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Lungenpulsader bis Lúsche (Bd. 2, Sp. 2133 bis 2134)
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Artikelverweis Die Lungenpulsader, plur. die -n, S. Adelung Lungenader.
 
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Die Lungensucht, plur. car. eine völlige Verzehrung des Körpers, welche aus einem offenen und eiterigen Geschwüre der Lunge entstanden, und mit einem schleichenden anhaltenden Fieber verbunden ist; Phthisis pulmonalis, die Lungenschwindsucht, in den niedrigen Sprecharten die Lumpelsucht. Daher lungensüchtig, adj. et adv. mit derselben behaftet, darin gegründet.
 
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Die Lünse, plur. die -n, eine Benennung des Achsnagels, oder desjenigen dicken Nagels, welcher vor dem Rade eines Wagens durch die Achse gestecket wird, damit es nicht von derselben ablaufe. In den gemeinen Mundarten bald Lunse, Lönse, Linse, Lunze, Lünsch, bald nur Lehne, Lihn, Lien, Leine, Lan, bald gar Leuchse, im Engl. Linspin, im Schwed. Lunta, Luntsticka, im Holländ. Londse, im Böhm. Launek. Vermuthlich als ein Geschlechtsverwandter von Lahn, Lanze, lang u. s. f. einen langen, dünnen Körper zu bezeichnen. Eine Lünse mit einem breiten blechernen Kopfe zur Abhaltung des Kothes, heißt eine Decklehne, oder Decklünse. In einigen Oberdeutschen Gegenden führet die Lünse den Nahmen des Kipfes.
 
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Die Lunte, plur. die -n, ein Strick, welcher, wenn er angezündet worden, fortglimmet, und andere Dinge damit anzuzünden bestimmt ist; der Zündstrick. So wurden ehedem die Musketen mit Lunten abgebrannt, so wie man noch jetzt das grobe Geschütz damit abzubrennen pflegt. Lunte riechen, im gemeinen Leben, die Gefahr merken, wofür man auch sagt den Braten riechen; von dem ehemahligen Gebrauche der Lunten bey dem kleinen Schießgewehre.
   Anm. Im Nieders. und Dän. gleichfalls Lunte, im Schwed. Lunta, im Holländ. Lont, im Engl. Lintel, im Böhm. Lunt. Entweder von dem Zeitworte glühen, glimmen, oder auch von Lumpen, weil man sich vielleicht ehedem statt eines Strickes der Lumpen bedienet. Im Holländ. heißt die Lunte daher auch Lompe, und daß für Lumpen in mehrern Sprachen Lunt und Plunne üblich ist, ist schon oben bemerket worden. In einigen Gegenden ist es männlichen Geschlechtes, der Lunten.
 
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Das Luntenrêcht, des -es, plur. inus. ein Wort, welches Logau im Scherze von dem Rechte des Stärkern gebraucht, so fern dasselbe bloß auf Geschütz und Gewalt gegründet ist, welches man mit einem ähnlichen Scherze auch wohl das kanonische Recht zu nennen pflegt, als eine Anspielung auf die Kanonen, womit es erworben wird.
 
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Das Lúntenschlóß, des -sses, plur. die -schlösser, eine veraltete Art Schlösser an den kleinen Feuergewehren, wo das Zündpulver vermittelst einer in den Hahn geschraubten Lunte angezündet wurde.
 
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Die Lunze, plur. die -n, das Geschlinge von geschlachteten Thieren, S. Adelung Lunge.
 
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Die Luppe, plur. die -n, auf den Eisenhämmern, ein unförmliches Stück geschmelzten Eisens von mehrern Zentnern, so

[Bd. 2, Sp. 2134]


wie es von der Ganz ab- und eingeschmelzet worden; das Luppenstück, das Deul, eigentlich Theil. Es gehöret zu Lab, laben, Leber, geliefern, Klump u. s. f. und bedeutet eine zusammen hängende Masse. Im Franz. ist Loppe gleichfalls ein Klumpen Metalles, ingleichen die Schlacke, dagegen im Schwed. dasjenige Eisen, welches unter dem Glühen der Schmelzstücke schmilzt und herab tröpfelt, Lupp genannt wird, vermuthlich von laufen, rinnen, Nieders. lopen.
   Ein anderes im Hochdeutschen unbekanntes Wort ist im Oberdeutschen gangbar, wo Luppe so wohl eine Hündinn, Petze, als auch eine Hure, Latein. Lupa, luppen der fleischlichen Vermischung nachlaufen, und das Geluppe ein solches Laufen bedeutet; gleichfalls von den Wörtern laufen, läufisch seyn, welche in ähnlichem Verstande üblich sind.
 
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Die Lurde, plur. die -n, in der Seefahrt, dünne getheerte Stricke, womit die Schiffsseile umwunden, oder die Schiffsborte beleget werden, um sie vor dem Reiben zu verwahren; Lurdings. Von dem im Hochdeutschen veralteten Lör, ein Riemen, Lat. orum. In dem Nieders. werden noch die Windeln Luren und Leiern genannt.
 
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Die Lurke, S. Adelung Lauer.
 
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1. * Die Lúsche, plur. die -n, in den gemeinen Sprecharten einiger Gegenden, z. B. Thüringens, das Lauschen, ohne Plural. Auf die Lusche gehen, des Nachts lauschen gehen, um Hasen und anderes Wild zu schießen; eine unweidemännische Art zu jagen. Ingleichen der Ort, wo man in der Nacht mit dem Feuergewehre auf das Wild lauschet. S. Adelung Lauschen.

 

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