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Lungenkraut bis Lunze (Bd. 2, Sp. 2132 bis 2133)
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Artikelverweis Das Lungenkraut, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -kräuter, ein Nahme verschiedener Gewächse, welche in Lungenkrankheiten gebraucht werden. 1) Verschiedener Arten des Moses oder vielmehr der Flechte, dergleichen die Lungenflechte ist, Lichen pulmonarius, welche grünes Lungenkraut genannt wird; die Wandflechte, Lichen parietinus, oder gelbes Lungenkraut; die Hundsflechte, Lichen caninus, oder aschfarbiges Lungenkraut. 2) Des Wasserdostes oder Hirschgünzels, Eupatorium cannabinum L. 3) Am häufigsten einer Pflanze, welche in den Europäischen Wäldern wächset und auch Hirschmangold, Hirschkohl, Hirschmelde, Brustlattich genannt wird; Pulmonaria officinalis L.

[Bd. 2, Sp. 2133]



 
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Das Lungenmos, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, diejenigen Arten des Moses, oder vielmehr der Flechte, welche häufig in Lungenkrankheiten gebraucht werden. Außer den schon bey Lungenkraut angeführten Arten, ist auch das Steinmos, Lichen caperatus L. unter diesem Nahmen bekannt.
 
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Das Lúngenmūß, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, in den Küchen, ein aus klein gehackter Lunge gekochtes Muß; Nieders. Lümmels.
 
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Die Lungenprobe, plur. die -n, in den Gerichten, eine mit der Lunge eines neu gebornen Kindes angestellte Probe, indem man sie in ein Gefäß mit Wasser wirft, um aus ihrem Schwimmen oder Untersinken zu erkennen, ob das Kind todt zur Welt gekommen, oder außer dem Leibe seiner Mutter schon Athem geschöpfet habe.
 
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Die Lungenpulsader, plur. die -n, S. Adelung Lungenader.
 
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Die Lungensucht, plur. car. eine völlige Verzehrung des Körpers, welche aus einem offenen und eiterigen Geschwüre der Lunge entstanden, und mit einem schleichenden anhaltenden Fieber verbunden ist; Phthisis pulmonalis, die Lungenschwindsucht, in den niedrigen Sprecharten die Lumpelsucht. Daher lungensüchtig, adj. et adv. mit derselben behaftet, darin gegründet.
 
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Die Lünse, plur. die -n, eine Benennung des Achsnagels, oder desjenigen dicken Nagels, welcher vor dem Rade eines Wagens durch die Achse gestecket wird, damit es nicht von derselben ablaufe. In den gemeinen Mundarten bald Lunse, Lönse, Linse, Lunze, Lünsch, bald nur Lehne, Lihn, Lien, Leine, Lan, bald gar Leuchse, im Engl. Linspin, im Schwed. Lunta, Luntsticka, im Holländ. Londse, im Böhm. Launek. Vermuthlich als ein Geschlechtsverwandter von Lahn, Lanze, lang u. s. f. einen langen, dünnen Körper zu bezeichnen. Eine Lünse mit einem breiten blechernen Kopfe zur Abhaltung des Kothes, heißt eine Decklehne, oder Decklünse. In einigen Oberdeutschen Gegenden führet die Lünse den Nahmen des Kipfes.
 
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Die Lunte, plur. die -n, ein Strick, welcher, wenn er angezündet worden, fortglimmet, und andere Dinge damit anzuzünden bestimmt ist; der Zündstrick. So wurden ehedem die Musketen mit Lunten abgebrannt, so wie man noch jetzt das grobe Geschütz damit abzubrennen pflegt. Lunte riechen, im gemeinen Leben, die Gefahr merken, wofür man auch sagt den Braten riechen; von dem ehemahligen Gebrauche der Lunten bey dem kleinen Schießgewehre.
   Anm. Im Nieders. und Dän. gleichfalls Lunte, im Schwed. Lunta, im Holländ. Lont, im Engl. Lintel, im Böhm. Lunt. Entweder von dem Zeitworte glühen, glimmen, oder auch von Lumpen, weil man sich vielleicht ehedem statt eines Strickes der Lumpen bedienet. Im Holländ. heißt die Lunte daher auch Lompe, und daß für Lumpen in mehrern Sprachen Lunt und Plunne üblich ist, ist schon oben bemerket worden. In einigen Gegenden ist es männlichen Geschlechtes, der Lunten.
 
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Das Luntenrêcht, des -es, plur. inus. ein Wort, welches Logau im Scherze von dem Rechte des Stärkern gebraucht, so fern dasselbe bloß auf Geschütz und Gewalt gegründet ist, welches man mit einem ähnlichen Scherze auch wohl das kanonische Recht zu nennen pflegt, als eine Anspielung auf die Kanonen, womit es erworben wird.
 
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Das Lúntenschlóß, des -sses, plur. die -schlösser, eine veraltete Art Schlösser an den kleinen Feuergewehren, wo das Zündpulver vermittelst einer in den Hahn geschraubten Lunte angezündet wurde.
 
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Die Lunze, plur. die -n, das Geschlinge von geschlachteten Thieren, S. Adelung Lunge.

 

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