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Lustkugel bis Lutte (Bd. 2, Sp. 2138 bis 2140)
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Artikelverweis Die Lustkugel, plur. die -n, in der Feuerwerkskunst, Feuerkugeln, welche zur Lust bey Feuerwerken aus Mörsern geschossen werden; im Gegensatze der Ernstkugeln.
 
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Die Lustreise, plur. die -n, eine bloß zum Vergnügen unternommene Reise.
 
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* Der Lustreitz, des -es, plur. die -e, ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort, für das einfache Reitz, welches das Vergnügen bereits mit in sich schließet. Ein neuer Lustreitz schmückt

[Bd. 2, Sp. 2139]


die Welt, Haged. Eben so ungewöhnlich ist das Mittelwort lustreitzend für reitzend.
 
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Das Lustschiff, des -es, plur. die -e, ein Schiff, welches bloß zu Lustfahrten bestimmt ist, dergleichen man auf Teichen, Canälen u. s. f. hat.
 
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Das Lústschlóß, des -sses, plur. die -schlösser, ein Schloß, auf welchem sich ein großer Herr bloß zum Vergnügen aufhält.
 
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Die Lustseuche, plur. car. 1) * Die Seuche, d. i. ungeordnete herrschende Begierde nach sinnlichen Vergnügungen, besonders nach dem Beyschlafe; eine harte und im Hochdeutschen ungewöhnliche Bedeutung, in welcher dieses Wort 1 Thess. 4, 5 vorkommt. 2) Die Venus-Seuche oder der höchste Grad der venerischen Krankheit. S. die Franzosen.
 
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Das Lustspiel, des -es, plur. die -e, im Gegensatze des Trauerspieles, S. Adelung Komödie.
 
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Das Luststück, des -es, plur. die -e, in der Gartenkunst, ein Stück, d. i. Theil eines Gartens, welcher mit Buchsbaum, Blumen, Rasen u. s. f. auf eine angenehme Art gezieret und ausgesetzet ist. Die Blumenstücke, Gras- oder Rasenstücke, Offenstücke u. s. f. sind Arten davon.

[Bd. 2, Sp. 2140]



 
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Der Lustwald, des -es, plur. die -wälder, Diminut. das Lustwäldchen, Oberd. Lustwäldlein, ein zum Vergnügen angelegter oder eingerichteter Wald.
 
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Lustwandeln, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, aber nur im Oberdeutschen für das Hochdeutsche spazieren oder spazieren gehen üblich ist. Eben daselbst wird ein Spaziergang mit einem mehr Deutschen Worte ein Lustgang genannt.
 
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Die Lutte, plur. die -n, im Bergbaue, ein viereckter breterner Canal, S. Adelung Lotte, wie dieses Wort am gewöhnlichsten geschrieben und gesprochen wird. In den Goldbergwerken wird der Schlämmherd, worauf man den Goldschlich wäschet, und welcher am Boden gemeiniglich 18 Zoll breit, an den Seiten aber 8 Zoll hoch ist, die Lutte oder Goldlutte genannt; vermuthlich weil er einem solchen hölzernen Canale ähnlich ist. Daher der Luttenjunge, welcher den Goldschlich in die Lutte stürzet und mit einem Besen umrühret.

 

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