheile als Wahrheiten aufzudringen. Einen Machtspruch thun. 2) Einige Schriftsteller vor Wolfen suchten das Griech. Axioma durch Machtspruch zu übersetzen, weil ein solcher Satz so glaubwürdig ist, daß er nicht bewiesen werden darf. Allein seit Wolfens Zeit ist dafür das schicklichere Grundsatz üblicher geworden.
 
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Das Machtwort, des -es, plur. die -wörter. 1) Ein Wort, welches einen besondern Nachdruck bey sich führet, dergleichen z. B. das Zeitwort in der R. A. in Thränen zerschmelzen ist. 2) Ein Machtspruch in der ersten Bedeutung dieses Wortes; ohne Plural. Ehe ich als Vater ein Machtwort rede, Gell.

[Bd. 3, Sp. 11]



 
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Das Machtwêrk, des -es, plur. inus. von dem Zeitworte machen, ein gemachtes Werk, und die Art und Weise, wie es gemacht ist, doch nur im verächtlichen Verstande; das Gemächt, die Macherey. Ein elendes Machwerk. Das ist sein Machwerk, seine Arbeit.
 
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Mack, ein Wort, welches nur in der in den niedrigen Sprecharten üblichen R. A. Hack und Mack vorkommt, d. i. geringer Pöbel aller Art unter einander, auch wohl von schlechten durch einander gemischten leblosen Dingen. S. Adelung Hack. Mack scheinet von dem Zeitworte mengen abzustammen; denn daß das n in diesem Worte nicht wesentlich ist, ist schon bey Macht erinnert worden. Hack und Mack könnte also auch gehacktes und gemengtes bedeuten, wie man in eben diesem Verstande in und um Bremen Haks und Plüks sagt, d. i. gehacktes und gepflücktes. Übrigens ist für Hack und Mack, wenn vom niedern Pöbel die Rede ist, in Niedersachsen auch Hanke und alle Man üblich.
 
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Die Mackänte, plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Mohränte, entweder wegen ihres eigenthümlichen Geschreyes, oder auch als eine Verderbung von Mückänte, weil sie über dem Wasser flieget, und Mücken, d. i. Fliegen, fänget.
 
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Mäckern, S. Adelung Meckern.
 
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Das Maculatūr, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, aus dem Lat. maculare, und mittlerm Lat. Maculatura, eigentlich, beschmutztes Papier, am häufigsten aber solches Papier, welches nur noch zum Einwickeln oder Einpacken anderer Körper dienet. Ein Buch wird Maculatur oder zu Maculatur, wenn es keine Leser findet, und daher zum Einwickeln verbraucht wird. Bey einigen auch im weiblichen Geschlechte, die Maculatur.
 
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Das Mädchen, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Magd 1.
 
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Der Mädchensommer, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige Nachsommer, welcher im September um die Nachtgleiche fällt, und das Gespinst, welches man um diese Zeit auf dem Felde findet, (S. Marien-Faden;) zum Unterschiede von dem Gallus-Sommer, welcher sich zuweilen im October einstellt. Der Nahme ist von Matthäus, Nieders. Matken, dessen Tag auf den 21ten September fällt.
 
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Die Made, plur. die -n, eine im gemeinen Leben übliche Benennung der nackten Würmer ohne Glieder, und ohne kenntliche Füße. So werden die Regenwürmer häufig Maden genannt. Am häufigsten führen diesen Nahmen diejenigen kleinern Würmer dieser Art, welche sich als Larven mancher Insecten in andern Körpern aufhalten. In dem Fleische wachsen Maden, wenn die Eyer dazu vorher von den Fliegen hinein gelegt worden. Die Maden im Käse, die Käsemaden. Der Käse bekommt Maden. In der Landwirthschaft ist die Made, ohne Plural, eine gewisse Krankheit der Kälber, wobey ihnen die Zunge sprenklich und hügelig wird, und ihnen die Neigung zum Saugen vergeht.
   Anm. Bey dem Notker Mado, bey dem Winsbeck Made, im Nieders. Made, Mae, im Diminut. Meddik, Meddike, und zusammen gezogen Metke, Meke, Dän. Maddike, Mak, Schwed. Matk, Isländ. Madkur, bey dem Ulphilas und im Angels. Matha, im Engl. Moth, Maggot. Wachter leitet es sehr unwahrscheinlich von mähen, schneiden, ab. Wahrscheinlicher lässet sich der Stammbegriff in der Bewegung (S. Adelung Machen, movere,) oder in dem feuchten Aufenthalte suchen (S. Matte.) Unser Miethe und Motte sind eben dieses Geschlechtes, siehe dieselben.

 

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